Markus Kuhn lobt in seiner Kolumne auch Altmeister Tom Brady bei seinem neuen Team in Florida
Markus Kuhn lobt in seiner Kolumne auch Altmeister Tom Brady bei seinem neuen Team in Florida © SPORT1-Grafik: Getty Images/SPORT1
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Der frühere deutsche NFL-Star Markus Kuhn erklärt bei SPORT1, warum die NFL anders mit Corona umgeht als die NBA. Vor Tom Brady zieht er den Hut.

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Hallo NFL-Fans,

natürlich hat Corona auch die NFL genauso fest im Griff wie den Rest der Welt. Und natürlich wird es bei jeder Verschiebung von Partien immer schwieriger, Spielzeiten und Ausweichtermine zu finden. (NFL: Spielplan und Ergebnisse)

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Noch gibt es zum Glück keinen Grund für eine Verlängerung der Saison - der Aufwand für die Einhaltung von Hygiene- und Sicherheitsregeln ist allerdings auch enorm. Zumal man ja für nichts wirklich garantieren kann, wenn man nicht in einer Bubble ist, wie es zum Beispiel in der NBA bis zu den dortigen Finals der Fall war.

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Problem für eine solche Bubble-Lösung in der NFL ist: Wir haben noch mehr Teams, Spieler, Coaches und Personen im Background. Das sind jeweils über 100 Leute pro Team - da ist das Thema Bubble einfach unmöglich. Aber wir machen da das Beste draus, finde ich, trotz einiger Infektionsfälle.

Cam Newton top - Tom Brady mit alter Klasse

Wen es während der Pandemie auch erwischt hatte, war ja Cam Newton, der nun aber zum Glück wieder voll durchstarten kann in New England. Über ihn höre ich aus dem Lager der Patriots übrigens nur Gutes, er arbeitet ungemein fleißig und macht sich damit auch in-house viele Freunde. 

Als Star-Quarterback hat er die Erwartungen mancher Experten dabei sogar noch getoppt.

Stichwort Patriots: Nach dem dortigen Abgang von Tom Brady zu den Tampa Bay Buccaneers, muss ich sagen: Riesenkompliment an Brady! Er macht noch immer einen super Job, das hat er nicht nur zuletzt im Quarterback-Gigantenduell mit Aaron Rodgers beim Sieg gegen die Green Bay Packers gezeigt.

Kein Wunder also, dass die Bucs so gut wie lange nicht mehr dastehen. Ich traue Brady noch immer alles zu - er hat immer noch das alte Niveau, kann Großes schaffen. Vielleicht kommt ihm im Alter in Florida auch das etwas wärmere Wetter entgegen im Vergleich zum kalten Nordosten zuvor. Seine Top-Performance jetzt gegen die Packers spricht jedenfalls für sich.

Aber es ist noch ein bisschen zu früh, darüber zu sprechen, ob die Bucs am Ende womöglich ein Kandidat für den Super Bowl im eigenen Stadion sein können - was ja noch nie einem Team gelungen ist. 

Cousins muss bei Vikings liefern

Ohnehin ist zu dieser Saisonphase viel im Fluss: Die Kansas City Chiefs um Patrick Mahomes begeistern mich mit ihrem Play und der starken Defense, auch die Buffalo Bills spielen extrem gut - das hatte sich für mich schon angekündigt. Vielleicht können sie in der AFC East allmählich auch den Patriots zusetzen...

Was die Minnesota Vikings um Kirk Cousins angeht: Die Franchise steht leider momentan wirklich nicht gut da als Letzter ihrer Division, auch wenn die nicht leicht ist mit den Bears und Packers. (NFL: Die Tabelle)

Cousins kenne ich persönlich, er ist ein netter Kerl. Aber als dermaßen hochbezahlter Quarterback musst du eben liefern, sonst stellen sich auch die Fans am Ende gegen dich. Er muss natürlich besser spielen, aber es liegt bei den Vikings ja nicht ein einer Person allein.

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Bell zu Mahomes Chiefs - ein Coup

Zum Schluss noch ein Blick auf eine weitere ganz besondere Personalie: Le'Veon Bell ist nach seinem Abgang bei den New York Jets nicht bei irgendeinem Team untergekommen, sondern bei den Kansas City Chiefs, dem aktuellen Super-Bowl-Champion.

Einen so guten Spieler zu bekommen für vergleichsweise kleines Geld, das ist ein Coup. Und eine Offense, die so viele Waffen hat, jetzt noch mit einem Kaliber eines Le'Veon Bell zu verstärken, das hat schon etwas. Wobei auch Bell sich da nun etwas wird fügen müssen mit Blick auf seine Negativschlagzeilen der vergangenen Jahre. 

Aber ein Team wie die Chiefs, das in seinem Grundgerüst so gefestigt ist, das ist für so einen Spieler wie Bell vielleicht perfekt. Für die Gegner wird das dann eher zu einem Albtraum.

Bis bald
Euer Markus Kuhn

Markus Kuhn (34) ist ein ehemaliger Footballspieler und wurde 2012 in der siebten Runde von den New York Giants ausgewählt. Für die Franchise war der Defensive Tackle von 2012 bis 2015 in der NFL aktiv und absolvierte in dieser Zeit 39 Spiele. In der Saison 2014 erzielte er als erster Deutscher überhaupt einen Touchdown in der NFL.