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München - Ex-NFL-Spieler Sebastian Vollmer tadelt die New England Patriots für ihren nächsten Skandal. Die San Francisco 49ers sieht der SPORT1-Kolumnist ganz vorne.

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Hallo NFL-Fans,

die New England Patriots mussten zuletzt zwei Pleiten einstecken. Die Offense hat einige Probleme. Tom Brady kann nicht mehr derselbe sein wie vor zehn Jahren und er hat auch nicht mehr die Waffen wie früher einmal.

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Wenn man ehrlich ist: Wer ist denn da noch bis auf Julian Edelman und Running Back James White, der immer wieder einmal Pässe fängt? Angesichts dieser Möglichkeiten kann Brady ja kaum irgendwohin werfen.

Das Spiel gegen die Kansas City Chiefs war brutal, mit zwei fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen. Man kann sagen: Diese Pleite war schon mies. Dass es die erste Niederlage nach 21 Heimsiegen in Folge war, ist bitter, aber ich muss auch den Chiefs ein Lob aussprechen. So zu gewinnen ist wirklich nicht einfach.

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Brown und Gordon nicht mehr dabei

Ob es mit Antonio Brown und Josh Gordon, die am Anfang der Saison noch dabei waren, besser laufen würde, ist schwer zu sagen. Es ist noch zu früh, um zu wissen, ob der Kader stark genug für den Super Bowl ist. Ich würde mir da keine Sorgen machen. Die Patriots sind immer noch die Nummer zwei in der AFC. Solange man die Playoffs erreicht, ist alles möglich.

Eine andere Nummer ist der mögliche Betrugsskandal. Ein Patriots-Mitarbeiter soll die Ansage der Spielzüge der Cincinnati Bengals gefilmt haben. New England bestreitet das und beteuert, nur Aufnahmen für eine Team-Dokumentation gemacht zu haben.

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Ich sage: Egal, was wirklich dahintersteckt, die Aktion von New England war einfach naiv. Es ergibt keinen Sinn, für drei Sekunden Videoaufnahme, die in eine Serie eingebaut werden, eine Untersuchung zu riskieren. Vor allem, wenn man schon einen schlechten Ruf hat, was Betrügereien angeht.

Die ganze Geschichte ist also mindestens dumm gelaufen. Ich glaube nicht, dass die Patriots zu Filmaufnahmen greifen müssen, um gegen die Bengals zu gewinnen. Was aber genau passiert ist, weiß ich nicht. Das werden die kommenden Tage zeigen.

Manning kann sein letztes Spiel nicht aussuchen

Eli Manning hatte mit den New York Giants derweil ein durchwachsenes Wochenende. Gegen die Philadelphia Eagles ging es gut los, dann ist das Team aber eingebrochen und hat in der Overtime verloren. Die Frage ist, wie gut Manning noch ist. Er begann stark mit zwei perfekten Touchdown-Pässen, nach der Pause wurde es aber immer schlechter. Seine Erfolge zeigen dennoch, wie gut er ist, mit zwei gewonnenen Super Bowls und zwei MVP-Auszeichnungen. (DATENCENTER: Die Tabellen der NFL)

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Er zeigt immer, wie stark er ist, wenn er denn will und wenn er einen guten Tag hat. Er ist einfach einer der besten Quarterbacks der Liga-Geschichte. Er war 16 Jahre bei den Giants, hat zwei von vier Super-Bowl-Titeln der Giants-Historie geholt. Dass New York so viele Spiele verliert, liegt nicht allein an ihm, sondern am gesamten Team.

Sein Nachfolger Daniel Jones wird wohl die letzten Saisonspiele bestreiten. Dass Manning dann möglicherweise seine Karriere mit einer Overtime-Niederlage als letzter Partie beendet, spielt keine Rolle. Wir als Teamsportler können uns nicht aussuchen, wann es vorbei ist. Es würde sich merkwürdig anfühlen, wenn er für eine andere Franchise spielen würde.

Saints vs. 49ers war ein Spektakel

Zum Schluss noch ein wenig Spektakel: Die Partie zwischen den New Orleans Saints und den San Francisco 49ers war eine der attraktivsten der letzten Jahre – zumindest für den objektiven Fan. Viele Punkte zwischen zwei Schwergewichten mit Spannung bis zum Schluss. Innerhalb des Entertainment-Faktors war das ganz groß, besser geht es nicht.

Die 49ers sind zu Recht die Nummer eins in der NFC. Sie sind dort das beste Team. Der Sieg bei den Saints war auf jeden Fall ein Statement Richtung Super Bowl. Es ist noch viel zu tun und alles kann passieren, aber im Moment sieht es in San Francisco sehr gut aus.

Bis bald

Euer Sebastian Vollmer (Instagram: sebastianvollmer / Twitter: @SebVollmer)

Sebastian Vollmer (35) ist ein ehemaliger Footballspieler. 2009 in der zweiten Runde von den New England Patriots ausgewählt, verbrachte er dort bis 2017 seine gesamte NFL-Karriere und entwickelte sich zu einem Leistungsträger. Mit den Pats gewann er zweimal den Super Bowl (2015, 2017) und wurde 2010 ins All-Pro Second Team gewählt. Seit dieser Saison ist er gemeinsam mit Markus Kuhn als Kommentator des Monday Night Games bei DAZN im Einsatz. Für SPORT1 kommentieren die beiden Ex-NFL-Profis in ihrer regelmäßigen Kolumne das aktuelle Geschehen in der NFL.