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München - SPORT1-Kolumnist Markus Kuhn schätzt vor den Conference Finals die Stärken und Schwächen der verbliebenen vier NFL-Teams ein und wagt eine Super-Bowl-Prognose.

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Hallo NFL Fans,

am Wochenende geht es in der NFL um Alles. Nur noch zwei Spiele, dann wissen wir wer im Hard Rock Stadium in Miami den Super Bowl bestreitet.

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Sich auf einen Favoriten festzulegen, ist nach den super Spielen in der Divisional Round eigentlich kaum möglich. Wobei ich in der AFC die Kansas City Chiefs dennoch im Vorteil sehe.

Wie es das Team geschafft hat, einen 24-Punkte-Rückstand gegen die Texans aufzuholen und dann insgesamt 51 Punkte zu erzielen, ist komplett verrückt. Mit so einer Leistung dürften sie sich gegen die laufstarken Titans durchsetzen.

Chiefs haben nur eine Schwäche

Und die Waffen, die die Chiefs dafür zur Verfügung haben sind beeindruckend. Quarterback Patrick Mahomes, Tight End Travis Kelce und Wide Receiver Tyreek Hill sind nur einige davon.  

Doch auch die Defense überzeugt. "Honey Badger" Tyrann Mathieu ist einer der besten Pass Rusher, überhaupt ist die Passverteidigung richtig gut. Wenn das Team von Trainer Andy Reid eine Schwäche hat, dann die Lauf-Defense.

Und mit Derrick Henry wartet auf Seiten der Titans einer der besten Running Backs der Liga. Gelingt es dem Team mit vielen Läufen die Uhr runterlaufen zu lassen und Patrick Mahomes vom Feld zu halten, dann hat Tennessee eine Chance.

Titans hoffen auf Henry und Vrabel

Das ist natürlich auch Headcoach Mike Vrabel klar. Er ist neben Henry wohl das größte Plus. Vrabel hat jahrelang unter Patriots-Coach Bill Belichick gespielt und sich von ihm viel abgeschaut. Er weiß wie man sich auf so ein Matchup vorbereitet.

Ich habe aber dennoch meine Zweifel, dass es mit einem Sieg klappt. Denn nach den anstrengenden Spielen gegen die Patriots und die Ravens kostet es enorm Kraft, sich zum dritten Mal in Folge für ein Auswärtsspiel bereit zu machen.

Und sollten die Titans höher in Rückstand geraten und gezwungen sein, schnell zu werfen, dann fehlen Quarterback Ryan Tannehill die Anspielstationen.

Spannung bei 49ers vs. Packers

An qualitativ hochwertigen Receivern mangelt es den San Francisco 49ers dagegen nicht. Sie bekommen es im Endspiel der NFC mit den Green Bay Packers zu tun. Das wird eine ganz knappe Kiste.

In der Regular Season war das Team aus Wisconsin schon einmal bei den 49ers zu Gast. Am Ende setzte es eine richtig bittere 8:37-Niederlage.

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Gerade deshalb wird die Motivation bei den Käseköpfen unheimlich groß sein.

Packers haben wenig Anspielstationen

Die bärenstarke Defensive dürfte Green Bay in jedem Fall eine große Hilfe sein. Die Packers spielen, ähnlich wie die 49ers, "alten Football". Die Defense steht sicher, die Pass Rusher überzeugen, das Laufspiel um Aaron Jones ist eine feste Größe und richtig große Würfe kommen durch Play Action zustande.

Quarterback Aaron Rodgers ist ohnehin ein alter Hase des Showgeschäfts. Ihm macht in einem Playoff-Spiel so schnell niemand etwas vor.

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Ein wenig Sorgen bereiten die fehlenden Passempfänger. Davante Adams ist zweifelsfrei herausragend, wird er aber von der gegnerischen Verteidigung abgemeldet, bleiben Rodgers nicht mehr viele Möglichkeiten.

Mit San Francisco wartet auf Rookie-Headcoach Matt LaFleur die ultimative Herausforderung. Denn Schwächen haben die 49ers im Prinzip keine.

49ers können sich nur selbst schlagen

In der Divisional Round wurden die Vikings dominiert, die Defense steht sicher und hat ihr Können immer wieder unter Beweis gestellt. Und auch Quarterback Jimmy Garoppolo, der jahrelang im Schatten von Tom Brady stand, tummelt sich inzwischen im Rampenlicht.

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Zudem haben die 49ers mit dem Heimspiel einen nicht unerheblichen Vorteil auf ihrer Seite.

Wie heißt es im englischen so schön? "It's their game to lose." San Francisco kann das Spiel also eher verlieren als denn gewinnen. Wenn sie alles abrufen was sie können, dann werden sie sich gegen Green Bay durchsetzen.

Mein Gefühl sagt mir aber trotzdem, dass wir Anfang Februar die Packers im Super Bowl sehen.

Bis bald

Euer Markus Kuhn

Markus Kuhn (33) ist ein ehemaliger Footballspieler und wurde 2012 in der siebten Runde von den New York Giants ausgewählt. Für die Franchise war der Defensive Tackle von 2012 bis 2015 in der NFL aktiv und absolvierte in dieser Zeit 39 Spiele. In der Saison 2014 erzielte er als erster Deutsche überhaupt einen Touchdown in der NFL. 2016 wechselte er zu den New England Patriots. Gemeinsam mit Sebastian Vollmer wird er den diesjährigen Super Bowl für DAZN kommentieren. Für SPORT1 kommentieren die beiden Ex-NFL-Profis in ihrer regelmäßigen Kolumne das aktuelle Geschehen in der NFL.