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München - LeBron James glänzt in den NBA Playoffs, doch Anthony Davis ist noch besser. Davis ergänzt LeBron perfekt - sein Trade zu den Lakers ist aber mit Zoff verbunden.

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"Seit ich zu dem Team gestoßen bin, sage ich: Wir haben LeBron James - aber ich denke, er ist der beste Spieler der Welt."

Mit "er" meinte Markieff Morris von den Los Angeles Lakers dabei nicht "King James", sondern dessen Teamkollege Anthony Davis. (Die kompletten NBA Finals LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

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Ob Morris noch viel länger bei den Lakers spielen wird, wenn James von der Aussage hört, wird sich zeigen - angesichts der unfassbaren Playoff-Leistungen von Davis gibt es aber durchaus Argumente, die für seine These sprechen.

Zwar agiert auch James großartig und hat großen Anteil daran, dass er mit den Lakers auf bestem Wege ist, seinen vierten NBA-Ring zu gewinnen. Doch spielt Davis so weiter wie in Spiel 1 der NBA Finals 2020, als er 34 Punkte, neun Rebounds, fünf Assists und drei Blocks auflegte, ist er der Finals MVP und Meistermacher.

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Davis ergänzt LeBron James perfekt

Davis und James sind die perfekte Symbiose. Kein anderer Spieler in der gesamten NBA könnte den viermaligen MVP so gut ergänzen wie der Big Man, der die Last auf den Schultern des 35-Jährigen so entscheidend reduziert. (Spielplan und Ergebnisse der NBA-Playoffs)

"Ich erwarte das von ihm", sagte James nüchtern auf die Leistungen von Davis angesprochen: "Ich bin glücklich mit ihm auf dem Court zu stehen. Er war einmal mehr eine Urgewalt in jeder Hinsicht, sowohl offensiv als auch defensiv."

Der 2,08 große Big Man gibt James genau das, was er braucht - und so ist einer der größten Basketballer aller Zeiten bisher nur der zweitbeste Spieler in den Playoffs hintern seinem eigenen Teamkollegen. Dass die Heat deutlich tiefer besetzt sind, spielt angesichts der beiden Lakers-Superstars keine Rolle.

Knapp 30 Punkte erzielt Davis bisher pro Partie in den Playoffs, bei einer herausragenden Trefferquote von 56,7 Prozent aus dem Feld. Hinzu kommen 9,3 Rebounds, 3,7 Assists, 1,3 Blocks und 1,1, Steals pro Spiel. James fehlt mit 26,6 Punkten, 10,5 Rebounds und 8,9 Assists sogar nicht viel zu einem Triple-Double im Schnitt.

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James lässt Davis übernehmen

Auch wenn es bei den Zahlen nicht direkt auffällt: James nimmt sich Auszeiten und lässt Davis übernehmen. Das spart ihm im hohen Basketballer-Alter die nötigen Körner, um in den wichtigen Momenten wieder unaufhaltsam zum Korb zu ziehen und sich nicht auf seinen unbeständigen Dreier verlassen zu müssen.

Da Davis nicht ständig selbst den Ball in den Händen braucht und gleichzeitig auch ab und an draußen stehen kann, um auf einen Dreier zu warten (Trefferquote 37,8 Prozent), kann er wohl als bester und vor allem am besten zu James passender Teamkollege angesehen werden, den dieser je hatte.

Und das will etwas heißen, schließlich spielte James schon mit NBA-Größen wie Dwyane Wade und Chris Bosh bei den Miami Heat sowie Kyrie Irving und Kevin Love bei den Cleveland Cavaliers.

Doch während Wade und Irving ebenfalls den Ball in ihren Händen brauchten, war Love defensiv zu schwach. Bosh nahm sich offensiv oft zurück, damit James und Wade genug Offensivaktionen bekamen.

Davis-Wechsel lang geplant?

