Mit Colin Kaepernick als neuem Werbegesicht sorgt Nike für Aufsehen. Doch die Kampagne scheint sich auszuzahlen. Die Aktie erreicht ein neues Rekordhoch.

von SPORT1

Diese Marketing-Kampagne hat sich definitiv gelohnt: Zehn Tage nachdem Nike die Zusammenarbeit mit NFL-Streikprofi Colin Kaepernick bekannt gegeben hat, schoss die Aktie des Sportartikelherstellers am Donnerstag auf ein neues Rekordhoch.

Laut einem Bericht von Bloomberg konnte sie den bisherigen Höchstwert vom Vortag noch einmal leicht übertreffen und liegt damit aktuell bei 83,47 Dollar. Der frühere Höchststand vom 21. August 2018 betrug noch 82,95 Dollar.

Dabei war mit einem solchen Erfolg der Kampagne "Just Do It" anlässlich des 30-Jährigen Jubiläums des berühmten Slogans nicht unbedingt zu Rechnen. Unmittelbar nach Bekanntgabe Kaepernicks als neuem Werbegesicht hatte Nike noch einen Kurseinbruch von fast drei Prozent an der New Yorker Börse erlebt.

LeBron James erfreut über Kampagnen-Erfolg

NBA-Superstar LeBron James, der vor einigen Jahren einen lebenslangen Vertrag mit Nike unterschrieben hatte, begrüßte die Neuigkeit auf Twitter freudig.

In dem Spot, der mit den Worten "Frag also nicht, ob deine Träume verrückt sind. Frag, ob sie verrückt genug sind" endet, spielt der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers eine zentrale Rolle. Kaepernick gilt als Symbolfigur des Hymnenprotests in den USA.

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Als erster Sportler überhaupt ging er während der Nationalhymne auf die Knie um damit gegen Polizeigewalt, Ungerechtigkeit und Rassendiskriminierung zu protestieren. Auch deshalb wartet er seit seinem Abschied aus Kalifornien im Jahr 2017 auf einen neuen Vetrag in der NFL.

Werbespot löst Welle des Protests aus

Dennoch wurde er durch seinen Protest für manche, nicht nur Schwarze, zum Helden, für andere ist er ein Nestbeschmutzer, unpatriotisch, eine Schande, ohne Respekt vor dem Militär. 

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So hatte die Kampagne neben Zuspruch auch viel Gegenwind geerntet. Im Internet machten Videos die Runde, in denen wütende Amerikaner ihre Nike-Artikel verbrannten. In Louisiana versuchte ein Bürgermeister sogar den Verkauf von Artikeln des Sportartikelherstellers zu verbieten, ehe er doch noch von seinem Boykott absah.

Auch US-Präsident Donald Trump hatte die Kampagne aufs Schärfste verurteilt und sowohl Nike als auch Kaepernick kritisiert.