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München - Die New England Patriots stehen nach dem überraschenden Playoff-Aus vor einem großen Umbruch, für Verstärkungen könnte allerdings das Geld fehlen. Was wird aus Tom Brady?

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Die Saison der New England Patriots liegt in Trümmern.

Exakt zwei Monate nachdem der mit acht Siegen in Folge gestartete NFL-Champion seine erste Saison-Niederlage kassiert und den ersten Flecken auf einer bis dato perfekten Saison hinnehmen musste, sind die Träume von der Titelverteidigung geplatzt.

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Das 13:20 gegen die Tennessee Titans in der Wild-Card-Round zeigte überdeutlich, dass die Siegesserie der Pats vor allem am leichten Spielplan zu Beginn lag und das Team längst nicht mehr auf dem Zenit seines Könnens agierte.

New England könnte nicht nur durch den möglichen Abgang von Quarterback Tom Brady vor einem riesigen Neuanfang stehen, die Goldene Ära des sechsmaligen Meisters ist mehr denn je in Gefahr.

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Routiniers geben bei Patriots Ton an

Schon gegen die Titans waren elf der 22 Starter mindestens 29 Jahre alt, sieben weitere Spieler über 29 standen bei mindestens 20 Snaps auf dem Feld. Die 13 Punkte gegen die Titans erzielten der 33-jährige Julian Edelman per Touchdown und der 35-jährige Nick Folk, der den verletzten, ebenfalls 35 Jahre alten Stamm-Kicker Stephen Gostkowski ersetzte. Spielmacher Brady ist mit 42 Jahren ebenfalls längst auf der Zielgeraden seiner Karriere.

Der Quarterback wird im Frühling erstmals in seiner langen Karriere zum Free Agent, anders als im vergangenen Jahr will er keinen Discount mehr geben und dürfte ein Gehalt von 25 Millionen Dollar pro Jahr fordern.

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Da die Patriots über ein Cap Space von voraussichtlich 49 Millionen Dollar verfügen, könnten sie Brady theoretisch also bezahlen, wenn dieser sich für einen Verbleib entscheiden sollte. Durch sein Mega-Gehalt wäre allerdings die Hälfte des verfügbaren Gehaltsrahmens - der ohnehin nur Platz 18 unter allen NFL-Teams beträgt - bereits verbraucht, es wäre also nicht mehr viel Geld für die anderen Free Agents der Franchise vorhanden.

Kann Stidham Brady ersetzen?

Darunter befinden sich mit Safety Devin McCourty und den beiden Linebackern Kyle van Noy und Jamie Collins drei exzellente Defensivspieler, die nicht alle gehalten werden können.

Ein Verlust - auch die Receiver Phillip Dorsett und Matthew Slater werden vertragslos - ist auch durch einen hohen Draftpick nicht zu kompensieren, erst in der dritten Runde dürfen die Patriots durch die Trades von Trent Brown (Oakland Raiders) und Trey Flowers (Detroit Lions) zuschlagen. Einer dieser beiden Drittrundenpicks könnte dem Team noch durch die NFL genommen werden, die wegen des Taping-Skandals rund um die Partie gegen die Cincinnati Bengals eine Strafe verhängen dürfte.

New England geht mit jeder Menge Fragezeichen in die lange Sommerpause. Kann der junge Backup Jarrett Stidham Brady ersetzen, falls dieser eine neue Herausforderung sucht oder seine Karriere beendet - oder müssen die Patiots auch für einen neuen Spielmacher Geld in die Hand nehmen?

Wie bekommen die Patriots das Problem auf der Tight-End-Position gelöst? Jacob Hollister wurde für einen Siebrundenpick an die Seattle Seahawks verscherbelt, dort spielte er mit 41 Receiptions und drei Touchdowns eine gute Saison.

Der Abgang von Rob Gronkowski (Karriereende) wurde dagegen nie kompensiert, Brady fehlte damit eine wichtige Passoption neben den starken Receivern James White und Edelman. Um weitere Optionen für das Passing Game zu bekommen, muss auf Tight End oder als äußerer Receiver ein Spieler her, der mit wenig Platz viel Ertrag herausholen kann.

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Abgang von McDaniels droht

Der Trade mit Mohamed Sanu ging nach hinten los, der junge Receiver N’Keal Harry hat Potential, war aber womöglich nicht die beste Wahl als Erstrundenpick. Statt dem 22-Jährigen (zwölf Receiptions, zwei Touchdowns) waren auch Offensivwaffen wir Terry McLaurin, Deebo Samuel, A.J. Brown oder Mecole Hardman verfügbar, die besser produzierten als Harry.

Topstars wie A.J. Green, Robby Anderson (beide Wide Receiver), Hunter Henry oder Austin Hooper (beide Tight End) wären als Free Agents verfügbar, kosten aber viel Geld und dürften den Cap Space der Patriots ausreizen.

Zudem droht der Abgang von Offensive Coordinator Josh McDaniels, dem ein Posten als Headcoach in der NFL winkt. Am Dienstagabend wurde außerdem bekannt, dass Joe Judge bislang Coach der Wide Receiver kurz vor einem Engagement als Head Coach der New York Giants steht.

New England Patriots vor großem Umbruch

Das Gesicht der Patriots dürfte sich - auch unabhängig von Bradys Zukunft - in der kommenden Saison deutlich verändern, womöglich muss Trainer Bill Belichick Aufbauarbeit leisten und vorerst moderatere Ziele ausrufen.

Die Goldene Ära der Patriots steht vor einer großen Zerreißprobe.