Reggie White gewann 1997 mit den Green Bay Packers den Super Bowl
Reggie White gewann 1997 mit den Green Bay Packers den Super Bowl © Imago
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München - Mit Kevin Greenes Tod verlor die NFL in diesem Jahr bereits den zweiten legendären Quarterback-Jäger. Der Größte von allen starb schon 2004 viel zu früh.

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Chris Doleman, die Nummer 5: Gestorben im Januar aufgrund eines Hirntumors, mit 58 Jahren.

Kevin Greene, die Nummer 3: Gestorben am Montag, ebenfalls mit 58.

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Der Anblick des ewigen Rankings der "All Time Sack Leaders", der größten Quarterback-Jäger in der Geschichte der NFL, ist in diesem Jahr ein trauriger geworden.

Drei der fünf Spieler, die die Spielmacher der Liga am häufigsten bei Passversuchen von den Beinen holten, sind nach Greenes Tod nicht mehr am Leben. Sein Schicksal und das von Doleman haben bei vielen Fans auch das einer noch erfolgreicheren Abwehrlegende in Erinnerung gerufen: das von Reggie White, verstorben am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004, kurz nach seinem 43. Geburtstag

Reggie White hält auch Rekord für Sacks im Super Bowl

White war mit 198 Sacks die Nummer 2 in der Rangliste vor Greene (160), Julius Peppers (159,5) und Doleman (150,5).

Der "Verteidigungsminister", wie er ehrfürchtig genannt wurde, hatte sich aber auch noch durch viele andere Errungenschaften verewigt: Zweimal war der Defensive End NFL-Abwehrspieler des Jahres, kam je 13 Mal zu Pro-Bowl- und All-Pro-Ehren, wurde berufen ins "All-Decade Team" der besten Spieler der achtziger und neunziger Jahre, in die College und die Pro Football Hall of Fame.

1997 krönte White seine Fabelkarriere, als er mit den Green Bay Packers um Quarterback Brett Favre den Super Bowl XXXI gewann - mit drei Sacks gegen Favres Widersacher Drew Bledsoe von den New England Patriots stellte er auch einen Finalrekord auf.

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White trat im Jahr 2000 nach 15 NFL-Jahren bei den Philadelphia Eagles, den Packers und den Carolina Panthers als größter Spielmacher-Albtraum der Liga ab. Und auch wenn Bruce Smith (200) ihn mittlerweile übertrumpft hat, kann man ihn immer noch als den Größten aller Zeiten sehen: Rechnet man die 23,5 Sacks für die Memphis Showboats in der einstigen Konkurrenzliga USFL dazu, in der White anfangs spielte, ist er als Profi-Footballer unübertroffen.

White teilte Wrestling-Faible mit Kevin Greene

Der für seine 136 Kilo herausragend athletische White teilte mit Greene auch ein Faible fürs Wrestling: 1995 stand er in der Ecke seines legendären Kollegen Lawrence Taylor, als der für WWE im Hauptkampf von WrestleMania ein Gastspiel gegen den ebenfalls früh verstorbenen Bam Bam Bigelow gab. 1997 bestritt White wie Greene selbst ein Match für den Konkurrenten WCW, gegen den ganz zum Showkampf gewechselten Steve "Mongo" McMichael.

Whites Spitzname "Minister of Defense" hatte eine Doppelbedeutung, das "minister" steht im Englischen auch für "Pfarrer": White war strenggläubiger Christ und als Baptistenpfarrer ordiniert, für viele soziale Zwecke engagiert - und begründete auch diverse Karriereentscheidungen mit seinem Glauben, damit Gottes Willen zu entsprechen.

Durch manche seiner Ansichten löste White aber auch Kontroversen aus: Ein Auftritt in Zeitungsanzeigen, die Homosexualität als nicht gottgewollt und "heilbar" einordneten, kostete ihn einen Expertenjob beim Sender CBS.

Todesursache: Herzprobleme nach Vorerkrankungen

Das Leben des vielleicht größten NFL-Verteidigers der Geschichte endete am 26. Dezember 2004, White wurde mit Herzrhythmusstörungen in ein Krankenhaus in North Carolina eingeliefert und wurde dort für tot erklärt.

Reggie Whites Witwe Sara mit der Hall-of-Fame-Büste ihres Mannes
Reggie Whites Witwe Sara mit der Hall-of-Fame-Büste ihres Mannes © Imago

Er hatte mehrere Vorerkrankungen, die zu seinem Tod beigetragen haben dürften: White litt unter Sarkoidose, einer Gewebeschädigung, und dem Schlafapnoe-Syndrom, das durch nächtliche Atem- und Sauerstoffversorgungsprobleme gekennzeichnet ist. Zu seinem Vermächtnis zählt eine Stiftung, die ärmeren Betroffenen der Krankheit den Zugang zu der nötigen medizinischen Behandlung ermöglichen soll.

Wegen seines frühen Tods erlebte White auch seine Hall-of-Fame-Aufnahme 2006 nicht mehr, seine Witwe Sarah und Sohn Jeremy nahmen die Ehrung für ihn an.