Golladay, Barrett und Jones (v.l.n.r.) könnten besonderes Interesse wecken
Golladay, Barrett und Jones (v.l.n.r.) könnten besonderes Interesse wecken © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Imago
Lesedauer: 8 Minuten

München - Am Montag beginnt das NFL-Jahr 2021 und damit den Free Agency. Der Kampf um die vertragslosen Stars könnte besonders heiß werden. Wer sind die begehrtesten Profis?

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Auch die NFL hat die Coronapandemie schwer getroffen.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren fällt wegen der finanziellen Verluste die Gehaltsobergrenze im Vergleich zur Saison 2020. Deshalb müssen einige Teams massiv sparen und Topstars ziehen lassen.

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Die Philadelphia Eagles müssen beispielsweise nach dem Trade von Quarterback Carson Wentz erst einmal 34 Millionen an Gehältern einsparen, ehe sie überhaupt unter dem Salary Cap liegen - von Verstärkungen ganz zu schweigen. Deshalb könnte die am Montag beginnende Free Agency 2021 besonders heiß werden, denn einige große Namen sind auf dem Markt oder werden in den nächsten Tagen dazukommen.

SPORT1 gibt einen Überblick über die heißesten Stars auf dem Transfermarkt und wo sie landen könnten. Cam Newton gehört nicht mehr dazu, in seinem Fall gab es eine unerwartete Wende. (Diese NFL-Stars könnten gefeuert werden)

1. Kenny Golladay (Receiver)

Die Detroit Lions belegten ihren besten Passfänger etwas überraschend nicht mit dem sogenannten Franchise Tag, um ihn für die kommende Saison zu behalten. Stattdessen bauen sie mit dem neuen Coach Dan Campbell ganz neu auf. Golladay ist dafür wohl zu teuer und wird im November auch "schon" 28.

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Trotz einer verletzungsgeplagten Saison mit nur fünf Einsätzen wird Golladay heiß begehrt sein, denn 2019 fing kein Receiver mehr Touchdowns (11). Allerdings wird er wohl mit rund 15 Millionen pro Jahr auch sehr teuer.

SPORT1-Prognose: Die Patriots haben viel Gehaltsspielraum und seit Jahren ein großes Passfängerproblem - könnte passen.

2. Trent Williams (Offensive Tackle)

Nach seinem Streik bei den Redskins 2019 meldete sich der beste Offensive Tackle der NFL bei den 49ers stark zurück. Zwar wird Williams im Sommer 33, aber seine Klasse ist nach wie vor unbestritten. Kann ihn sich Coach Kyle Shanahan weiterhin leisten? Führt sein Weg vielleicht sogar zurück nach Washington? Schließlich sind seine alten Widersacher dort alle geflogen und das Football Team erreichte ohne ihn die Playoffs.

Fakt ist, Williams wird einen großen Zahltag erleben.

SPORT1-Prognose: Die 49ers strecken sich an die Decke und behalten Williams.

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3. Shaq Barrett (Edge Rusher)

Tom Brady wurde MVP des Super Bowls, die entscheidenden Figuren waren aber Jason Pierre-Paul und Barrett. Sie entnervten Chiefs-Superstar Patrick Mahomes und nahmen ihm die Luft zum Atmen. Weil Receiver Chris Godwin den Franchise Tag bekam, ist Barrett auf dem Markt, falls er nicht noch bis Montag verlängert.

Pass Rush ist in der NFL wie pures Gold: Nie hat jemals genug davon. Entsprechend teuer dürfte Barrett werden, denn bessere Quarterback-Jäger sind aktuell nicht zu haben.

SPORT1-Prognose: Die kolportierten 18 bis 20 Millionen sind ein dickes Brett, aber Barrett könnte ein Team wie die Colts zum Super-Bowl-Anwärter machen.

4. Yannick Ngakoue (Edge Rusher)

Ngakoue wurde von Jacksonville nach Minnesota und dann nach Baltimore geschickt. In seinen fünf NFL-Jahren schaffte er immer mindestens acht Quarterback-Sacks und verpasste nur zwei Spiele. Trotzdem ist er nicht in der Kategorie von Barrett einzuordnen, dafür ist er zu wenig Game-Changer.

Dennoch wird er absahnen (siehe die Sache mit Gold oben). Mehr als 15 Millionen pro Jahr werden es in jedem Fall sein.

SPORT1-Prognose: Nur fünf Teams hatten 2020 weniger Sacks als die Patriots, wenn Bill Belichick seine Defense wieder aufmöbeln will, könnte Ngakoue Priorität haben.

5. JuJu Smith-Schuster (Receiver)

Die zwei Jahre ohne Antonio Brown haben gezeigt, dass JuJu keine Nummer eins in der NFL ist, aber aus dem Slot und mit einer Big-Play-Waffe neben sich ist er Spitzenklasse. Zudem ist der Ex-Steeler gerade einmal 24 Jahre alt. Der Musterprofi hilft auch dem Laufspiel und zeigte mit konstantem Quarterback-Spiel 2020 mit 97 Catches und neun Touchdowns seine Klasse.

