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Atlanta - Ndamukong Suh und Aaron Donald sind vielleicht die wichtigsten Schlüssel der Rams im Super Bowl. Durch die Mitte ist Patriots-Star Tom Brady anfällig.

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Mit ihm möchte man sich nicht anlegen.

Wenn Ndamukong Suh von den L.A. Rams in dieser Woche sein kleines Podium erklimmt, um vor dem Super Bowl LIII gegen die New England Patriots zu sprechen, bekommt man schon Respekt. (Super Bowl LIII: Los Angeles Rams - New England Patriots, ab 0.30 Uhr im Liveticker)

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Mit seinen 1,93 Meter und rund 145 Kilogramm ist der Defensive Tackle eine imposante Figur, gemeinsam mit Aaron Donald nimmt er am Sonntag eine Schlüsselrolle ein.

Denn vor allem dieses Duo muss Star-Quarterback Tom Brady das Leben schwer machen. Der 41-Jährige hat zwar schon viele Schlachten geschlagen, aber vor diesem Monster-Duo hat auch einer der besten Spielmacher der NFL-Historie Respekt.

Auf der Media Night scherzte Brady noch: "Ist Aaron Donald hinter mir?" Brady weiß genau, was auf ihn zukommt: "Sie sind eine einzigartig aufgebaute Defense mit großartigen Spielern, speziell auch in der Mitte. Davor musst du Respekt haben."

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Brady Druck machen ist der Schlüssel

Alle Experten sind sich einig: Schaffen es die Rams nicht, Brady unter Druck zu setzen, haben sie keine Chance, ihren zweiten Super-Bowl-Triumph einzufahren.

Die L.A. Chargers und Kansas City Chiefs mussten in den Playoffs bereits diese bittere Erfahrung machen. Hat Brady Zeit, nimmt er dich auseinander. Auftritt Suh und Donald.

"Es wird ganz wichtig sein, ihn unter Druck zu setzen - das ist unsere große Herausforderung als Team", sagt Suh.

SPORT1-Reporter Eric Böhm berichtet vor Ort vom Super Bowl 2019
SPORT1-Reporter Eric Böhm berichtet vor Ort vom Super Bowl 2019 © SPORT-Grafik: Getty Images

Suhs Risiko zahlt sich mit Super Bowl aus

Für den zweiten Pick im NFL-Draft 2010 ist es der erste Super Bowl. In Detroit und Miami sackte er viele Auszeichnungen ein (unter anderem fünf Pro Bowls, dreimal All-Pro), aber erst mit den Rams klappte es auch in den Playoffs.

Der Einjahresvertrag hat sich ausgezahlt, Suh spielte eine starke Saison, die er vorläufig mit den 1,5 Sacks im NFC-Finale krönte. Im März winkt ihm ein neuer, großer Zahltag.

"Natürlich war das ein Risiko, aber ich habe an mich geglaubt. Außerdem sah ich bei den Rams die Chance, den Titel zu holen. Sie hatten eine Vision. Man sieht ja hier, dass die Entscheidung nicht so falsch war (lacht)", sagt Suh bei SPORT1.

D-Line-Coach schwärmt bei SPORT1

Suh fühlt sich wohl - nicht zuletzt, weil er in Donald einen athletischen Freak an seiner Seite hat. Vor dem Draft 2014 stellte der heute 27-Jährige den Rekord für den schnellsten Sprint eines Defensive Tackle auf, seine Kraftwerte schossen ebenfalls durch die Decke.

Die Rams schlugen zu und machten ihn im vergangenen August mit einem 135-Millionen-Dollar-Vertrag zum bestbezahlten Verteidiger der NFL-Geschichte (bis 24 Stunden später Khalil Mack von den Bears noch sechs Millionen mehr bekam).

Die meisten Teams leisten sich teure Quarterback-Jäger von außen - also Defensive End oder Outside Linebacker - bei den Rams ist die Mitte am gefährlichsten.

"Aaron und Ndamukong lieben das Spiel, sie wollen jeden Tag besser werden. Sie haben mittlerweile viel Erfahrung. Sie haben viel Talent, aber ihre Einstellung ist das Entscheidende", erklärt der erfahrene Rams-Assistenztrainer Bill Johnson bei SPORT1. Der Defensive-Line-Coach muss es wissen, trainiert er mit dem Duo doch jeden Tag.

Laufspiel der Patriots gefährlich

Auf seine Truppe wird es besonders ankommen, denn auch das Laufspiel der Patriots präsentierte sich in den Playoffs mit Sony Michel, James White und Rex Burkhead sehr explosiv.

"Bevor wir Druck machen können, müssen wir auf jeden Fall den Lauf stoppen. Das ist am wichtigsten, dann werden unsere Chancen etwas größer. Tom ist verdammt gut und schlau, aber es geht nicht nur um Sacks", betont Johnson.

Suh und Donald gegen die vor allem in der Mitte starke O-Line der Patriots um Shaq Mason wird eines der faszinierenden - und vielleicht spielentscheidenden - Duelle dieses Super Bowls werden.

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Brady ist anfällig für Druck in der Mitte

Bei vier ihrer fünf Niederlagen im Saisonverlauf hatten die Patriots keinen Running Back mit mehr als 60 Yards und ließen mindestens zwei Sacks zu.

Der Plan der Rams wird es sein, aggressiv und physisch zur Sache zu gehen. Selbst wenn es keine Sacks werden, sie müssen Brady in Bewegung bringen, bevor seine Receiver frei sind. Brady hat ein QB-Rating von fast 120, wenn er von außen geblitzt wird, kommt der Druck von innen, liegt es nur bei 63 (158,3 ist perfekt, alles unter 70 ist schwach).

Die Chargers und Kansas City verschliefen zudem vor allem defensiv komplett die Anfangsphase und ließen die Pats in ihren Rhythmus kommen.

"Ein guter Start wird definitiv wichtig sein. Du musst gegen die Patriots sofort hellwach sein. Wir werden ihn kriegen, aber wir müssen auch Geduld haben", erklärt Donald.

Donald mit Mega-Saison

Der Verteidiger des Jahres 2017 hat in dieser Saison noch einmal eine Schippe draufgelegt.

Die vier forcierten Fumbles sind ein wichtiger Wert, denn die richtig großen Spiele gewinnt meist das Team, das weniger Ballverluste produziert - oder eben mehr beim Gegner erzwingt.

Die 20,5 Sacks sind dagegen für einen Defensive Tackle schlicht außerirdisch, zweimal war er Spieler des Monats in der NFC und das einzige einstimmige Mitglied im All-Pro-Team.

"Er macht Sachen, von denen du dachtest, sie seien unmöglich", sagt Suh. Brady weiß schon, warum er dieses dynamische Duo fürchtet.

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