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Das Warten hat ein Ende. NFL-Superstar Patrick Mahomes von Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs bekommt grünes Licht für einen Einsatz im Playoffs-Halbfinale.

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Er hat den Wettlauf mit der Zeit tatsächlich gewonnen:

Patrick Mahomes ist  aus dem sogenannten "Concussion protocol" der NFL entlassen worden und demzufolge einsatzbereit für den anstehenden Clash gegen die Bufallo Bills, wenn es in den Playoffs in der Nacht zum Montag (00.40 Uhr/DAZN) um den Einzug in den Super Bowl geht.

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Vor dem Duell um die AFC-Meisterschaft erklärte der Superstar der Kansas City Chiefs und Super-Bowl-MVP während einer Pressekonferenz am Freitag: "Ich bin gerade aus dem Protokoll entlassen worden. Nach Rücksprache mit den Ärzten und allen durchlaufenen Tests glauben wir, dass ich keine bleibenden Auswirkungen haben werde und der Lage bin  zu spielen.

Der Quarterback und zudem größte Star, den die NFL zu bieten hat, hatte seinem Team, den Fans und den Liga-Bosse in den vergangenen Tagen gleichermaßen große Sorgen damit bereitet, womöglich auszufallen. (Alles zur NFL)

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Patrick Mahomes: Grünes Licht für Chiefs-Einsatz 

Doch nun gab es Entwarnung und grünes Licht.

"Pat hat da draußen gut ausgesehen. Er hat einen guten Job gemacht", hatte Cheftrainer Andy Reid bereits nach der Einheit am Donnerstag gesagt: "Er bewegt sich gut, er fühlt sich gut. Aber es ist wichtig, dass wir dem Protokoll folgen. Und das tun wir."

Dabei war Mahomes, der im Training ein paar Bälle war, kurze, lockere Läufe machte und dem Körperkontakt mit den Teamkollegen zunächst noch vermied, gar nicht unbedingt wirklich verletzt.

Aber ein komplexes Verfahren zum Schutz der Spieler hätte seinen Einsatz dennoch fast verhindert.

Mahomes: Verletzung gegen Browns 

Gegen die Cleveland Browns war der Spielmacher am vergangenen Sonntag mit seinem Gegenspieler Mack Wilson mit dem Kopf zusammengeprallt, torkelte danach übers Feld und wurde beim 22:17-Zittersieg nach dieser Szene Mitte des 3.  Viertels von den Offiziellen aus dem Spiel genommen. 

Mahomes landete - wie es in der NFL mittlerweile bei Kopfverletzungen vorgeschrieben ist - im "Concussion-Protocol". Das passiert vorsorglich schon, wenn auch nur der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung besteht.

Konkret: Ob der 25-Jährige die Verletzung dabei überhaupt erlitten hatte, spielt keine Rolle. (SERVICE: Alle Spiele und Ergebnisse)

Das "Concussion protocol" war vor zehn Jahren von der US-Profiliga mit unabhängigen Ärzten und Wissenschaftlern zum Schutz der Spieler entwickelt worden. Ein Prozess, den nun auch Mahomes durchlaufen musste. Durch Tests und Limitierungen sollte er schrittweise auf die Rückkehr vorbereitet werden.

Mahomes: Verletzung gegen Browns 

Die gute Nachricht dazu erhielten die Fans der Chiefs dann am Freitag: Mahomes überstand die fünfte und letzte Stufe zur Wiedereingliederung. Ein unabhängiger Neurologe gab sein Okay.

"Wir müssen das Gehirn schützen und dafür sorgen, dass es sich vollständig erholt hat, bevor wir den Sportler wieder in den Wettkampf schicken können", sagte Dr. Allen Sills, Chefmediziner der NFL: "Das Protokoll ist dafür da, sicherzustellen, dass die Symptome nicht wiederkehren."

Und bei Mahomes gab es klare Symptome. Nach dem Crash mit Wilson wurde er im berühmten blauen Zelt am Spielfeldrand untersucht, ging dann in die Kabine und kam nicht zurück. (SERVICE: Alle NFL-Divisions im Überblick)

Statt Mahomes brachte Ersatzmann Chad Henne den Chiefs-Sieg nach Hause. "Alles gut, Bruder", hatte Mahomes bei Twitter geschrieben, nachdem Wilson mit ihm in den Sozialen Netzwerken Kontakt aufgenommen hatte ("Ich bete, dass du nächste Woche spielen kannst").

Und natürlich war er optimistisch. 

Sogar Mahomes' Mutter schaltet sich ein

"Das Böse siegt nie!!!", twitterte dagegen Mahomes' Mutter Randi weniger versöhnlich, ihr Eintrag war an die Nummer 51 adressiert: Wilson.

Und der antwortete: "Ich will einfach nur gewinnen und so großartig sein wie Ihr Sohn."

Das lange Warten hat nun ein Ende. Mahomes hat keine Symptome mehr, sich an alle Regeln gehalten, die auch vor Folgeschäden schützen sollen.

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Denn: Eine Vielzahl früherer Footballprofis ist von der irreparablen Gehirnerkrankung CTE (Chronische Traumatische Enzephalopathie) betroffen, der Zusammenhang mit Gehirnerschütterungen wurde längst nachgewiesen.

Problem Gehirnerschütterung: Neben Football auch Rugby betroffen

Und das Problem kennt nicht nur der Football. Rugby-Spieler aus England und Wales haben zuletzt eine Sammelklage wegen Spätfolgen eingereicht.

Sie werfen dem Weltverband vor, sie nicht "vor den von Gehirnerschütterungen ausgehenden Risiken" geschützt zu haben.  

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)