Demaryius Thomas (links) und Golden Tate laufen künftig für neue Teams auf © Getty Images

Die Rams und die Redskins verstärken zur Trade-Deadline ihre Defenses mit namhaften Neuzugängen. Philly und Houston schnappen sich Receiver-Stars.

von Franziska Wendler , Michael Prieler

Der Hammer ist gefallen: In der NFL ist das Wechselfenster für die laufende Saison endgültig geschlossen - und einige Teams haben noch einmal ordentlich zugeschlagen.

Mit den Baltimore Ravens und den Washington Redskins bedienten sich gleich zwei Teams bei den Green Bay Packers.

Die Ravens schnappten sich Running Back Ty Montgomery, der am Sonntag noch jede Menge Packers-Fans auf die Palme gebracht hatte: Im Spiel gegen L.A. entschied sich der 25-Jährige knapp zwei Minuten vor dem Ende, den Kickoff der Rams aus der Endzone zu tragen anstatt abzuknien. Prompt verlor der Running Back das Ei an die Rams-Defense und nahm Quarterback-Superstar Aaron Rodgers jede Chance auf einen letzten Drive.

Patzer als Trade-Grund für Montgomery?

Die Packers verloren die Partie im Anschluss knapp mit 27:29. War der Fehler im Spiel gegen die Rams nun entscheidend für den Trade? Zumindest war dies für Montgomery die letzte Aktion im Trikot der Franchise aus Wisconsin. Im Gegenzug erhielt Green Bay einen Siebtrundenpick beim Draft 2020 aus Baltimore.

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Nach seiner Fehlentscheidung am Sonntag hatten sich Packers-Spieler anonym in US-Medien geäußert und sich über Montgomery beschwert. Auch Spielmacher Rodgers soll nach der vergebenen Siegchance enorm wütend gewesen sein. Durch den Abgang des 25-Jährigen ist kein einziger Spieler aus dem Draft-Jahr 2015 mehr im Kader.

Der Montgomery-Trade ist jedoch nicht die einzige personelle Entscheidung beim Team von Trainer Mike McCarthy.

Auch Safety Ha Ha Clinton-Dix wird die Franchise verlassen. Er spielt in Zukunft für die Washington Redskins. Für den früheren Pro Bowler bekommen die Packers einen Viertrundenpick im kommenden Draft - viel zu wenig, wie die meisten Packers-Fans beklagen.

Clinton-Dix wurde im Draft 2014 an 21. Stelle der ersten Runde ausgewählt, ist nach Verletzungsbeschwerden wieder auf bestem Weg zur Topform. Er wird der ohnehin schon überraschend starken Redskins-Defense, die in der laufenden Saison nur zweimal mehr als 20 Punkte kassiert hat, zusätzliche Stabilität verleihen.

Rams schnappen sich Fowler

Nicht nur die Redskins, sondern auch die Los Angeles Rams haben kurz vor der Trade-Deadline noch einmal zugeschlagen, um ihre Defense aufzurüsten. Für einen Drittrundenpick 2019 und einen Fünftrundenpick 2020 kommt Defensive Lineman Dante Fowler von den Jacksonville Jaguars.

Damit geht der heißeste Titel-Favorit dieser Saison endgültig All-In. Denn die Defense der Rams war dank Defensive Tackle Aaron Donald oder Linebacker Cory Littleton auch vor dem Trade schon gefürchtet. Jetzt kommt mit Fowler auch noch ein früherer Nummer-3-Pick dazu, der maßgeblich für den Höhenflug der Jaguars in der Vorsaison verantwortlich war.

Der 24-Jährige freut sich auf seine neue Herausforderung bei den noch ungeschlagenen Rams. Bei den Jaguars kam er in der aktuellen Saison bei nur 32,7 Prozent aller Defensive Snaps zum Einsatz.

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Eagles verstärken sich mit Tate

Super-Bowl-Sieger Philadelphia Eagles hat am letzten Tag ebenfalls noch einmal zugeschlagen. Wide Receiver Golden Tate kommt für einen Drittrundenpick von den Detroit Lions. 

Besonders groß war die Freude über den Trade bei Eagles-Quarterback Carson Wentz. Nach der Verletzung von Mike Wallace in Woche zwei bekommt der Spielmacher endlich einen weiteren Receiver. Bei den Lions teilte sich Tate zuletzt immer mehr Spielzeit mit seinen Receiver-Kollegen Marvin Jones und Kenny Golladay, hinkte deswegen seinen Leistungen, gerade aus seiner ersten Saison in Detroit 2014, in der er für den Pro Bowl nominiert worden war, hinterher.

In Philadelphia, Tates dritter Station in der NFL, soll nun ein Neustart her. Mit vier Siegen aus den ersten acht Spielen haben die Eagles die Hoffnung auf die Titelverteidigung noch nicht aufgegeben. (Zur NFL-Tabelle)

Thomas flieht nach Houston

Auch im Kader der Houston Texans hat sich noch einmal etwas getan. Das Team reagierte auf die schwere Verletzung von Wide Receiver Will Fuller (Kreuzbandriss) aus dem vergangenen Spiel gegen die Miami Dolphins und sicherte sich kurzfristig die Dienste von Demaryius Thomas von den Denver Broncos. Im Gegenzug erhalten die Broncos einen Viertrundenpick, außerdem werden Siebtrundenpicks getauscht.

Thomas, der 2010 an 22. Stelle der ersten Runde von den Broncos gedraftet worden war und seitdem fünf Mal für den Pro Bowl nominiert wurde, stand in dieser Saison deutlich im Schatten von Kollege Emmanuel Sanders. Die Chemie zwischen dem 30-Jährigen und Denvers neuem Quarterback Case Keenum schien einfach nicht zu stimmen.

Der Wechsel nach Houston dürfte Thomas also durchaus gelegen kommen. Zusammen mit Quarterback Deshaun Watson will der Receiver dort wieder an seine Glanzleistungen der Vorjahre anknüpfen.

Seahawks entlassen Marshall

Für Passempfänger Brandon Marshall ist ebenfalls Schluss bei seinem Team. Die Seattle Seahawks haben den Receiver nach nur sechs Partien entlassen. Eine neue Franchise hat der 34-Jährige noch nicht, seine Karriere will er aber in jedem Fall fortsetzen. Endgültig Schluss ist dagegen für Corner Back Dominique Rodgers-Cromartie.

Der 32-Jährige gab zur Trade-Deadline sein Karriereende bekannt, nachdem er sich erst im Sommer den Oakland Raiders angeschlossen hatte.