Packers-Quarterback Aaron Rodgers fühlt sich im Schneegestöber pudelwohl
Packers-Quarterback Aaron Rodgers fühlt sich im Schneegestöber pudelwohl © Imago
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München - Die Green Bay Packers sind beim Blick auf die Wetterprognose zuversichtlich für das Playoff-Spiel gegen die Rams. Der Grund ist die kuriose Vorliebe von Rodgers.

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Schneeschnauer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Bei der Wettervorhersage für das Spiel der Green Bay Packers gegen die Los Angeles Rams in der Divisional Round am Samstag geht allen "Cheeseheads" das Herz auf. Ihr Lambeau Field wird dem Spitznamen "Frozen Tundra" einmal mehr gerecht. (Alle Playoffs-Spiele gibt es hier in den LIVESCORES)

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Während gegnerische Teams oft Mühe haben, sich darauf einzustellen, liebt Packers-Quraterback Aaron Rodgers diese Verhältnisse. Der 37-Jährige erklärte in der TV-Show des ehemaligen Colts-Punters und heutigen NFL-Experten Pat McAfee zuletzt Schnee zu seiner bevorzugten Niederschlagsart.

"Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine Rolle - und wie sich der Ball dabei anfühlt, wie der Ball aus der Hand geht. Es gibt einfach wirklich viele Faktoren, die du in kurzer Zeit bedenken musst", schwärmte Rodgers, der im deutlich wärmeren Kalifornien aufgewachsen ist.

Rodgers mit Mega-Bilanz bei Eiseskälte

Rodgers beachtet diese Faktoren meist besser als seine Gegner. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt hat der Super Bowl Champion XLV und Super-Bowl-MVP (XLV) gar 28 seiner 34 Partien gewonnen.

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Auch seine persönliche Statistik kann sich mit 76 geworfenen Touchdowns bei nur 13 Interceptions sehen lassen. Das macht 2,2 Touchdowns bei 0,4 Interceptions pro Partie. Sein Durchschnitt von knapp 263 Passing Yards ist ebenfalls beachtenswert.

Doch was die Packers-Fans vor allem so freudig auf die frostige Wettervorhersage für Samstag schauen lässt - ihr Team hat bei den 28 Siegen im Schnitt 15,5 Punkte mehr als ihre jeweiligen Gegner erzielt und dabei durchschnittlich knapp 30 Punkte erreicht.

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Überraschende Niederlage gegen Giants

Unschlagbar ist Rodgers auch in frostigen Bedingungen allerdings nicht. Von den sechs Niederlagen unter diesen Bedingungen gab es drei im Januar und zwei davon waren in den Playoffs. (Spielplan der NFL)

Eine gab es sogar unter ähnlichen Voraussetzungen wie in dieser Saison. Rodgers befand sich vor neun Jahren ebenfalls in Topform. Die Packers waren zudem so überlegen, dass sie sich bereits vor dem letzten Spiel der Regular Season einen Heimspielvorteil für die gesamten Playoffs gesichert hatten und Schlüsselspieler schonten.

Womöglich ein folgenschwerer Fehler, denn die Packers unterlagen den New York Giants in der Divisional Round bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt im Lambeau Field mit 20:37.

Goff mag die Kälte nicht

Dass ausgerechnet den verletzungsgeplagten Rams im Schnee ein ähnlicher Coup gelingt, ist unwahrscheinlich, wenngleich Los Angeles' Defense den Packers Schwierigkeiten bereiten könnte.

Immerhin: Der zuletzt am Daumen operierte Starting-Quarterback Jared Goff hat sich fit gemeldet. Seine bisherigen zwei NFL-Spiele bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bei Spielbeginn verliefen aber laut CBS miserabel: Zwei Niederlagen, kein Pass-Touchdown und fünf Interceptions.

Interceptions ein Fremdwort für Rodgers

Zudem ist Rodgers zumindest statistisch besser denn je. Mit 48 Touchdown-Pässen hat er einen persönlichen Karriere-Bestwert erzielt und mit seiner Touchdown/Interception-Ratio von 48/5 sogar einen NFL-Rekord aufgestellt. Kein Wunder, dass er noch vor Chiefs-Superstar Patrick Mahomes Topfavorit auf die MVP-Wahl ist.

Wobei seine unglaubliche Interception-Ratio im Vergleich zu der Anzahl seiner Pässe sowieso eine Faszination für sich ist. Bei 6.587 Pässen in seiner Karriere sind Rodgers gerade einmal 89 Interceptions unterlaufen - eine geradezu absurd niedrige Zahl.

Seinen 89 Interceptions stehen 412 Touchdowns gegenüber. Sieben Spieler haben in der NFL-Historie mehr Touchdowns geschafft - aber keiner kann auch nur annähernd mit der TD/IC-Ratio von Rodgers mithalten. NFL-Ikone Tom Brady hat mit 191 Interceptions (bei 581 Touchdowns) sogar als einziger dieser Spieler neben Rodgers weniger als 200.

Rodgers hat bei ESPN jüngst erneut bestätigt, dass er 500 Touchdowns vor seiner 100. Interception erreichen will.

Am Samstag gegen die Rams kann er den nächsten Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel gehen - seine Lieblings-Bedingungen wird er den Wetterprognosen zufolge als kleine Unterstützung dabei vorfinden.