München - Die New England Patriots verlieren in der Free Agency schon am Anfang reihenweise Schlüsselspieler. SPORT1 beleuchtet die Hintergründe.

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Viel schlimmer hätte der Start in die NFL Free Agency für die New England Patriots nicht laufen können.

Innerhalb weniger Stunden verlor das Überteam, das im Super Bowl den Philadelphia Eagles knapp unterlegen war, gleich mehrere Helden – und noch ist der Aderlass nicht am Ende. Weitere Verluste drohen.

SPORT1 beleuchtet die fixen Abgänge der Patriots und erklärt, was dahintersteckt.

MALCOLM BUTLER

Dass der Held aus dem Super Bowl XLIX gegen die Seattle Seahawks die Patriots verlassen wird, war eigentlich schon vor der letzten Saison klar, als New England, statt Butler seine verdiente Gehaltserhöhung zu gönnen, massiv in Neuzugang Stephon Gilmore investierte – dessen 65 Millionen für 5 Jahre waren bereits ein Tiefschlag für Butler.

Nach einer durchwachsenen Saison kam es dann endgültig zum Bruch zwischen dem Cornerback und den Pats, als ihm unmittelbar vor dem Super Bowl gesagt wurde, dass er nicht spielen würde. Butler vergoss bittere Tränen. Die Entscheidung gab selbst Experten Rätsel auf.

Künftig spielt Butler bei den Tennessee Titans, die dem 28-Jährigen einen Fünfjahresvertrag mit satten 61 Millionen Dollar Gehalt geboten haben. Sein Abgang reißt bei den Patriots ein großes Loch in die Defense – Butlers Ersatzleute Eric Rowe und Johnson Bademosi wurde im Super Bowl von den Eagles ziemlich vorgeführt.

DANNY AMENDOLA

Der wohl emotionalste – weil am wenigsten vorhersehbare – Verlust ist der von Danny Amendola.

Der Wide Receiver - bekannt für seine starken Playoff-Auftritte - wird bei den Miami Dolphins für zwei Jahre und zwölf Millionen anheuern und bleibt damit in der AFC East. In den letzten Jahren hatte der 32-Jährige in den letzten Jahren immer wieder Gehaltskürzungen akzeptiert, um weiter beim Dauerfavoriten spielen zu können. 2017 belief sich sein Gehalt auf nur 1,7 Millionen.

Dass der dicke Kumpel von Star-Receiver Julian Edelmann jetzt doch noch geht, kam auch für Beobachter überraschend. Da Edelmann nach seinem Kreuzbandriss aber diese Saison wieder zurückkommt, ist der Abgang von Amendola als Slot- und Possession-Receiver noch am ehesten zu verkraften.

DION LEWIS

Bei Running Back Dion Lewis konnten oder wollten die Patriots letztlich im Wettbieten nicht genug investieren.

Wie Butler schließt sich Lewis den Titans an, kassiert dort in den nächsten vier Jahren 23 Millionen Dollar. Nach seinem Kreuzbandriss 2015 hatte sich der Running Back in der vergangenen Saison bärenstark zurückgemeldet und insgesamt über 1100 Yards plus 9 Touchdowns geliefert.

Neben James White und Rex Burkhead, die im Patriots-System vor allem als Passempfänger von der RB-Position eingesetzt wurden, nahm Lewis primär die Rolle als Läufer ein – hier müssen die Pats jetzt nachbessern. Bei Free Agent Burkhead machten die Patriots Nägel mit Köpfen - der Running Back hat sich mit der Franchise auf einen Mehrjahresvertrag geeinigt.

Einen echten Power-Runner brauchen sie trotzdem noch. Mögliche Kandidaten könnten Ex-Patriot LeGarrette Blount oder der bei den Arizona Cardinals entlassene Adrian Peterson sein. Mike Gillislee, der nach starkem Saisonstart zuletzt nicht mal mehr im Kader stand, hat noch ein Jahr Vertrag und könnte unter diesen Umständen nochmal eine Chance bekommen.

NATE SOLDER

Nach Butler, Lewis und Amendola ist er der nächste schmerzhafte Abgang für die Patriots – Bradys Beschützer Nata Solder zieht es zu den New York Giants.

Dort wird er mit einem Mega-Gehalt ausgestattet. 50 Millionen Euro in vier Jahren - davon sind 28 Millionen Euro garantiert - machen Solder zum bestbezahlten Offensive Liner der NFL.

Wie es scheint, waren die Patriots nicht imstande, ein solches Gehalt zu stemmen, und mussten den Verlust kampflos hinnehmen.

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