Eagles-Profi Malcolm Jenkins hat beim Abspielen der Nationalhymne seine Faust gehoben
Eagles-Profi Malcolm Jenkins hat beim Abspielen der Nationalhymne seine Faust gehoben © Getty Images

Vor den ersten Testspielen der NFL-Preseason protestieren viele Spieler beim Abspielen der Nationahymne. US-Präsident Donald Trump reagiert in gewohnter Manier.

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In der NFL hat die Preseason begonnen und damit auch die Frage, wie sich jeder Spieler beim Abspielen der Nationalhymne verhält. 

Die ursprünglich angekündigte Bestrafung beim Knien oder sonstigen Protesthandlungen wird aktuell ausgesetzt. (Spielplan der NFL-Saison 2018/19)

Beim ersten Testspiel der neuen Saison haben nun diverse Spieler mit Protestaktionen erneut für Aufsehen gesorgt. Malcolm Jenkins und De'Vante Bausby vom amtierenden Super-Bowl-Sieger Philadelphia Eagles haben vor dem Spiel gegen die Pittsburgh Steelers die rechte Faust gehoben.

"Ich denke, es ist wichtig, dass wir die Plattform so gut wie möglich nutzen", sagte Jenkins, der "darauf wartet", dass sich die Liga im "Hymnenstreit" mit der Spielergewerkschaft einigt.

Gespräche ohne Ergebnis

Erste Gespräche waren zuletzt ohne Ergebnis geblieben. Beide Seiten kündigten weitere Verhandlungen an, nachdem sich Liga und Spieler-Vertreter bereits zuvor auf die vorläufige Aussetzung einer im Frühjahr von den Besitzern der 32 Teams beschlossenen Kompromisslösung verständigt hatten.

Doch nicht nur die Eagles-Profis haben ihrem Protest Ausdruck verliehen. Bei den Miami Dolphins reckte Robert Quinn ebenfalls seine Faust nach oben, seine Teamkollegen Kenny Stills und Albert Wilson knieten während der Hymne.

"Bleibt stark, Brüder", schrieb der frühere NFL-Quarterback Colin Kaepernick in den sozialen Netzwerken. Der 30-Jährige hatte die Spieler-Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern in den USA vor zwei Jahren ausgelöst.

Auch bei der Partie Jaguars vs. Saints wurde protestiert. Vier Jaguars-Profis - darunter Running Back Leonard Fournette und Cornerback Jalen Ramsey - befanden sich während der Hymne nicht auf dem Feld.

Knien soll bestraft werden

Demnach sollte das Knien von Spielern während der US-Hymne bestraft, kritischen Profis aber der Aufenthalt in der Kabine während der Eröffnungszeremonien erlaubt werden. Diese Regelung war zuletzt außer bei der Spielergewerkschaft auch im Lager der Teams auf Kritik gestoßen.

US-Präsident Donald Trump, der im Vorjahr niederkniende Spieler für ihren Protest gegen Rassismus, soziale Ungerechtigkeit und Polizeigewalt wüst beschimpft und damit für eine Eskalation der Debatte gesorgt hatte, zeigte sich über die neuen Proteste wenig erfreut.

"Die NFL-Spieler fangen schon wieder damit an - sie knien sich hin, wenn sie für die Nationalhymne stehen sollten. Mehrere Spieler von verschiedenen Teams wollten ihre Entrüstung über etwas zeigen, das die meisten von ihnen nicht definieren können", schrieb Trump bei Twitter.