Ähnliche Probleme würde es wohl auch mit heutigen Superstars wie Luka Doncic, James Harden, Joel Embiid oder Giannis Antetokounmpo geben. Entweder brauchen die Spieler selbst den Ball oder ihr Dreier ist nicht gut genug. Karl-Anthony Towns kann zwar beides, aber sein Wille und Siegergen werden angezweifelt.

Daher wirkt es so, als ob sich James den perfekten Mitspieler zusammengeschnitzt hätte - und gewissermaßen hat er das auch. Denn Davis' Wechsel von den New Orleans Pelicans zu den Lakers wirkt wie lange geplant und alles andere als zufällig oder spontan.

Alles begann damit, dass "AD" im September 2018 bei der Klutch Sports Group, der Agentur des LeBron-Kumpel Rich Paul unterzeichnete. James hatte zwei Monate zuvor die Cleveland Cavaliers verlassen und sich den Lakers angeschlossen - in der Hoffnung auf einen zweiten Superstar, der aber nicht kommen sollte. Zunächst.

Nach dem Wechsel zum Berater von James begannen bereits die Spekulationen rund um einen möglichen Wechsel des Big Man zu den Lakers. Vor allem, als James extra noch einen Tweet absendete, um Davis "in der Familie" zu begrüßen.

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Berater Rich Paul: Davis bleibt bei Pelicans

Paul schob laut diversen US-Medien diesen Gerüchten direkt einen Riegel vor und erklärte, dass er sich in Kürze mit den Pelicans treffen werde und Davis in New Orleans bleiben will. Worte, die schnell ihre Gültigkeit verlieren sollte und durch Wechsel-Forderungen ersetzt wurden.

Glaubt man einem Pelicans-Verantwortlichen, den der Bleacher Reporter zitiert, hat sich die Einstellung von Davis zu den Pelicans schnell komplett gewandelt: "Als er Rich engagierte, hat er sich verändert. Ich sage nicht zum Schlechten oder zum Guten - er hat einfach seine Herangehensweise verändert."

Es kam zum offenen Streit mit den Pelicans, als die Trade-Forderung von Davis bekannt wurde, er dem Team mitteilte, dass er seinen Vertrag nicht verlängern wird. New Orleans ließ ihn schließlich sogar auf der Bank schmoren, damit sich ihr Superstar nicht verletzt, bevor es zu einem möglichen Wechsel käme. James erklärte derweil öffentlich, alles für einen Davis-Trade zu tun.

Rund um die Deadline 2019 musste deshalb jeder einzelne Spieler der Lakers darum bangen, von James bzw. den Lakers-Verantwortlichen getradet zu werden. Da den Pelicans das Angebot aber nicht gut genug war, schalteten sie auf stur und behielten Davis bis zum Sommer.

James will Davis um jeden Preis

Da Davis nicht nur bei den Lakers Interesse hervorgerufen hatte und James seinen Wunschspieler unbedingt wollte, bekam die Franchise von den Lakers dann ein Angebot, welches ihnen Lonzo Ball, Brandon Ingram, Josh Hart, drei Erstrundenpicks und ein Tausch-Recht in der ersten Runde einbrachte.

Die Pelicans schlugen zu, James hatte endlich den perfekten Teamkollegen an seiner Seite. Nachdem die Lakers in der Vorsaison ohne den Star-Big-Man noch die Playoffs verpasst hatten, deutet nun alles auf den Titelgewinn hin.

Es sieht so aus, als ob der ausgeklügelte Plan von James und Paul aufgeht, wenngleich Davis selbst nach seiner Gala-Leistung sofort mahnte: "Die Arbeit ist noch nicht getan. Wir brauchen noch drei Siege mehr."

Auch mit dieser Einstellung passt er perfekt zu James. Spiel 2 der Finals in der Bubble in Florida findet in der Nacht auf Samstag ab 3 Uhr statt (LIVE im TV auf SPORT1+).