DeVonta Smith (r.) ist ein Fliegengewicht unter der Wide Receivern im Draft
DeVonta Smith (r.) ist ein Fliegengewicht unter der Wide Receivern im Draft © Imago
Lesedauer: 5 Minuten

München - Als Gewinner der Heisman Trophy zählt Wide Receiver DeVonta Smith zu den Top-Prospects im Draft. Nun gibt es aber Zweifel an seiner Größe und seinem Gewicht.

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1,83 Meter und 75 Kilo statt 1,85 Meter und 79 Kilo – macht das wirklich einen so großen Unterschied?

Geht es nach Meinung vieler NFL-Teams, dann ja! In den Vereinigten Staaten sorgen diese Zahlen gerade für mächtig Wirbel. Aber warum?

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Es geht dabei um keinen geringeren als DeVonta Smith. Also den Wide Receiver, der sich erst vor wenigen Monaten über den Gewinn der Heisman Trophy als bester College-Spieler freuen durfte.

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Schon dort war jedem Beobachter klar, dass Smith zu den eher zierlichen Passempfängern zählt. Während seiner Zeit bei den Alabama Crimson Tide wurde der 22-Jährige stets mit einer Größe von 1,85 Meter und einem Gewicht von 79 Kilogramm gelistet. Doch dem ist nicht so.

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Smith kleiner und leichter als gedacht

Beim Pro Day in Alabama wollte sich der Receiver kürzlich überhaupt nicht vermessen lassen, jetzt scheint auch klar zu sein warum. Bei den offiziellen Medizinchecks der NFL konnte Smith Waage und Maßband nämlich nicht entkommen.

Mit einem Mal ist der Rookie laut Informationen von Sports Illustrated plötzlich zwei Zentimeter kleiner und sogar vier Kilo leichter als bislang angegeben. Was belanglos wirken mag, ist es in der perfektionistischen NFL-Welt aber bei weitem nicht. (Alles Wichtige zur NFL)

Bei der Auswahl neuer Spieler wird bei den Teams auf jedes noch so kleine Detail geachtet, jeder Gedanke fünfmal überdacht. In den Köpfen der meisten Verantwortlichen sind Receiver dabei groß und stattlich, schließlich sollen sie sich ja auch im Duell mit einem Verteidiger durchsetzen können.

Bei Smith überzeugen weder Größe noch Gewicht, dafür überzeugt er mit einem Übermaß an Talent.

Receiver überzeugte in Alabama

Im College-Endspiel seiner Crimson Tide gegen die Ohio State Buckeyes lieferte der "Slim Reaper" (schlanker Sensenmann, ein Wortspiel mit "Grim Reaper") Anfang Januar eine Rekord-Show und führte sein Team mit zwölf Catches für 215 Yards und drei Touchdowns zum 52:24-Sieg und damit zur Meisterschaft. Für dieses Kunststück brauchte er dabei gerade einmal eine Spielhälfte.

DeVonta Smith beeindruckte bei den Alabama Crimson Tide mit seinen Leistungen
DeVonta Smith beeindruckte bei den Alabama Crimson Tide mit seinen Leistungen © Imago

Noch vor Quarterback Trevor Lawrence, der im NFL-Draft wohl an Position eins von den Jacksonville Jaguars gepickt werden wird, schnappte er sich die Auszeichnung zum besten College-Spieler. Eine Ehre, die üblicherweise nur Quarterbacks und Running Backs zu teil wird. Der bis dato letzte Receiver dem das gelang, war Desmond Howard im Jahr 1991. Dieser ging später übrigens als Super-Bowl-Sieger und -MVP mit den Green Bay Packers in die Geschichte ein.

Mit seinen Leistungen in den zurückliegenden Jahren, vor allem aber mit seiner Monster-Performance im College-Finale, sorgte Smith auch bei den US-Superstars für Verzückung.

Mahomes und LeBron schwärmen

"DeVonta Smith ist einer der besten Receiver, die ich je gesehen habe! Mann, ist der gut", schrieb etwa Lakers-Star LeBron James auf Twitter. Super-Bowl-Sieger Patrick Mahomes schwärmte: "Man muss auf ihn setzen." Und Packers-Receiver Davante Adams schrieb: "Wenn ihr von jetzt an meinen Namen falsch schreibt, stellt sicher, dass es Devonta ist, denn er ist der Typ."

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Der 22-Jährige verlässt Alabama als All-Time-Leader nicht nur in Sachen Receiving-Yards, sondern auch bei den Touchdowns (46). Nun steht für ihn die bislang größte Herausforderung seiner Karriere an: der Sprung in die NFL.

Dass ihn seine Körper-Maße dabei beeinflussen könnten, davon will er selbst natürlich nichts wissen. "Wir sind keine Gewichtheber. Wir sind keine Bodybuilder, wir sind Footballspieler. Deswegen sind wir hier. Football, nicht das andere Zeug", erklärte er diesbezüglich im Gespräch mit CBS(Ergebnisse und Spielplan der NFL)

Coach Saban relativiert Körpermaße

Dem stimmt auch sein langjähriger Coach Nick Saban zu: "Es gibt größere Spieler, die nicht annähernd die Leistung bringen, die er bringt. Es gibt Spieler, die größer sind als er, die nicht den Kampfgeist haben, den er hat, und auch nicht die Wettkampfhärte", erklärte er bei Sports Illustrated. "Seine Leistung spricht für sich selbst."

Inwieweit sich seine "neuen" Körpermaße auf den Draft auswirken, damit will sich der Receiver erst gar nicht beschäftigen. Auch an welcher Position er ausgewählt wird, interessiert ihn herzlich wenig.

"Im Großen und Ganzen ist es mir egal, an welcher Position ich gezogen werde", sagte er. "Ich möchte einfach irgendwo hin, wo ich eine Chance habe. Der Plan ist nicht, an einer bestimmten Position gedraftet zu werden, der Plan ist, überhaupt gedraftet zu werden. Die Möglichkeit, gedraftet zu werden, ist alles, worauf ich hoffen kann."

Eagles, Giants und Cardinals im Rennen

Dass er gedraftet wird, daran besteht nicht der leiseste Zweifel, die Frage ist nur von welchem Team. In diversen Mock Drafts der US-Analysten greifen die New York Giants an Position elf zu. Auch die Philadelphia Eagles mit dem zwölften Pick sind ein heißer Anwärter. (Wissensdatenbank zur NFL: Regeln, Modus, Hintergründe)

Sollten sich beide Teams gegen den Heisman-Sieger entscheiden, und er nicht von einer anderen Franchise unerwartet früher ausgewählt werden, wären auch die Arizona Cardinals an Position 16. eine mögliche Option. 

Doch bei welchem Team auch immer der talentierte Receiver landen wird, bevor er in der NFL zum Einsatz kommt, wird er noch das ein oder andere Pfund zunehmen müssen.