Moritz Böhringer wird in den USA nur "MoBo" genannt
Moritz Böhringer wird in den USA nur "MoBo" genannt © Imago
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München - Der Name Moritz Böhringer wird für immer in der Geschichte der NFL verankert sein. Doch eine große Karriere bleibt dem deutschen Footballer verwehrt.

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Der Fakt, der Moritz Böhringer zu einem historischen Spieler in den Geschichtsbüchern der NFL macht, wurde ihm letztlich zum Verhängnis.

Der Deutsche wurde 2016 im NFL-Draft als erster nicht-amerikanischer Footballer gepickt, ohne vorher ein US-College besucht zu haben. Die fehlende Erfahrung aus der College-Zeit war hauptverantwortlich dafür, dass es Böhringer trotz mehrerer Anläufe nicht in den Kader eines Teams der besten Football-Liga der Welt geschafft hat.

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Dies war "MoBo" - wie er von den Amerikanern von Beginn an genannt wurde, weil sie sich mit dem deutschen Ö schwer tun - vermutlich auch schon 2017 bewusst, als er von den Minnesota Vikings, die ihn ursprünglich gepickt hatten, zu den Cincinnati Bengals wechselte.

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Böhringer empfiehlt College-Erfahrung

"Alle, die es in die NFL schaffen wollen, müssen versuchen an das College zu kommen. Es sind drei Jahre Football-Erfahrung, die kann man nicht so einfach aufholen", konstatierte er damals. Zwar gehörte Böhringer bei seinen zwei Stationen in der NFL jeweils dem Practice Squad an, von der Teilnahme an einem Spiel war er jedoch weit entfernt.

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Und das obwohl der heute 27-Jährige sogar eine neue Position erlernt hat. Von den Vikings als Wide Receiver ausgewählt, sahen ihn die Bengals eher als Tight End und schulten den Schwaben um.

Doch auch in den folgenden Jahren kam er nicht über den Trainingskader hinaus, im August 2020 schließlich wurde er von Cincinnati entlassen.

Rückkehr zu den Unicorns Schwäbisch Hall

Ein halbes Jahr später hat sich "MoBo" dazu entschlossen, den Traum vom NFL-Profi aufzugeben und nach Deutschland zurückzukehren. (Alles Wichtige zur GFL)

"Ich will jetzt mein Studium in Deutschland abschließen", erklärte Böhringer. Dies soll jedoch nur eine Zwischenstation sein. Langfristig sieht er seine Zukunft in Übersee: "Mein Plan ist es, nach dem Studium in den USA zu leben."

Neben seinem Maschinenbau-Studium will der gebürtige Stuttgarter natürlich auch seiner Leidenschaft weiter nachgehen. Wie vor seiner Zeit in den USA wird Böhringer, der erst im Alter von 18 Jahren mit dem Football begonnen hat, für die Schwäbisch Hall Unicorns in der German Football League auflaufen.

Neuman erwartet viel von "MoBo"

"Die Unicorns haben einen großen Anteil daran, dass ich in die NFL gedraftet wurde. Ich will meine Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe, zurückgeben und natürlich einen German Bowl gewinnen", formuliert Böhringer selbstbewusst seine sportlichen Ziele.

Vom schwäbischen Spitzenteam der GFL wird er mit offenen Armen empfangen. "Moritz bringt sehr viel NFL-Erfahrung mit und er kann unheimlich stolz darauf sein, dass er über eine so lange Zeit jeden Tag mit den besten Football-Spielern der Welt trainieren und sich mit ihnen messen durfte. Ohne Zweifel wird er auf dem Feld Wirkung zeigen", erklärte Unicorns-Coach Jordan Neuman.

Den Eintrag in die Geschichtsbücher der NFL kann Böhringer niemand mehr nehmen, nun will er sich auch in denen des europäischen Footballs verewigen. (Ergebnisse und Spielplan der NFL)

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