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München - Daniel Jones überzeugt in seinem ersten Spiel für die New York Giants. Einst lernte er von Eli Manning, nun schickt er diesen in Rente.

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Plötzlich sah Daniel Jones viel Rasen vor sich.

1:16 Minuten waren im NFL-Spiel zwischen den New York Giants und den Tampa Bay Buccaneers beim Stand von 25:31 noch zu spielen, als sich für Jones eine Tür öffnete.

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Der Rookie-Quarterback nutzte die Chance, lief sieben Yards in die Endzone und ließ seiner Freude freien Lauf.

"Das war die größte Emotion, die ich von ihm gesehen habe", meinte Teamkollege Darius Slayton der New York Post: "Er hat gestrahlt wie ein Weihnachtsbaum."

Das Comeback der Giants, nach einem 18-Punkte-Rückstand zur Pause, war perfekt. Und das ohne Running-Back-Star Saquon Barkley, der sich am Knöchel verletzt hatte (Tabellen der NFL).

Jones gefeierter Held

"Go DJ! Go DJ! Go DJ!, war laut Post aus dem New Yorker Locker Room nach dem 32:31-Sieg zu hören. Dass Daniel Jones so schnell zum gefeierten Helden werden sollte, war nicht abzusehen.

Doch wer ist New Yorks neue Hoffnung, den Teamkollege Russell Shepard als den "wahrscheinlich mysteriösesten Mann der Welt" bezeichnet?

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Ab 2015 ging der Mann aus Charlotte auf die renommierte Duke University. Im Gegensatz zum Basketball ist die Uni allerdings nicht für ihr Football-Programm bekannt.

Dass Jones in Durham dennoch das Rüstzeug für einen NFL-Profi bekam, lag besonders an einem Mann, der ausgerechnet auch zu dem Spieler ein enges Verhältnis hat, den Jones ersetzte.

Manning-Mentor formte Jones

David Cutcliffe, Head Coach der Blue Devils, formte in Mississippi bereits Eli Manning, der bis Sonntag 16 Jahre lang in New York die Zügel in der Hand hielt. Zudem war Cutcliffe bei Tennessee Mentor von Elis Bruder Peyton Manning, dem zweimaligen Super-Bowl-Quarterback.

Jones und Eli Manning lernten sich 2016 kennen, als die Quarterback-Legenden mit ihren Receivern am Duke-Campus trainierten.

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Auch in den folgenden Jahren kreuzten sich die Wege beispielsweise bei der Pass-Akademie der Mannings, an der Jones zwei Mal teilnahm.

Mit Duke gewann Jones unter anderem den Quick Lane Bowl 2017 und den Independence Bowl 2018.

Kritik nach Draft - nun Manning abgelöst

Als er im diesjährigen Draft mit dem sechsten Pick ausgewählt wurde - vor höher eingeschätzten Talenten wie Dwayne Haskins - war die Skepsis dennoch groß.

Die New Yorker Fans reagierten fast traditionell alles andere als begeistert, auch Experten wunderten sich ob der frühen Position.

"Es gibt niemanden, der sich mehr über diese Chance freut. Keiner wird härter arbeiten als ich", kündigte Jones an - mit dem Wissen, dass er auf seinen Wegbegleiter Manning trifft, deren Ähnlichkeiten klar ersichtlich sind. Beide sind groß, stark und haben einen schnellen Release.

Nun dauerte es gerade einmal drei Saisonwochen, bis der Lehrling seinen Meister ablöste - und vermutlich in Rente schickt. Cutcliffe bedauerte die Absetzung Mannings, freute sich aber auch für Jones.

Jones mit Rekord-Spiel

Und der lieferte prompt, auch wenn die Tampa Bay Buccaneers nicht zur NFL-Elite gehören.

Zwei Pass- und zwei Receiving-Touchdowns bei über 300 Yards? Das hatte vor Jones noch kein Rookie-Quarterback der Geschichte geschafft. Zudem war es das zweitgrößte Comeback eines QB-Neulings in seinem ersten Spiel.

"Er hat phänomenal gespielt", meinte Wide Receiver Sterling Shepard.

Auch Manning hegte keinen Groll, sondern unterstützte seinen Nachfolger mit Zuspruch und einer Umarmung.

"Wörter können nicht beschreiben, was für ein großartiger Mann und Teamkollege Eli Manning ist", sagte Cutcliffe: "Ich freue mich sehr für Daniel. Ich bin sehr stolz auf beide Männer."

Verstummen die Zweifler?

General Manager Dave Gettleman, der nach dem Draft im Zentrum der Kritik stand, dürfte jetzt erst einmal durchschnaufen.

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"Ich bin absolut schockiert", sagte Frank Mara, Vizepräsident Community Relations und Bruder von Besitzer John Mara: "Ich habe noch nie einen Rookie-Quarterback in unserem Team gesehen, der reinkommt und so spielt."

Nur einer wird wohl nicht überrascht sein: David Cutcliffe. "Ich hatte niemals Zweifel, dass er zum Star werden wird", sagte Jones Ex-Trainer bereits im April.

Bis zum Star-Status ist es zwar noch ein weiter Weg, doch die Zweifler dürften erst einmal verstummt sein.