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München - Die Brooklyn Nets gehen mit Steve Nash ein Risiko ein - zumal sie mit einem Ex-Mav schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die Ansprüche an den Coach sind groß.

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Steve Nash hat seine Arbeit als neuer Head Coach der Brooklyn Nets noch nicht einmal offiziell aufgenommen, da macht bereits die Meldung einer misslungenen Aktion die Runde.

Der frühere NBA-Profi soll laut New York Times versucht haben, Dirk Nowitzki als Co-Trainer für die New Yorker Franchise zu gewinnen. Doch der frühere Teamkollege soll ihm einen Korb gegeben haben.

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Nun muss Nash also ohne seinen guten Kumpel die Mammutaufgabe angehen, die Nets von einer grauen Maus endlich zu einem Topteam der NBA zu formen. Seit Bestehen der Liga in ihrer jetzigen Form hat Brooklyn keinen Titel gewonnen. In der Team-Vita stehen lediglich zwei ABA-Meisterschaften aus den 70ern.

Mit den Superstars Kevin Durant und Kyrie Irving sollen nun erfolgreiche Zeiten eingeläutet werden. Aber ist Nash der richtige Mann, um das zu schaffen?

Nash als Spieler bei Suns, Mavs und Lakers

In seiner glorreichen Spielerkarriere, die er von 1996 bis 2015 bei den Phoenix Suns, Dallas Mavericks und Los Angeles Lakers verbrachte, blieb ihm der Meistertitel verwehrt.

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Einer der besten Point Guards der Liga-Historie prägte seine Position wie kaum ein anderer, etablierte mit Phoenix unter Trainer Mike D'Antoni unter dem Prinzip "7 Seconds or less" die Kombination aus (wildem) Tempospiel und Distanzwürfen in der NBA. Seine herausragenden Leistungen brachten ihm in seiner zweiten Periode bei den Suns 2005 und 2006 jeweils die MVP-Auszeichnung ein.

Schon damals galt Nash als kreative Kopf und Querdenker, zudem bewies er Führungsqualitäten in seiner Mannschaft – keine schlechten Voraussetzungen für eine Trainerlaufbahn.

Doch an diesem Punkt ist man beim größten Fragezeichen hinter dem Nets-Deal. Denn Nash hat bislang kaum Erfahrungen als Trainer gesammelt.

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Berater bei den Warriors und in Kanada

Der 46-Jährige arbeitete in den vergangenen Jahren beim Meisterteam der Golden State Warriors und dem kanadischen Nationalteam als Berater, hatte Kontakt zu Spielern und Verantwortlichen, echtes Coaching übte er jedoch nicht aus.

Sean Marks, General Manager der Nets, sieht darin kein Problem. "Mit seinen Instinkten für das Spiel, seiner angeborenen Fähigkeit, mit den Spielern zu kommunizieren und sie für ein gemeinsames Ziel zu vereinen, sind wir gut aufgestellt, um in der Liga auf höchstem Level mitzuhalten", erklärte Marks die Vorzüge des in Südafrika geborenen Nash, der mit seinem neuen Angestellten einst bei Phoenix gemeinsam auf dem Court stand.

Aber: Brooklyn setzte seine Hoffnungen schon einmal auf einen ehemals herausragenden Point Guard, einen Ex-Mav, der als Trainer-Neuling den Erfolg bringen sollte. Dass man damit schlechte Erfahrungen machten, scheint für Marks und Franchise-Besitzer Joe Tasi kein ausreichendes Argument gegen Nash gewesen zu sein.

Kidd von Brooklyn Nets schnell wieder entlassen

Im Jahr 2013 installierten die Nets Jason Kidd als Chefcoach, der kurz davor erst seine Spielerkarriere bei den New York Knicks (ausgerechnet dem Lokalrivalen) beendet hatte. Zwar führte er das damals mit Superstars wie Paul Pierce und Kevin Garnett besetzte Team in die Playoffs, wurde nach Unstimmigkeiten in Bezug auf die zukünftige Kaderplanung jedoch schon nach nur einem Jahr wieder entlassen.

Auch Kidds skandalöse Aktion, als er in der Crunchtime gegen die Los Angeles Lakers einen seiner Spieler angewiesen hatte, ihm absichtlich anzurempeln und sein Getränk auf dem Parkett zu verschütten um damit eine Gratis-Auszeit zu bekommen, half seinem Ansehen nicht.

Kidd ist nach vier Jahren bei den Milwaukee Bucks seit 2019 Assistenztrainer bei den Lakers.

Playoff-Aus gegen Raptors ohne Durant und Irving

Nash, der von den Nets mit einem Vertrag über vier Jahre ausgestattet wurde, will es besser machen als Kidd. Doch Marks Aussage verringert den Druck, mit dem er von Anfang an umgehen muss, nicht gerade.

Doch für seine Mission hat er einen in großen Teilen vielversprechenden Kader zur Verfügung. Dieses Jahr scheiterte Brooklyn noch krachend in der ersten Playoff-Runde an den Toronto Raptors – allerdings ohne Durant und Irving. Die beiden Topstars sollen ab der kommenden Saison den Kern des Teams bilden.

Dabei wird es für Nash vor allem darauf ankommen, dass die beiden funktionieren. Möglicherweise gelingt es dem Hall-of-Famer als ehemaligem Spielmacher, die außergewöhnlichen Fähigkeiten des exzentrischen und bisweilen komplizierten Irving in die richtigen Bahnen zu lenken.

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Durant lobte Nash

Der große Vorteil bei Durant: Mit ihm arbeitete Nash bereits bei den Warriors zusammen, führte sogar ein paar Extraeinheiten pro Saison mit ihm durch.

"Er ist jemand, mit dem man über alles reden kann und den ich wirklich respektiere. Sein Basketball-Verstand ist wahrscheinlich der beste, der mir begegnet ist", schwärmte Durant 2018 von Nash.

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Der Anteilseigner des MLS-Klubs Vancouver Whitecaps und des RCD Mallorca selbst erklärt: "Coaching ist etwas, dass ich schon immer ausüben wollte, wenn die richtige Zeit dafür gekommen ist. Ich fühle mich geehrt, mit dieser außergewöhnlichen Gruppe von Spielern und Mitarbeitern, die wir hier in Brooklyn haben, arbeiten zu dürfen."

Dass NBA-Trainer genau der richtige Job für ihn ist, kann Nash nun unter Beweis stellen.