Leon Draisaitl wurde beim Allstar-Game von einer Frau übertrumpft
Leon Draisaitl wurde beim Allstar-Game von einer Frau übertrumpft © Getty Images
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Leon Draisaitl setzt bei der Skills Competition im Allstar-Game ein Ausrufezeichen. Er ist bei der Pass Challenge der Beste - eine Frau ist allerdings schneller.

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Leon Draisaitl staunte nicht schlecht, als ihm die Zeit von Brianna Decker unter die Nase gerieben wurde.

"Sie hat mich geschlagen?", fragte der NHL-Stürmer der Edmonton Oilers nach seinem Sieg beim Passwettbewerb der Allstars etwas ungläubig, zog dann aber seinen Hut. "Wow, das ist wirklich beeindruckend." Die Olympiasiegerin war tatsächlich schneller als der 23-Jährige - wenn auch außer Konkurrenz.

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Schon einen Tag vor dem Allstar-Game stand Debütant Draisaitl in San Jose/Kalifornien im Mittelpunkt. Durch seinen Sieg im Rahmen der "Skills Competition", der wegen Deckers Coup eine ganz spezielle Note bekam. Es ging darum, in möglichst kurzer Zeit Ziele zu treffen, etwa Pappkameraden und winzige Tore, vor denen Hindernisse standen. Draisaitl setzte sich in 1:09,088 Minuten durch, Zweiter wurde mit großem Rückstand Sebastian Aho von den Carolina Hurricanes (1:18,530).

Draisaitl kassiert Siegerscheck

Als die NHL-Cracks gegeneinander antraten, war Decker längst fertig. Die US-Nationalspielerin hatte für die diversen Pässe bei einer Demonstration vor dem offiziellen Wettbewerb drei Sekunden weniger benötigt als Draisaitl. Bei Decker lief allerdings die Uhr auf dem Videowürfel nicht mit, Fans stoppten die Zeit und sorgten schließlich dafür, dass auch sie gewürdigt wurde. (Zusammenfassung der Skills Competition und des Allstar-Game ab 21.35 Uhr im TV auf SPORT1+)

Brianna Decker (l.) sorgte beim Allstar-Game für Schlagzeilen
Brianna Decker (l.) sorgte beim Allstar-Game für Schlagzeilen © Getty Images

Der Siegerscheck über 25.000 Dollar ging dennoch an Draisaitl. Ziemlich ungerecht, deshalb sprang ein kanadischer Eishockey-Ausrüster ein und schenkte Decker kurzerhand die gleiche Summe. Vielleicht darf die 27-Jährige ja beim nächsten Mal "richtig" mitmachen. Ihre US-Teamkollegin Kendall Coyne war schon diesmal beim Wettrennen der schnellsten Skater als Ersatz für den verletzten Nathan McKinnon dabei und wurde Vorletzte. 

Draisaitl schwärmt: "Sie ist geflogen"

"Sie ist geflogen. Ich bin mir sicher, dass sie mich wahrscheinlich geschlagen hätte", sagte Draisaitl über Coyne und fand lobende Worte für alle Frauen, die beim Showevent mitgemacht hatten: "Diese Mädels können Eishockey spielen." Er selbst war erleichtert, als er seinen Auftritt hinter sich hatte. "Ich war sehr nervös. Ich bin froh, dass ich es unter zwei Minuten geschafft habe."

Weniger gut lief es beim eigentlichen Highlight. Draisaitl unterlag mit dem Team der Pacific Division der Auswahl der Central Division im Halbfinale 4:10. Der erste deutsche Allstar seit 19 Jahren durfte 6:48 Minuten spielen und blieb ohne Scorerpunkt.

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"Wir waren nicht bereit", sagte Draisaitl nach dem Aus. Der Stürmer ärgerte sich über den schlechten Start mit zwei schnellen Gegentoren, allerdings nur kurz. "Es ging um den Spaß und es war großartig, da draußen zu sein. Da war viel Klasse unterwegs." 

Crosby glänzt beim Allstar-Game

Das Finale des Allstar-Games, das seit 2016 als Turnier im Format Drei gegen Drei ausgespielt wird, gewann das Team der Metropolitan Division. Im Duell mit den Cracks aus der Central-Staffel setzte sich die Mannschaft um den kanadischen Superstar Sidney Crosby mit 10:5 durch. Crosby (Pittsburgh Penguins) und Mathew Barzal (New York Islanders) verbuchten im Endspiel jeweils zwei Tore und drei Assists.

Draisaitl, vierter deutscher Allstar nach Uwe Krupp, Marco Sturm und Olaf Kölzig, war nach dem Ende des "großartigen Events" rundum zufrieden. "Ich hatte viel Spaß", sagte der Neuling: "Es war eine super Erfahrung. Es war toll, mit diesen Superstars zusammen zu sein."