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München - Die New England Patriots starten in der NFL eine für das Team ungewöhnliche Shoppingtour. Verschwendet die Franchise Geld, oder steckt ein genialer Plan dahinter?

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So einen Kaufrausch hat man in der NFL selten gesehen!

Seit Montag dürfen die Franchises auch mit Free Agents anderer Teams verhandeln und die New England Patriots starteten gleich eine Shoppingtour, die ihresgleichen sucht. (Alles Wichtige zur NFL Free Agency im TICKER)

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Tight End Jonnu Smith, Outside Linebacker Matthew Judon, Defensive Tackle Davon Godchaux und Defensive Back Jalen Mills wurden mal ebenso verpflichtet und dafür ganze 81 Millionen an Boni und Garantien verbraten.

Und das noch bevor die Deals mit Wide Receiver Nelson Agholor und Kendrick Bourne sowie Defensive Tackle Henry Anderson und Tight End Hunter Henry unter Dach und Fach gebracht wurden.

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Patriots starten Rekord-Shoppingtour

Um zu verdeutlichen, wie untypisch dieses Verhalten für die Pats und Trainer Bill Belichick ist, muss man eines bedenken. In den vorangegangenen drei Spielzeiten gab das Team insgesamt nur 51 Millionen für den gleichen Zweck aus.

Noch klarer wird die Dimension dieses Kaufrauschs beim Blick auf die Gesamtausgaben. In den vergangenen zehn Jahren machten die Pats circa 360 Millionen in der Free Agency locker, im Jahr 2021 bereits 270 Millionen.

Aber damit nicht genug: Innerhalb weniger als 24 Stunden haben die Patriots mehr als 137,5 Millionen Dollar für garantierte Vertragssummen hingeblättert - Franchise-Rekord und Platz zwei in der NFL-Geschichte während einer Free-Agency-Periode. Genug Zeit bleibt noch, die in dieser Statistik führenden Miami Dolphins, die 2020 gut 147 Millionen verprassten, zu überholen.

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Will Belichick Rachefeldzug gegen Brady?

Doch warum schlägt das Team aus Foxborough derart aggressiv auf dem Transfermarkt zu? (NEWS: Alles Wichtige zur NFL)

Theorien gibt es viele. So meinen einige, der Super-Bowl-Sieg des abgewanderten Tom Brady mit den Tampa Bay Buccaneers hätte vor allem Coach Belichick motiviert, in der Saison 2021 einen Rachefeldzug starten.

Andere wiederum glauben, dass Belichick schlicht und ergreifend der Blick auf den Kader nicht gefallen hat. In der vergangenen Saison verpasste das Team erstmalig seit zwölf Jahren die Playoffs und schloss die Regular Season mit einer Bilanz von nur sieben Siegen bei neun Niederlagen ab.

New England für Spieler-Entwicklung bekannt

Teilweise mögen diese Annahmen stimmen, glaubt man aber denjenigen, die laut ESPN Einblick in die Überlegungen der Patriots haben, liegt der Grund ganz woanders.

Grundsätzlich hat es Head Coach Belichick immer ausgezeichnet, Spieler zu draften und danach zu entwickeln. Unvergessen das Bild vom vergangenen Draft, als Belichick mit seinem Hund am Küchentisch Spieler aussuchte.

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Vor allem die Kompetenz, auch in den hinteren Draft-Runden noch wahre Perlen abzugreifen, wurde stets New England zugesprochen. Man bedenke: Tom Brady, der die Pats zu sechs Super-Bowl-Siegen führte, wurde im Jahr 2000 an Position 199 ausgewählt.

Cap Space bereitet Teams Probleme

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Aufgrund der Coronapandemie wurde die Gehaltsobergrenze der NFL-Teams von 198,2 Millionen auf 182,5 Millionen Dollar gesenkt – der erste Rückgang seit dem Tarifvertrag von 2011.

Diese Offseason bietet also eine seltene Gelegenheit, Spieler abzugreifen, die man sonst nicht bekommen hätte - wenn man das nötige Geld dafür hat. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan der NFL)

Durch den geringeren Cap Space sind viele Teams in Schwierigkeiten, müssen Spieler loswerden, um den finanziellen Rahmen einhalten zu können. Diese Mannschaften würden in "normalen" Jahren mit den Patriots um Spieler konkurrieren, können aktuell aber nicht mithalten.

Dies eröffnet den noch mit verhältnismäßig viel Cap-Spielraum ausgestatteten Patriots den Zugriff auf starke und talentierte Free Agents, die sonst mitunter gar nicht auf den Markt gekommen wären.

Patriots nutzen einzigartige Marktsituation

Neuzugänge wie Smith, Bourne, Godchaux, Agholor, Judon oder Henry sind alle zwischen 25 und 28 Jahre alt, haben bereits Erfahrung, sind aber immer noch im besten Alter.

Mit dem Wissen, dass die Gehaltsobergrenze im nächsten Jahr vermutlich wieder deutlich angehoben wird, weil auch die Fernsehverträge noch weitere steigen, nutzen die Patriots eine einmalige Marktsituation aus.

Natürlich kann es sein, dass es das Team am Ende übertrieben und sich zu weit von seinen eigentlichen Wurzeln entfernt hat, aktuell verbreiten die vielen talentierten Neuzugänge aber erstmal großen Optimismus.

Newton als Starting Quarterback?

Und noch eine Sache sorgt für positive Stimmung. Bei keinem anderen Team verzichteten so viele Spieler aus Angst vor Corona auf die Saison 2020. Ganze acht Profis nutzten die so genannte Opt-out-Option. Diese kehren nun zur neuen Spielzeit zurück, darunter erfahrene Größen wie Marcus Cannon, Dont'a Hightower und Patrick Chung, die dem Spiel Stabilität verleihen können.

Unsicherheit bleibt derweil auf der Quarterback-Position. Während Cam Newton zu Beginn der vergangenen Saison überzeugen konnte, tat er dies nach seiner Coronaerkrankung für den Rest der Saison nicht mehr. Dennoch statteten ihn die Pats erneut mit einem Einjahresvertrag aus.

Dass er deswegen als Starter auf dem Feld steht, ist nicht sicher. Alleine der Aufbau seines neuen Vertrages lässt den Schluss zu, dass er für Einsätze wird kämpfen müssen.

Doch wie auch immer die kommende Spielzeit für die Patriots ausgeht, mit ihrem Shoppingtrip haben sie bereits jetzt für das erste Ausrufezeichen gesorgt.