SPORT1-Prognose: Smith-Schuster wäre die ideale Nummer zwei neben Terry McLaurin und könnte in Washingtons System mit den Runnings Back Antonio Gibson und J.D. McKissic sowie Tight End Logan Thomas perfekt in die Zwischenräume passen. Die Toughness als Blocker dürfte Ron Rivera auch gefallen. Das Football Team hat das nötige Kleingeld und wollte 2020 mehr als 100 Millionen für Amari Cooper raushauen.

6. Joe Thuney (Offensive Guard)

Die Patriots verpassten Thuney 2020 den Franchise Tag, deshalb fiel der in diesem Jahr fast logisch weg, ein Verlust, der den Pats noch wehtun könnte. Der 28-Jährige startete zuletzt 80 Spiele in Folge und könnte im Bereich von 15 Millionen Dollar pro Jahr kassieren. Der Franchise Tag des besten Guards Brandon Scherff (Washington) liegt bei 18 Millionen.

SPORT1-Prognose: Für das System der Vikings wäre der athletische und bewegliche Thuney ein idealer linker Guard. Dalvin Cook und Kirk Cousins wären für die Investition sehr dankbar (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan der NFL).

7. Aaron Jones (Running Back)

Etwas überraschend nutzten die Packers den relativ günstigen Franchise Tag nicht für Jones (8 Millionen), wert wäre es der 26-Jährige nach zwei 1000-Yard-Saison und insgesamt 30 Touchdowns allemal gewesen. Außerdem ist die produktivste Zeit für Running Backs in der NFL zwischen 26 und 29. Der Salary Cap zwang die Packers wohl zum Sparen. A.J. Dillon wird übernehmen. Jones dagegen dürfte die 12 bis 13 Millionen pro Jahr erreichen, die zuletzt Dalvin Cook, Derrick Henry und Joe Mixon bekamen.

SPORT1-Prognose: Rein vom System her wären die Cardinals und Dolphins die logischen Kandidaten für Jones. Junge Quarterbacks, Zone-Blocking und viele kurze Pässe auf Running Backs. Dazu haben beide Teams chronische Red-Zone-Probleme.

8. Hunter Henry (Tight End)

Nach dem Franchise Tag im vergangenen Jahr ist der 26-Jährige nun doch Free Agent. Die Probleme der Chargers 2020 sind bekannt, dennoch brachte es Henry auf über 600 Receiving Yards. Beim richtigen Team könnte er zum X-Faktor werden. Er ist kein Über-Athlet, aber ein cleverer Profi, der immer alles reinhaut und kein Theater macht. Die zehn Millionen pro Jahr, die Austin Hooper pro Jahr 2020 von den Browns bekam, sollten die Baseline für Henry sein.

SPORT1-Prognose: Die Bills haben John Brown entlassen, um Geld zu sparen. Henry könnte Quarterback Josh Allen in der Redzone noch effizienter machen, kann sehr vielseitig verwendet werden (zum Beispiel im Backfield) und würde als herausragender Blocker perfekt passen. Mit Henry sind die Bills ein Super-Bowl-Kandidat.

9. William Jackson III (Cornerback)

Jackson hat bei den Bengals bewiesen, dass er ein solider Nummer-eins-Cornerback ist. Ähnlich wie Pass Rush braucht jedes Team immer Passvertzeidiger, denn die NFL ist eine Passliga. Dem 28-Jährigen kommt zu Gute, dass nicht wirklich viele starke Corner auf dem Markt sind. Da fallen seine nur drei Interceptions in 59 Spielen kaum ins Gewicht. Zehn Millionen pro Jahr könnten drin sein.

SPORT1-Prognose: Die 49ers haben aktuell nur drei Cornerbacks unter Vertrag, die zusammen 2020 ganze elf Snaps in der Defense gespielt haben. Richard Sherman ist wohl weg und war ohnehin keine verlässliche Größe mehr. Jackson wäre eine gute neue Nummer eins.

10. Rob Gronkowski (Tight End)

"Gronk" ist wahrscheinlich für die Bucs wertvoller als für andere Teams, aber der Markt wäre definitiv da. Nach seiner Auszeit 2019 wirkte er revitalisiert, startete jedes Spiel, dominierte als Blocker und fing gute 45 Bälle und sieben Touchdowns.

Gronkowski ist wieder auf den Geschmack gekommen und sagte bei TMZ: "Ich werde weiter Football spielen. Ich liebe Football."

Zudem ist der fünfmalige Pro Bowler immer noch erst 31 Jahre alt und kann immer noch jedem Team helfen - so er denn Lust hat. Gronkowski sagte zwar nicht explizit, dass er in Tampa weitermachen wird. Davon ist aber auszugehen.

SPORT1-Prognose: Gronkowski wird nur bei einer Verletzung des ewigen Quarterbacks noch einmal von jemand anderem als Tom Brady einen Pass fangen.