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München - Ein Superstar drängt auf seinen Abschied und streikt dafür sogar zwischenzeitlich. Sein Verhalten könnte jedoch nicht den gewünschten Effekt haben.

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Weniger als zwei Wochen vor dem Start der neuen NBA-Saison dominiert eine Frage die Sportmedien in den USA: Was passiert mit James Harden?

Denn der Superstar der Houston Rockets hat sich erst mit einer Woche Verspätung zum Trainingsauftakt in Houston gemeldet. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

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Brisant ist dies vor allem deshalb, weil der Guard weder seinem Team (Trainer Stephen Silas: "Er ist nicht hier und hat einen Grund, aber es liegt an ihm, zu sagen, was der Grund ist.") noch der Öffentlichkeit einen Grund für sein Fernbleiben lieferte.

Rockets wollen Harden behalten

NBA-Insider Adrian Wojnarowski von ESPN meint den Grund zu kennen: Harden will weg aus Houston. 

Das Problem: Die Franchise aus Texas hat keine Absicht ihr Aushängeschild abzugeben, zumal mit Russell Westbrook bereits einer der beiden Topstars aus der Vorsaison weg ist. "Wir sind bereit, ungemütlich zu werden", so die Warnung der Rockets, an seinen abschiedswilligen Star.

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Was diese Aussage am Ende wert ist, bleibt abzuwarten. So wollten auch die New Orleans Pelicans 2019 ihren Superstar (Anthony Davis) unter keinen Umständen gehen lassen, letztlich kam es doch zum Trade.

Auch weil Davis ähnlich wie nun Harden einiges dafür tat, um bei seiner Franchise in Ungnade zu fallen. Der ging damals sogar so weit, dass er öffentlich einen Trade forderte, was in der NBA verboten ist.

Dass auch Harden früher oder später von diesem Druckmittel Gebrauch machen könnte, ist angesichts seines unbegründeten Fehlens beim Trainingsauftakt zumindest nicht auszuschließen. (Spielplan der NBA-Saison 2020/21)

Zumal der 31-Jährige die Einhaltung der Regeln derzeit nicht all zu ernst zu nehmen scheint. Wurde Harden doch erst vor wenigen Tagen in einem Stripclub gesichtet, obwohl die NBA ihren Spielern ausdrücklich den Besuch von Bars und Clubs untersagt hatte.

Schreckt der Charakter von Harden Interessenten ab?

Harden will wohl weg. Doch welche Teams wollen "The Beard" überhaupt haben?

Auf den ersten Blick muss diese Frage mit "alle" beantwortet werden, ist Harden doch einer der besten Spieler der Liga.

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Allerdings gilt Harden auch als schwieriger Charakter. Das bekamen schon einige seiner Mitspieler zu spüren.

So soll sich "The Beard" unter anderem mit Chris Paul und Kumpel Westbrook zerstritten haben. Dies dürfte dem ein oder anderen Interessenten, der über einen Superstar verfügt, Sorgen bereiten.

Schlagen die 76ers zu?

Auch den Philadelphia 76ers? Die Franchise wird derzeit immer wieder mit einem Harden-Trade in Verbindung gebracht.

Wohl nicht zuletzt, weil bei den 76ers erst kürzlich der geschiedene Rockets-General-Manager Daryl Morey als Präsident der Basketball-Abteilung angeheuert hat.

Morey gilt als großer Harden-Fan, sagte 2019 in einem Interview mit Selfmade sogar: "Es ist eine Tatsache, dass James Harden ein besserer Scorer als Michael Jordan ist."

Für die Sixers spricht neben Hardens Befürworter Morey zudem, dass sie mit Ben Simmons und Joel Embiid gleiche zwei junge Stars haben, die für Houston interessant sein könnten.

Zudem soll Philadelphia laut einem Bericht von The Athletic eine von Hardens vier präferierten Destinationen sein.

Das Problem ist nur, dass Morey laut Wojnarowski nicht bereit ist, einen seiner beiden Stars für Harden abzugeben. 

Kommen Rockets Wunsch von Harden nach?

Einen ähnlich guten jungen Superstar sucht man bei Hardens weiteren Wunschzielen (Miami Heat, Milwaukee Bucks und Brooklyn Nets) vergeblich. 

Lediglich Bam Adebayo von den Heat dürfte die Rockets ins Grübeln bringen, ob der Big Man jedoch überhaupt zu haben ist, ist fraglich, hat der 23-Jährige doch erst Ende November einen neuen Vertrag in Miami unterschrieben.

Fraglich ist ferner, ob die Rockets nach dem jüngsten Auftreten von Harden überhaupt noch gewillt sind, dem Ex-MVP einen Wunsch zu erfüllen.

Schließlich entscheidet am Ende immer noch die Franchise, ob und wohin ihr Spieler wechselt. 

So könnte sich Harden schlussendlich bei einem schwächeren Team wiederfinden als bei den Rockets.