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München - Die NFL-Welt wartet auf die Entscheidung von Tom Brady. Der soll zwei Bedingungen stellen. Die Patriots wären dann wohl raus, eine Franchise soll bereit sein.

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Wo wirft Tom Brady in der Saison 2020 seine Pässe?

Rein aufs Sportliche bezogen bewegt NFL-Fans aktuell nichts mehr als die Frage, ob Tom Brady und die New England Patriots tatsächlich getrennte Wege gehen.

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Wird das Erfolgsduo Brady-Belichick, das trotz Kontroversen jahrelang vom Erfolg zusammengeschweißt wurde, gesprengt? Wenn man nach jüngsten Ereignissen geht, verdichten sich die Anzeichen dafür.

Patriots-Owner Robert Kraft verkündete, sich nicht in die Entscheidung von Bill Belichick einmischen zu wollen und der Erfolgscoach unterbreitete Brady lediglich einen Einjahresvertrag mit geringeren Bezügen - beides keine Anzeichen dafür, den Star-Quarterback mit allen Mitteln halten zu wollen.

Brady stellt offenbar zwei Bedingungen

Aber auch Tom Brady will offenbar nicht um jeden Preis im Gillette Stadium bleiben. So soll er für seine Unterschrift zwei Bedingungen stellen, die ihm bei den Patriots auf keinen Fall erfüllt werden.

Bei seinem zukünftigen Team will er "Kontrolle über die Kaderzusammenstellung und das Play Calling (Einfluss auf die Spielzüge, Anm. d. Red.)" haben, wie Dianna Russini in der ESPN-Show Get Up enthüllte.

Sollte der sechsmalige Super-Bowl-Sieger diese Zugeständnisse erhalten, hätte er damit eine Macht, wie selten zuvor ein NFL-Spieler in Händen hatte.

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Ein Verbleib in New England wäre mit diesen Forderungen aber weit außerhalb des Möglichen. Denn Belichick würde solch einen eklatanten Eingriff in seine Autorität niemals zulassen.

Brady müsste also ein anderes Team finden, das bereit wäre, diese Forderungen zu akzeptieren - zusätzlich zu seinem wahrscheinlich üppigen Gehalt.

Brady hat aus 2019 gelernt

Für Brady selbst machen die Bedingungen aber Sinn. Zu Beginn der neuen Saison wird er 43 Jahre alt sein. Sehr wahrscheinlich hat er nur noch ein oder zwei Spielzeiten, um sich den siebten Ring anzustecken.

Daher darf der Superstar keine Zeit mit einem Team vergeuden, das sich im Aufbau befindet. Er muss zu einer Franchise, die die sich im Win-Now-Modus befindet und lediglich noch an kleineren Stellschrauben drehen muss.

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An diesen Stellschrauben will er aber selbst mitdrehen können. Denn in der vergangenen Saison war Brady unzufrieden damit, dass unter anderem Skandalprofi Antonio Brown entlassen wurde.

Damit fehlte Brady eine wichtige Anspielstation, was sich gerade gegen Ende der Regular Season und beim frühen Playoff-Aus gegen die Tennessee Titans bemerkbar machte.

Auch auf dem Platz fordert er die volle Kontrolle und beansprucht daher ein Mitspracherecht beim Playcalling. Nichts soll seinen siebten Titel gefährden.

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Tampa Bay soll großes Interesse haben

Aber Wunsch und Realität sind immer zwei verschiedene Dinge. Daher muss auch Brady erstmal eine Franchise finden, die bereit ist, einem Spieler so viel Macht zuzugestehen. 

Neben den Las Vegas Raiders sollen vor allem die Tampa Bay Buccaneers großes Interesse zeigen: "Ich habe mit Tampa Bay gesprochen. Sie wollen Tom Brady um jeden Preis haben", machte Russini das Interesse aus Florida publik und ergänzte: "Sie sind bereit, ihm alles zu geben, was er braucht und will."

Tampa Bay hat aber nicht nur die Bereitschaft, sich Brady derart zu verpflichten, sondern auch die Mittel. Das Receiving-Corps um Mike Evans und Chris Godwin könnte sich angeführt von Tom Brady zu einer wahren Offensivmaschine entwickeln.

Dazu verfügt das Team mit Bruce Arians über einen Trainer, der jahrelange NFL-Erfahrung hat und als Headcoach endlich seinen ersten Super Bowl erringen will.

Buccaneers haben genug Cap Space

Last but not least - die Buccaneers haben rund 80 Millionen Dollar Cap Space zur Verfügung und damit den drittgrößten. Sie wären also in der Lage, Bradys Gehalt zu stemmen und seine personellen Wünsche zu erfüllen.

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Selbst für die New England Patriots ist ein Wechsel Bradys zu den Buccaneers die beste Option - zumindest, wenn es nach dem ehemaligen Patriots-Linebacker Ted Johnson geht.

"Ich glaube, Bill (Belichick, Anm. d. Red.) geht davon aus, dass Tom dort nichts gewinnen wird", sagte er in der NBC Sports-Sendung Early Edition: "Sie werden nicht erfolgreich sein, weil sie eine von Natur aus erfolglose Franchise sind. Nur wegen Tom wird sich ihr Schicksal nicht plötzlich zum Guten wenden."