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München - Der Super-Bowl-Kracher zwischen den Tampa Bay Buccaneers und den Kansas City Chiefs ist mehr als nur Tom Brady gegen Patrick Mahomes. SPORT1 nennt die Schlüsselduelle.

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Der Worte sind genug gewechselt, fast alles gesagt und geschrieben: Welcome to Super Bowl LV!

Die Tampa Bay Buccaneers, mit denen erstmals in der NFL-Geschichte ein Team den Super Bowl im eigenen Stadion austrägt, fordern die Kansas City Chiefs. (NFL: Super Bowl LV Tampa Bay Buccaneers - Kansas City Chiefs mit Tom Brady gegen Patrick Mahomes, Montag 0.30 Uhr im LIVETICKER)

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Quarterback-Legende gegen Kronprinz - Tom Brady gegen Patrick Mahomes - ein elektrisierendes Duell zweier herausragender Offensiven. Ein Passfeuerwerk sollte garantiert sein.

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SPORT1 zeigt, auf welche Stars außerdem zu achten ist und welche Matchups auf dem Feld entscheiden.

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PATRICK MAHOMES (Chiefs) vs. DEVIN WHITE (Buccaneers):

Der Super-Bowl-MVP will wie im Vorjahr eine Show abliefern. In den Playoffs waren die Auftritte des 25-Jährigen heuer indes weniger spektakulär. Gegen die Browns musste Mahomes gar mit einer Gehirnerschütterung vom Feld und ließ seine Franchise bangen - Stichwort "Concussion protocol".

Gegen die Buffalo Bills war Mahomes dann aber wieder  einsatzfähig und machte, was Mahomes eben macht: Touchdowns werfen, die Offensive anführen und keine Interceptions produzieren. (Alles zur NFL)

Ein schwerer Job also für Devin White, das Herz der Buccaneers-Defense. Der Top Fünf Draft-Pick 2019 spielt Middle Linebacker und stellte in den Playoffs bereits seine Stärken unter Beweis, forcierte in zwei Partien drei Turnover (1 INT, 2 FR). (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan der NFL)

Whites Stellenwert wurde vor allem gegen das Washington Football Team sichtbar, als er wegen einer Corona-Infektion fehlte. Im Duell mit Mahomes ist er gefordert, die eigene Defense ständig ein- oder umzustellen. Der Quarterback der Defense ist trotz wenig Erfahrung der Anführer - dennoch gewinnt Mahomes. 1:0 für die Chiefs.

TRAVIS KELCE (Chiefs) VS. ANTOINE WINFIELD JR. (Buccaneers): 

Kelce ist aktuell der beste Tight End der Liga. Er schaffte mit 1.416 Receiving Yards einen Saison-Rekord als Tight End und unterstrich seine Mega-Form. Kelce fängt quasi alles, was in seine Richtung kommt, hat die Athletik eines Receivers im Körper eines Tight Ends, so dass er kaum auszuschalten ist.

Winfield Jr. wird dennoch alles probieren, ihn aus dem Spiel zu nehmen. In der regulären Saison verpasste der Liga-Neuling kein einziges Spiel und brachte konstant starke Leistungen. Nicht umsonst nennt Head Coach Bruce Arians seinen Schützling den "Defensive Rookie of the Year". Im Duell mit Kelce dürfte Winfield aber Lehrgeld zahlen. 2:0 für die Chiefs.

TYREEK HILL (Chiefs) vs. BUCCANEERS SECONDARY:

Hill, Spitzname "Cheetah", ist der schnellste Spieler der NFL, kann von überall Touchdowns erzielen.

In der regulären Saison fing der Co-Superstar der Chiefs gegen Tampa 13 Pässe für 269 Receiving Yards und drei Touchdowns. Zahlen, die beeindrucken. Eins zu eins können ihn die Bucs nicht stoppen - daher geht auch dieser Punkt an Kansas City. 3:0 Chiefs.

TOM BRADY (Buccaneers) vs. TYRANN MATHIEU (Chiefs):

Bradys Wechsel von den New England Patriots zu den Bucs kam einem Transfer-Erdbeben gleich: Er führte seine neue Franchise erstmals seit 2007 in die Playoffs - und von dort direkt in den Super Bowl.

Brady, vielleicht der beste NFL-Quarterback aller Zeiten, und seine Qualitäten in den entscheidenden Momenten sind unumstritten, der inzwischen 43-Jährige serviert den Ball mit so viel Gefühl wie wohl kein Zweiter, zudem hat er bei den Bucs alle Freiheiten, was Spielzüge und Reaktion auf die Defense angeht.

Mathieu ist Gesicht und Stimme der Chiefs-Defense. Der "Honeybadger" spielt sehr körperlich und laut, vollzieht neben seinen Tackles auch viel Trash Talk. Durch Mathieu hat sich auch die Mentalität und Stärke der Chiefs-Defense verändert. Im Vergleich zu Ausnahmefigur Brady unterliegt er dennoch - erster Punkt für die Bucs. 3:1 für die Chiefs.

LEONARD FOURNETTE (Buccaneers) vs. CHRIS JONES (Chiefs):

In der Preseason von den Jacksonville Jaguars entlassen, in der Regular Season nur Nummer zwei hinter Ronald Jones - und jetzt der Schlüssel zum Titel? Nach der Jones' Verletzung ist Fournette plötzlich die Nummer 1 auf der Running-Back-Position und liefert konstant starke Leistungen.

