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München - Mit Chase Young steht ein Supertalent beim NFL-Draft in den Startlöchern. Der Defensive End begeistert mit starken Zahlen und bereitet den Gegnern Kopfzerbrechen.

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Es war eine einfache Antwort, die deutlich machte, wie selbstbewusst Chase Young in diesen Tagen ist.

Bei Instagram wurde der College-Spieler von ESPN-Analystin Maria Taylor gefragt, ob er sich für den besten Spieler im diesjährigen NFL-Draft halte.

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Die Reaktion des 21-Jährigen fiel deutlich aus: "Ja, definitiv. Ich weiß es. Ich weiß, dass ich der Beste bin."

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Young mit starken Zahlen

Dass der Defensive End so von sich überzeugt ist, kommt nicht von ungefähr. In der vergangenen Saison gelangen ihm als Junior an der Ohio State University 16,5 Sacks. 46 Tackles sowie sieben Forced Fumbles unterstreichen die außerordentlichen Qualitäten des Quarterback-Jägers.

Young gilt nicht nur unter Football-Experten als absolutes Supertalent - als Mischung aus Texans-Legende J.J. Watt und Broncos-Star Von Miller. Der Pass Rusher wird auch immer wieder mit den Bosa-Brüdern verglichen. Dass diese ihre College-Laufbahn ebenfalls in Ohio absolvierten, passt dabei ins Bild.

Bereits 2018, als Nick Bosa gegen Ende der College-Saison verletzt ausfiel, profitierte Young mit vermehrten Einsätzen.

Verzicht auf Combine

Nun hat sich der 21-Jährige, genau wie Bosa im letzten Jahr, gegen ein mögliches Senior Year am College und für die Anmeldung zum NFL-Draft entschieden.

Den üblichen Weg einer Teilnahme am Combine nahm der Defensiv-Spezialist dabei nicht. Young wohnte der Veranstaltung zwar bei, absolvierte aber kein einziges Workout. Er wolle seine Zeit nicht damit verschwenden, ein "Combine-Athlet" zu sein, so seine Begründung.

Chase Young (m.) nahm beim Combine an keinem Workout teil
Chase Young (m.) nahm beim Combine an keinem Workout teil © Getty Images

Dass die Football-Welt dennoch bereits jetzt gehörigen Respekt vor ihm hat, beweist eine Vielzahl an Aussagen gegnerischer Trainer und aktiver NFL-Profis.

Gegner von Defensive End beeindruckt

"Meine Güte, bei allem, was wir versuchen, scheint er uns zu besiegen. Es ist wie in einem Actionfilm. Man hat einen Plan, sich um dieses Ding zu kümmern, das man nicht zerstören kann, man denkt, man hat ihn, und dann, bumm, kommt er direkt durch die Flammen", zeigte sich Tom Allen, Headcoach der Indiana Hoosiers, tief beeindruckt.

Auch Terry McLaurin schätzt die Leistungen des 21-Jährigen enorm stark ein. Am College spielte der Wide Receiver der Washington Redskins sowohl mit Young als auch mit Joey und Nick Bosa zusammen.

"Ich habe alle drei spielen sehen und im College hatte ich immer das Gefühl, dass Chase der Produktivste von ihnen ist. Dabei will ich nichts gegen Nick oder Joey sagen, das soll nur zeigen, wie gut Chase sein kann." 

Redskins könnten Young picken

Ob Young, der zu Schulzeiten Klavier, Saxophon und Geige spielte, seine Stärke ab der kommenden Saison auch bei den Redskins einsetzen wird, zeigt sich am 23. April. Dann steigt die erste Runde des diesjährigen NFL-Draft.

Dass es den Pass Rusher am Ende wirklich nach Washington verschlägt, erscheint höchst wahrscheinlich. Nicht nur, weil er in Maryland aufgewachsen und als Kind die Spiele der Redskins verfolgt hat, nein.

Die Cincinnati Bengals, denen beim Draft der Nummer-1-Pick obliegt, sind dringend auf der Suche nach einem Quarterback. Dass Spielmacher Joe Burrow deshalb an Eins weggeht, erscheint sicher.

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Mit dem zweiten Pick sind dann bereits die Skins um Neu-Trainer Ron Rivera am Zug. Mit Young, der zuletzt für die Heisman Trophy nominiert war, könnte das Team eine der besten Defensivreihen der Liga stellen.

NFL-Draft nur virtuell

"Ich mache mir keine großen Sorgen darüber, wer mich auswählt. Ich habe das Gefühl, dass alles in Gottes Händen liegt, und wohin ich auch gehen soll, gehe ich hin", verspürt Young keine Nervosität.

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Auch dass der Draft Corona-bedingt erstmals nur virtuell stattfindet, und den Spielern die besonderen Momente auf der Bühne vorenthalten bleiben, stört ihn nicht. Vielmehr will Young, der privat gut mit Magic-Point-Guard Markelle Fultz aus der NBA befreundet ist, die Chance nutzen und sich per Video-Schalte in einem schicken Anzug präsentieren.

Doch welche Franchise auch immer ihn am Ende verpflichtet, die gegnerischen Offensive Lines werden sich in Acht nehmen müssen: "Ich habe das Gefühl, dass ich alles kann. Ich werde alles tun, was ein Team von mir verlangt."