Können Dominik Kahun und Korbinian Holzer bei der Eishockey-WM spielen?
Können Dominik Kahun und Korbinian Holzer bei der Eishockey-WM spielen? © SPORT1-Grafik/Getty Images/Imago
Lesedauer: 4 Minuten

Die Last-Minute-Wechsel von Dominik Kahun und Korbinian Holzer in der NHL sorgen für Aufsehen. In der Eishockey-Show schätzt Rick Goldmann die Lage der Deutschen ein.

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Die Trades von Dominik Kahun und Korbinian Holzer am letzten Tag der NHL-Transferperiode sorgen in der deutsche Eishockey-Szene für Aufsehen.

Für Kahun, der mit den Pittsburgh Penguins zuvor auf Playoff-Kurs lag, ist der Wechsel zu den Buffalo Sabres sportlich gesehen ein Rückschritt.

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Korbinian Holzer dagegen steigt auf - sein Ex-Arbeitgeber Anaheim Ducks hat kaum noch Chancen auf die Playoffs, sein neues Team aus Nashville ist mittendrin im Kampf um die K.o-Spiele. (DATENCENTER: Die Tabellen der NHL)

Im SPORT1-Podcast "Die Eishockey Show" erklärt SPORT1-Experte Rick Goldmann, warum beide Trades auch Auswirkungen auf die Chancen der beiden Stars haben, bei der Eishockey-WM (ab 8. Mai LIVE im TV auf SPORT1) für Deutschland zu spielen.

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Trades von Kahun und Holzer mit Auswirkungen auf WM

Denn die Playoff-Chancen ihrer NHL-Teams spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, ob die Stars zu den Titelkämpfen in der Schweiz kommen können.

"Anaheim war klar aus den Playoffs raus, das heißt, Korbinian Holzer hätte zur WM kommen können. Nashville dagegen hat gute Chancen, in die Playoffs zu kommen. Damit steht nach dem Trade im Moment ein Fragezeichen hinter der WM für Holzer", erklärt Goldmann.

Auf der anderen Seite wird sich der DEB wohl über einen Top-Angreifer freuen dürfen.

"Dominik Kahun hat mit Pittsburgh bei einem absoluten Topklub gespielt, die waren klar in den Playoffs und werden da wahrscheinlich auch weit kommen. Das heißt, er hätte sehr wahrscheinlich nicht an der WM teilnehmen können", analysiert der SPORT1-Experte: "Bei Buffalo glaube ich nicht, dass sie die Playoffs noch schaffen, deshalb ist die WM-Teilnahme für Kahun nach dem Wechsel sehr nah – wenn er denn Lust hat."

Goldmann: "Glaube nicht, dass Holzer damit gerechnet hat"

Dass gleich zwei DEB-Stars plötzlich umziehen müssen, hängt mit ihrer besonderen Situation in der NHL zusammen, wie Goldmann erklärt: "Beide haben nur noch ein Jahr Vertrag, dabei wird man natürlich immer leicht zum Spielball in einem Trade."

Dennoch dürfte zumindest Holzer nach viereinhalb Jahren in Anaheim vom Last-Minute-Transfer ein Stück weit überrascht worden sein.

"Bei Korbinian Holzer glaube ich nicht, dass er selbst damit gerechnet hat. Er hatte sich einen Namen gemacht als sehr starker Defensiv-Verteidiger, der auch Depth-Verteidiger ist, also in der Tiefe des Kader als fünfter, sechster, siebter Verteidiger", analysiert Goldmann Holzers Situation. 

Darüber hinaus sei der 32-Jährige ein Spieler, der auch Leistung bringe, wenn er mal ein Spiel nicht spielt. "Das ist eine Qualität, die nicht viele haben, weil viele ihre Eiszeit brauchen, damit sie ihre Qualität abrufen können", stellt der Ex-DEL-Spieler fest.

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Last-Minute-Trades sind "organisatorisch eine Meisterleistung"

Dass solche Trades aber nicht nur einfach ein Standortwechsel beinhalten, sondern auch "organisatorisch eine Meisterleistung" sind, bestätigt SPORT1-Moderator Sascha Bandermann am Beispiel Holzer: "Du bekommst mittags Bescheid, packst deine Koffer - er hat gerade so noch seinen Flieger bekommen, auch nur, weil der Flug Verspätung hatte. Er ist dann um 1 Uhr nachts in Nashville angekommen – und am nächsten Tage stehst du auf dem Eis und bist beim Training."

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Im Leistungssport Eishockey bleibt keine Zeit für lange Eingewöhnung, was gerade für das private Umfeld der Spieler eine große Herausforderung darstellt.

"Da hängt ja oft auch Familie mit dran, die Leute wohnen da und haben ihre Freunde. Die verdienen zwar gut Geld, aber du bekommst eben einfach von heute auf morgen einen Anruf – und dann bist du plötzlich woanders und musst dich erstmal zurechtfinden in einem komplett neuen Umfeld. Und dann musst du aber schon am nächsten Tag deine Leistung bringen", erklärt Goldmann die Kehrseite im Leben eines NHL-Profis.

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