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München - Tom Brady führt die Tampa Bay Buccaneers zum Sieg und gewinnt seinen siebten Super Bowl. Die Defense entzaubert Mahomes und den explosiven Chiefs-Angriff.

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Tom Brady hat es einmal mehr allen gezeigt.

Der NFL-Superstar führte die Tampa Bay Buccaneers im heimischen Raymond James Stadium gegen die Kansas City Chiefs zum 31:9-Erfolg im 55. Super Bowl. Für Brady war es im zehnten Endspiel der siebte Triumph. Kein anderer Quarterback hat mehr als fünf Teilnahmen und vier Titel auf dem Konto. (Der Super Bowl im Ticker zum Nachlesen)

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Nach seinem schockierenden und als großes Risiko betrachteten Wechsel von den New England Patriots zementierte der 43-Jährige seine Ausnahmestellung in der NFL-Historie.

"Ich bin so stolz auf die Jungs. Wir hatten einen harten November, aber B.A. (Cheftrainer Bruce Arians, Anm. der Red.) hatte immer Vertrauen in uns, wir haben uns zur richtigen Zeit gefunden. Irgendwie wussten wir, dass es heute klappen würde. Wir haben am Ende unsere beste Leistung gezeigt", sagte Brady im Anschluss.

Gegen Titelverteidiger Kansas City um Jungstar Patrick Mahomes lieferten Brady und die Verteidigung der Bucs eine Glanzvorstellung. Der erste Gastgeber, der den Super Bowl erreichte, dominierte von Beginn an und entzauberte die gefürchtete Offensiv-Maschinerie der Chiefs. Folgerichtig wurde Brady auch zum fünften Mal zum MVP des Endspiels gewählt.

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Bucs setzen Mahomes unter Druck

Von Beginn an ging der Plan der Buccaneers nahezu perfekt auf. Sie setzten Chiefs-Superstar Mahomes regelmäßig unter Druck und nahmen der explosiven Offensive des Titelverteidigers so jeden Rhythmus. Weit ins zweite Viertel hinein stand Mahomes bei unterirdischen 23 Passyards.

Das für die Bucs-Defensive strategisch bedeutsame Duo Shaq Barrett und Jason Pierre-Paul schaffte zwar keinen Sack, nahm den Chiefs aber das Timing für ihre Pässe und zwangen Mahomes zu improvisierten Läufen. So waren die starken Passfänger Tyreek Hill und Travis Kelce lange keine Faktoren. Die Ausfälle in der Offensive Line - unter anderem Eric Fisher - wirkten sich entscheidend aus.

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Chiefs mit vielen Fehlern und umstrittener Strafe

Dazu kamen Strafen für insgesamt 95 Yards - ein Super-Bowl-Negativrekord. Darunter war eine äußerst fragliche Pass Interference für Cornerback Bashaud Breeland im Duell mit Mike Evans vor der Halbzeit, die zum Touchdown von Antonio Brown zum 21:6-Halbzeitstand führte.

Tampas Defensiv-Mastermind Todd Bowles doppelte zudem Star-Receiver Hill und oft auch Tight End Kelce. Damit nahm er Mahomes seine wichtigsten Waffen. In der kompletten ersten Hälfte war der längste Spielzug der Chiefs ein Pass über 14 Yards, zudem patzte auch der junge Punter Tommy Townsend zweimal.

Am Ende kam Kelce zwar auf gute Zahlen (9 Catches für 117 Yards), aber da lagen die Chiefs schon weit im Hintertreffen, Hill blieb dagegen durchgehend blass.

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Tom Brady und Rob Gronkowski historisch

Nach der Halbzeitshow von The Weeknd ging es ähnlich weiter. Die Chiefs hatten etwas Erfolg mit Läufen von Mahomes und Rookie Clyde Edwards-Helaire, aber Richtung Endzone war Schluss. Nach Barretts erstem Sack warf Mahomes zudem eine Interception, die Tampa mit dem Field Goal zum 31:9 bestrafte.

Mahomes blieb zum ersten Mal in seiner Karriere in den ersten drei Vierteln eines Spiels ohne Touchdown, verlor in der NFL auch erstmals mit mehr als einem Touchdown Unterschied. Es war seine höchste Niederlage seit einem 10:66 im November 2016 mit Texas Tech gegen Iowa State zu College-Zeiten. Der passende Abschluss für einen gebrauchten Abend war eine Interception kurz vor Schluss.

Premiere für Bucs-Coach Bruce Arians

Ganz anders präsentierte sich der Bucs-Angriff: Der starke Leonard Fournette - vor Saisonstart von den Jacksonville Jaguars (1 Sieg in 16 Spielen) entlassen, von den Bucs aber als wichtiger Baustein des Brady-Puzzles verpflichtet - bestätigte eindrucksvoll seine Glanzform der Playoffs, davon unterstützt konnte Brady wie zu seinen Glanzzeiten die Defensive der Chiefs auseinanderpflücken.

Der 43-Jährige lieferte in seinem 10. Super Bowl eine nahezu perfekte Vorstellung ab: Zum ersten Mal gelang ihm im ersten Viertel eines Super Bowls ein Touchdown, zudem stellte er mit seinem langjährigen Mitspieler Rob Gronkowski eine weitere Bestmarke auf. Mit fünf Touchdowns im Super Bowl überflügelten sie die 49ers-Legenden Joe Montana und Jerry Rice. Auch für Paradiesvogel Gronkowski, der eigentlich schon zurückgetreten war und eine Engagement als Wrestler bei WWE angebahnt hatte, war der Titel eine unvermutete Karriere-Dreingabe.

Für Bradys Coach Bruce Arians war es nach zwei Titel als Assistent bei den Pittsburgh Steelers der erste Super Bowl als Cheftrainer - und der Lohn für die strategische Finesse, mit der er Brady im Verlauf der Saison seine Offensive auf den Leib geschneidert hatte. Die Bucs gewannen nach 2002 ihren zweiten Super Bowl, Kansas City verpasste es, den Titel als erstes Team seit Bradys Patriots 2004 zu verteidigen.

Noch schlimmer für die NFL: Brady denkt nicht ans Aufhören.