Nach dem Boykott der Milwaukee Bucks sagte die NBA die Spiele für Mittwoch ab, andere US-Ligen zogen nach
Nach dem Boykott der Milwaukee Bucks sagte die NBA die Spiele für Mittwoch ab, andere US-Ligen zogen nach © Getty Images
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Im kollektiven Stopp der US-Ligen aus politischem Gründen sieht Sporthistoriker Stephan Wassong ein Novum. Bisherige Streiks seien aus wirtschaftlichen Gründen passiert.

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Der Sporthistoriker Stephan Wassong sieht im kollektiven Stopp mehrerer US-Ligen aus Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt einen bislang einzigartigen Vorgang.

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"Eine solche starke Positionierung auf politischer Ebene und über mehrere Ligen hinweg gab es noch nicht", sagte Stephan Wassong, Leiter des Instituts für Sportgeschichte an der Deutschen Sporthochschule Köln und Direktor des Zentrums für Olympische Studien, dem SID. Bisherige Streiks hätten laut des Experten zumeist wirtschaftliche Gründe gehabt.

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Wassong erkennt im aktuellen Prostestverhalten, dass die selbstbewusst auftretenden Sportler ein "ganz neues Selbstverständnis entwickelt haben. Und dass die Sportler auch ihre Medienwirksamkeit verantwortungsvoll nutzen und darstellen." Sie seien sich ihrer Vorbildfunktion bewusst und der Sport besitze "die Kraft, meinungsbildend zu wirken."

Parallelen der aktuellen Aktionen zu dem Boykott afrikanischer Staaten 1976 bei den Olympischen Spielen in Montreal oder zum Protest der Sprinter Tommie Smith und John Carlos 1968 in Mexiko zu ziehen, ist laut Wassong schwierig. Man müsse zur Einordnung auch die Konsequenzen für die Athleten miteinbeziehen. "Sie hatten in den USA bis zum Ende der Siebziger Jahre Schwierigkeiten, sich gesellschaftlich wieder zu integrieren und akzeptiert zu werden", sagte der Experte. Und auch ihre Sportkarrieren waren sehr schwierig.