München - Im Super Bowl LLII sind die Philadelphia Eagles gegen die New England Patriots ganz klarer Außenseiter. SPORT1 zeigt, was dennoch für die Eagles spricht.

von Franziska Wendler

Betrachtet man nur die Erfolgsbilanz der beiden Quarterbacks, dann könnte der Ausgang des 52. Super Bowls nicht eindeutiger sein.

Auf Seiten der New England Patriots Tom Brady, der sich mit einem Sieg am Sonntag den sechsten Meisterschafts-Ring seiner Karriere anstecken kann. Auf der anderen Seite Nick Foles, der in seiner Laufbahn bisher ganze drei Playoff-Spiele bestritten hat (Der Super Bowl 2018 in der Nacht zum Montag ab 0.30 Uhr im LIVETICKER).

Auf dem Papier sind die Philadelphia Eagles ganz klarer Außenseiter. Die übermächtigen Patriots setzen nach dem spektakulären Comeback gegen die Atlanta Falcons im letzten Jahr zum dritten Titel in vier Jahren an. Kann das Team von Trainer Doug Pederson die Pats am nächsten Triumph hindern?

SPORT1 zeigt, was den Eagles für den Super Bowl Hoffnung gibt.

- Underdog-Hype

Mit Quarterback Carson Wentz starteten die Eagles in die Saison und legten eine starke Performance hin. Dann aber in Woche 14 der Schock: Wentz zog sich einen Kreuzbandriss zu, Ersatz-Quarterback Foles musste einspringen. Von da an machte sich das Underdog-Fieber in Philadelphia breit.

Seit dem Verlust von Wentz kokettieren die Eagles mit dem Image als "Underdog". Nach den Siegen in den Playoffs setzten sich die Spieler auf dem Feld Hundemasken auf, selbige waren in den Kostümgeschäften und auch online innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

Dieser Hype gibt dem Team einen Schub. Der Druck im Super Bowl liegt ganz klar bei den Patriots. (Kuriose Daten und Fakten zum Super Bowl LLII)

- Eagles noch ohne Super-Bowl-Sieg

Die Eagles gehören zu den NFL-Teams, die noch nie die Vince Lombardi Trophy in den Händen halten durften. Zweimal stand die Mannschaft aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania im Super Bowl - beide Male siegte der Gegner.

Bei der letzten Teilnahme im Jahr 2006 setzte es - passenderweise gegen die Patriots - eine bittere 21:24-Pleite. Die Gier und der Hunger auf einen Titel sind in Philadelphia unheimlich groß, die Gedanken an eine Revanche auch. 

- Pass Rush Eagles vs. O-Line Patriots

Eine der wenigen Schwachstellen der Patriots könnten die Eagles gewinnbringend für sich nutzen.

Die Offensive Line des Titelverteidigers ist nicht unbedingt das Prunkstück, sie wirkte in der laufenden Saison in diversen Spielen nicht unbedingt sattelfest.

Dem gegenüber steht die Defensive Line des Underdogs. Der Pass Rush der Eagles ist eine Waffe. Besonders Defensive Tackle Fletcher Cox ist der Albtraum jeder O-Line. Teamkollege Malcolm Jenkins sagte einmal über ihn: "Ich kenne niemanden, der ihn aufhalten kann."

Tom Brady muss sich also vor Sacks und Hits in Acht nehmen. Doch nicht nur Cox ist gefährlich. Auch Brandon Graham, Derek Barnett und der frühere Patriots-Defensive-End Chris Long sind bärenstark.

Insgesamt gelangen den Eagles in der laufenden Saison 42 Sacks. Doch nicht nur für den Quarterback selbst wird es unangenehm, auch das gegnerische Laufspiel unterbinden die Eagles gekonnt.

Im Conference Finale kam Falcons Star Devonta Freeman bei zehn Läufen nur auf mickrige sieben Yards.

- Laufspiel der Eagles

In der Eagles-Offensive liegt die Stärke vor allem im Laufspiel. Mit den Running Backs LeGarrette Blount und Jay Ajayi ist das Team von Trainer Doug Pederson mehr als nur gut aufgestellt.

Der erfahrene Blount, der mit den Patriots bereits zweimal den Super Bowl gewann, dürfte gegen die alten Kollegen besonders heiß sein.

Aber auch auf Jungspund Ajayi gilt es zu achten. Der 24-Jährige kam während der Saison von den Miami Dolphins und überzeugt mit Wendig- und Schnelligkeit.

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Gegen den Titelverteidiger wird es darauf ankommen, die Uhr zu kontrollieren. Je länger die Eagles-Offense mit vielen Laufspielzügen ihre Drives am Leben hält und ausdehnt, desto weniger Zeit bekommt Tom Brady auf dem Feld.

- Foles besser als Bortles

Im Conference-Finale haben die Jacksonville Jaguars lange Zeit vorgemacht, wie man gegen die Patriots spielen muss. Erst kurz vor dem Ende riss New England die Führung an sich.

Gefehlt hat es bei den Jaguars vor allem bei den Wurf-Fähigkeiten von Quarterback Blake Bortles. Genau dort haben die Eagles eine bessere Ausgangsposition. Nick Foles ist zwar keine Pass-Maschine wie Brady, dennoch warf er im Conference-Finale gegen die Vikings für 352 Yards und brachte drei Touchdown-Pässe an den Mann.

Kurz vor Spielende - wenn es eng und brenzlig werden könnte - steht mit Foles ein Quarterback auf dem Feld, der solide und sicher wirft und mit Tight End Zack Ertz und Wide Receiver Alshon Jeffery zwei erstklassige Passempfänger zur Verfügung hat.

Wenn die Eagles ihre Stärken in der Defense und im Laufspiel ausspielen, Brady und Co. entnerven und dazu noch ein bisschen Glück haben, dann könnte der Traum vom ersten Super-Bowl-Sieg für Foles und seine "Underdogs" am Montagmorgen Realität sein.