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Atlanta - Mit seinem sechsten Super-Bowl-Triumph könnte Tom Brady gegen die Rams einen weiteren NFL-Rekord aufstellen. Der Patriots-Megastar hat noch längst nicht genug.

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Es war eine der ersten Fragen, die ihm in dieser Woche gestellt wurde - und auch die häufigste.

Und Tom Brady antwortete auf die Chance auf seinen Rücktritt nach dem Super Bowl am Sonntag gegen die L.A. Rams eindeutig: "Null!" Der Megastar der New England Patriots wird trotz seines neunten Super Bowls einfach nicht müde. (Super Bowl LIII: Los Angeles Rams - New England Patriots, ab 0.30 Uhr im LIVETICKER)

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Im August wird Brady 42 Jahre alt. Angesichts dessen, dass eine NFL-Karriere im Durchschnitt nur drei Jahre dauert, machen sich seine Kollegen in dem Alter nun noch Gedanken über die Familie oder ihr Golfspiel und lassen sich nicht jede Woche von 140-Kilo-Brocken über ein Football-Feld jagen.

Brady: "Sei bereit, dein Leben aufzugeben"

Aber der viermalige Super-Bowl-MVP ist nun einmal in jeder Hinsicht ein Sonderfall. Er ist ein Getriebener, der sich und der Welt immer wieder beweisen will, dass er den größten Siegeswillen der Football-Geschichte hat.

In seiner Facebook-Dokumentation "Tom vs. Time" drückt es Brady selbst perfekt aus: "Wenn du dich mit mir messen willst, sei lieber bereit, dein Leben aufzugeben, denn ich gebe meins auf."

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Unfassbare Zahlen und ein Rekord für die Ewigkeit?

Diese Eigenschaft zeichnet ihn aus wie keine andere. "So ist Tom. Er will immer gewinnen, in jedem Training, in jedem Spiel - immer", sagt Teamkollege Chris Hogan im Gespräch mit SPORT1.

Fünf Super Bowls, neun AFC-Meisterschaften in zwölf Endspielen (NFL-Rekord), drei MVP-Trophäen, 14 Pro Bowls, 236 Siege (gleichauf mit Rekordhalter und Ex-Teamkollege Adam Vinatieri) - die Liste seiner unfassbaren Zahlen ist endlos.

SPORT1-Reporter Eric Böhm berichtet vor Ort vom Super Bowl 2019
SPORT1-Reporter Eric Böhm berichtet vor Ort vom Super Bowl 2019 © SPORT-Grafik: Getty Images

In dieser Woche interessiert den ewigen Sunny Boy aus Kalifornien aber nur eine Zahl: sechs. Mit dem sechsten Super-Bowl-Triumph würden die Patriots mit Rekordsieger Pittsburgh gleichziehen, er wäre der erste Spieler mit sechs Titeln - für Brady wäre es aber vor allem eine riesige Genugtuung nach "einem der schwersten Jahre", wie er selbst in dieser Woche betonte.

Patriots gegen die NFL-Welt

Nach zwei Niederlagen aus den ersten drei Spielen wurden plötzlich kritische Stimmen laut: Ist die Ära der Patriots vorbei? Holt die Zeit endlich auch den ewigen Brady ein?

Vor allem damit ist Bradys ungewöhnliche Reaktion nach dem Playoff-Sieg über die Chargers zu erklären, als er eine Generalabrechnung startete: "Jeder sagt, wir hätten nichts drauf und könnten keine Spiele gewinnen."

Dies zeigte einmal mehr die "Wir-gegen-die-Welt"-Einstellung, die bei den Patriots mit Brady und unter Coach Bill Belichick zur Kunstform erhoben wurde.

Trotz Super Bowl: Skandale unvergessen

Gewinnen um jeden Preis, das führte aber in der Vergangenheit immer wieder zu dunklen Flecken auf der strahlend weißen Weste des Quarterbacks. Vor allem sein Umgang mit dem "DeflateGate"-Skandal um zu wenig Luft in den Bällen blieb an Brady haften.

Einen langjährigen Patriots-Mitarbeiter öffentlich verleugnen, urplötzlich das Handy zu zerstören und eine peinliche PK beim Super Bowl in Phoenix - das war einem wie ihm schlicht unwürdig.

Auf dem Patriots-Way gibt es aber eben nur zwei Möglichkeiten: ganz oder gar nicht. Was jemand außerhalb der Organisation denkt, ist nicht relevant. Man strebt unersättlich dem einen Ziel entgegen: gewinnen.

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Brady will bis 45 spielen

In dieser Woche untermauerte Brady auch sein Ziel. "Ich will es bis 45 schaffen. Das ist unglaublich schwer, du musst dafür sehr viel opfern, aber ich weiß, dass ich nächstes Jahr besser als dieses Jahr sein kann. Wenn ich das nicht mehr fühle und genug habe, dann weiß ich, dass ich aufhören werde", sagt Brady.

Viele frühere Teamkollegen wie Sebastian Vollmer haben immer wieder betont, dass Brady neben seiner Frau Giselle Bündchen, den Kindern und Football kein Leben hat.

Dem Spiel ordnet er alles unter. Mit seinem durchaus umstrittenen Fitness-Guru Alex Guerrero entwickelte er die "TB12"-Methode, die ihm offensichtlich ewige Football-Jugend beschert. Der Kreuzbandriss im ersten Spiel 2007 war die einzige schwere Verletzung seiner Karriere.

Wer will angesichts dieser Hingabe bezweifeln, dass er auch mit 45 noch um den Super Bowl kämpfen wird?