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München - Die NFL-Teams wollen im Juli den Trainingsbetrieb für die kommende Saison starten. Aufgrund der Coronakrise arbeitet die Liga an neuen Regeln und Richtlinien.

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Auf der ganzen Welt stand das Sport-Geschehen aufgrund der Coronakrise über Monate hinweg still. Viele Ligen wurden abgebrochen oder befinden sich nach wie vor in einer Pause.

Die beste Football-Liga der Welt wurde von all dem kaum tangiert. Weil mit dem Super Bowl Anfang Februar die Saison zu Ende ist, gab es direkte Auswirkungen lediglich am Rande der Offseason, zum Beispiel die Durchführung des Drafts.

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Doch auch die NFL muss sich intensiv mit Covid-19 und den Folgen beschäftigen. Während Minicamps und Rookie-Einheiten abgesagt wurden und die Spieler allein trainieren und Video-Konferenzen mit den Coaches abhalten, soll es im Juli erstmals wieder mit dem Trainingsbetrieb bei den einzelnen Teams losgehen.

Maskenpflicht für NFL-Spieler

Am Sonntag verschickte die Liga deshalb ein Memo mit neuen Richtlinien und Verhaltensweisen. Laut The Athletic können Spieler und wichtige Mitarbeiter damit rechnen, 48 Stunden bevor jedes Team Bericht erstatten muss, auf das Virus getestet zu werden. Zudem werden alle Sportler und Betreuer auf die Bildung von Antikörpern untersucht.

Für die Spieler gilt zudem auf dem Trainingsgelände eine Maskenpflicht, außerdem wird jeden Tag bei Ankunft Fieber gemessen.

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Doch das sind nicht die einzigen Änderungen, die die NFL durchsetzen will. So werden Spieler und Mitarbeiter darin bestärkt, sich in "virtueller Isolation" zu üben, bevor sie erstmals wieder bei ihrem Arbeitgeber erscheinen.

In der Regel müssen sich erfahrene Spieler 14 Tage vor dem ersten Preseason-Spiel bei ihrem Team einfinden, in diesem Jahr wäre das zwischen dem 30. Juli und dem 1. August. Nun verhandeln NFL und Gewerkschaft über eine frühere Rückkehr, um angesichts der fehlenden Trainingseinheiten eine längere Eingewöhnungszeit zu ermöglichen.

Einteilung in Kategorien

Doch damit nicht genug. Laut Memo werden alle Personen, die auf dem Trainingsgelände und im Stadion arbeiten, in Kategorien eingeteilt. Gruppe eins (Spieler, Trainer und deren Assistenten) erhalten überall Zugang, Gruppe zwei (GM, Video-Abteilung und Front Office) bekommen nur noch eingeschränkt Zugang und Gruppe drei (normale Mitarbeiter, Stadion- und Veranstaltungspersonal) werden gänzlich von den Spielern ferngehalten. Ein Zutritt zur Umkleide, Trainingsräumen, Speiseräumen etc. ist nicht gestattet.

Auch für den Fall eines positiven Corona-Tests gibt es einen Plan. So wird die entsprechende Person isoliert und bei auftretenden Symptomen in ein Krankenhaus überwiesen. Auch alle Kontaktpersonen werden ausfindig gemacht und informiert.

In den Umkleiden wird es ebenfalls Änderungen geben. So soll zwischen den einzelnen Spinden der Spieler ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Bei bis zu 90 Spielern in der Kabine - während der Vorbereitung - eine beträchtliche Herausforderung, die nur durch provisorische Bauten erreicht werden kann.

Teamsitzungen weiterhin untersagt

Auch bei den täglichen Mahlzeiten wird es Veränderungen geben. So sind Buffets verboten und werden durch vorher verpackte Mahlzeiten ersetzt, zudem werden die Essenszeiten gestaffelt.

Und auch die Trainingsroutine wird durch Covid-19 beeinflusst. So sind nur noch maximal 15 Personen im Kraftraum erlaubt und auch Teamsitzungen mit mehr als 20 Personen sind untersagt. Online-Meetings werden also auch weiterhin bestehen.

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Das klassische Playbook wird es ebenfalls erstmal nicht geben, so wird den Spielern alles digital übermittelt.

NFL und Gewerkschaft wohl uneinig

Für manche Mitarbeiter wird es in den kommenden Monaten sogar einige Überstunden zu absolvieren geben. Die Richtlinien der NFL sehen vor, dass Helme, Schulterpolster und Mundschutz nach jedem Einsatz gereinigt und desinfiziert werden müssen. Und sogar der Kunstrasen muss, bei den Teams, die ihn verwenden, desinfiziert und gereinigt werden.

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Bevor Spieler und Mitarbeiter aber überhaupt an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können, müssen sie eine Ausbildung in Sachen Corona durchlaufen. So soll über Symptome, Prävention und die Erläuterung von Hochrisikogruppen informiert werden.

Doch obwohl die einzelnen Maßnahmen bereits detailliert aufgeführt sind, endgültig scheint der Rückkehrplan der Liga noch nicht zu sein. Während die NFL angab, alles zusammen mit der Gewerkschaft NFLPA, die dem Konzept zustimmen muss, ausgearbeitet zu haben, bestritt diese, dass es überhaupt eine formelle Vereinbarung gibt.

Ärger ist also programmiert, denn schlimmstenfalls könnten die Spieler den Plan und damit den pünklichen Saisonstart kippen.