Bemerkenswert: Der vorherige Starspieler der Jaguars verzeichnet die meisten Scrimmage Yards in den Playoffs. Und: Jedes Mal, wenn Fournette den Ball mehr als zehn Mal berührt hat, sind die Buccaneers bisher als Sieger vom Feld gegangen.

Gegenüber ist Chris Jones als der wichtigste Quarterback-Jäger und einer der Besten, wenn es darum geht, Running Backs zu stoppen. In den Playoffs gelang das dem 26-Jährigem allerdings nicht wirklich. Punkt an "Playoff Lenny", wie Fournette von den Teamkollegen getauft wurde. 3:2 für die Chiefs.

JASON PIERRE-PAUL (Buccaneers) vs. MIKE REMMERS (Chiefs):

Pierre-Paul war der Nutznießer von David Bakhtiaris Ausfall aufseiten der Green Bay Packers im NFC-Championsship-Game. Er sammelte gegen Star-Quarterback Aaron Rodgers zwei Sacks und hatte somit maßgeblich Anteile an der dominanten Leistung der Defense.

Bei den Chiefs wird es wohl auf Mike Remmers als Ersatz für Eric Fischer, den Star der Offensiv Line, hinauslaufen - Pierre-Paul sowie Shaq Barrett kann er nicht das Wasser reichen. Ausgleich der Bucs. 3:3.

MIKE EVANS (Bucaneers) vs. BASHAUD BREELAND (Chiefs):

Mike Evans erreichte in sieben seiner acht NFL Saisons 1.000 Receiving Yards, ist der Go-To-Guy der Buccaneers in einem Receiving Corps voller Stars. (Tabellen der NFL)

1,96 Meter groß und 102 Kilogramm schwer ist er einer der physisch stärksten Receiver in der NFL und jederzeit für einen Touchdown gut. 

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Eigenschaften, die sein kleinerer Konterpart Bashaud Breeland vermissen lässt: Der Cornerback der Chiefs spielt eine solide Saison, nachdem er die ersten vier Spiele wegen einer Sperre verpasst hatte. Das ist allerdings zu wenig gegen einen Receiver vom Kaliber eines Mike Evans. 4:3 für die Bucaneers.

X-FAKTOR: MECOLE HARDMAN (Chiefs) vs. ANTONIO BROWN (Buccaneers):

Den Bills schenkte Hardman mit einem Fumble eine frühe Führung, gab indes sogleich die richtige Antwort, als er dank seiner enormen Schnelligkeit direkt einen Touchdown erzielte. Seine großen Qualitäten spielt er vor allem in den Special Teams aus.

Skandalprofi Brown wiederum, bei den Raiders und den Patriots unrühmlich ausgeschieden, findet bei den Bucs, wo ihn vor allem Brady wollte, zwar allmählich wieder in Tritt und ist eine verlässliche Anspielstation für TB12.

Mehr denn aber auch nicht: Abgesehen vom Spiel gegen die Falcons war Brown bisher kein Game-Changer. Punkt deshalb an die Chiefs. 4:4.

ANDY REID (Chiefs) vs. TODD BOWLES (Buccaneers):

Andy Reid ist die personifizierte Definition von Offensiv-Guru: In der NFL gibt es vermutlich keinen Head Coach, der so viele unterschiedliche Taktiken aus dem Hut zaubert, die fast alle sofort funktionieren.

Kuriosem am Rande: Reid ist statistisch einer der besten Coaches ist, wenn er sich zwei Wochen auf ein Spiel vorbereiten kann (27:5 Bilanz) - wie nun eben auch.

Widersacher Bowles wiederum wurde wegen seiner Qualitäten als Defensiv-Coordinator woanders auch schon wieder als Kandidat für die Cheftrainer-Rolle gehandelt - nach seinem wenig erfolgreichen Intermezzo als Boss der Jets. Zwar ließ er im regulären Saisonduell mit den Chiefs in einem Viertel 203 Receiving Yards von Tyreek Hill zu.

Doch Bowles reagierte taktisch clever, neutralisierte Hill so in der zweiten Hälfte (nur noch 66 Yards). Insgesamt aber ist Reid in der Spielvorbereitung nahezu unschlagbar. 5:4 für die Chiefs.

BRUCE ARIANS (Buccaneers) vs. STEVE SPAGNUOLO (Chiefs):

Arians ist der drittälteste Coach der NFL und somit wie Reid ein Vertreter der alten Schule. Die Anfangsschwierigkeiten mit Brady bekam er zügig in den Griff, nutzte das Laufspiel häufiger - und hatte dann Erfolg.

Spagnuolo hieß womöglich die wichtigste Personalie der Chiefs auf dem Weg in den Super Bowl im Vorjahr. Zur Erinnerung: Zwei Jahre zuvor war die Abwehr der Chiefs noch eine Lachnummer, ehe dank des erfahrenen Defensive Coordinator ein Quantensprung gelang.

Mehr noch: Mit den Giants hatte Spagnuolo im Super Bowl 2008 auch schon die Über-Offense der bis dahin ungeschlagenen Patriots geschockt. Punkt für beide: Endstand 6:5 für die Chiefs.