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München - Die Denver Nuggets sind die Cinderella-Story der NBA. Nun warten die Lakers um LeBron James auf das Team um Nikola Jokic. Das bringt Probleme - aber auch Chancen.

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So sieht dann wohl ein perfektes Geburtstagsgeschenk aus!

"Trainer, ich werde dir ein tolles Geschenk machen. Ich werde dich entweder nach Hause bringen - oder zum Finale der Western Conference", versprach Nikola Jokic seinem Trainer Mike Malone vor dem entscheidenden siebten Playoff-Duell gegen die Los Angeles Clippers. Malone feierte am vergangenen Dienstag seinen 49. Geburtstag. 

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Am Ende durfte sich Malone über die Variante freuen, die er sicher bevorzugt hatte: Star-Center Jokic führte die Nuggets mit einem Triple-Double (16 Punkte, 22 Rebounds, 13 Assists) zum entscheidenden Sieg gegen die klar favorisierten Clippers - die in der Serie bereits mit 3:1 vorn gelegen waren.

Die Nuggets sind die große Cinderella-Story der NBA. Und ab heute Nacht wollen sie das Märchen auch gegen das andere Team aus der Westküsten-Metropole fortschreiben, die L.A. Lakers um Megastar LeBron James (Spielplan der NBA-Playoffs).

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Nuggets biegen zwei Mal 1:3

Was den Lauf der Nuggets besonders bemerkenswert macht: Bereits in der Runde zuvor setzte sich das Team gegen die Utah Jazz trotz eines zwischenzeitlichen 1:3-Rückstands durch. Nie zuvor in der Geschichte der NBA war es einem Team gelungen, zweimal einen solchen Rückstand in den gleichen Playoffs zu drehen.

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Maßgeblich für das Comeback gegen die Clippers war - neben Jamal Murray - vor allem der 25 Jahre alte Jokic. 22 Punkte und 14 Rebounds in Spiel fünf, 34 Punkte und 14 Rebounds in Spiel sechs und als krönenden Abschluss das bereits erwähnte Triple-Double im entscheidenden Spiel.

Denver um Jokic verbessert sich stetig

Mit Jokic hat Denver im Draft 2015 einen wahren Glücksgriff getätigt. Obwohl das Team in den folgenden drei Jahren die Playoffs jeweils verpasste, verbesserte es sich stetig und legte allmählich das Image des Loser-Teams ab.

Spätestens in der Saison 2018/19 folgte der Durchbruch. Das junge Nuggets-Team erkämpfte sich 54 Saisonsiege und wurde Zweiter der Western Conference. In den Playoffs folgte jedoch das Aus im Conference Halbfinale gegen die Portland Trail Blazers.

In dieser Saison lief zunächst alles schleppend an, was auch daran lag, dass Jokic mit deutlichem Übergewicht aus Serbien angereist war. Doch mit der zunehmenden Fitness von Jokic steigerten sich auch die Nuggets und starteten schließlich als drittbestes West-Team in die Playoffs.

"Wir akzeptieren einfach nicht, dass jemand besser ist als wir", beschrieb Jokic das Erfolgsrezept des Teams.

Nuggets als Spielverderber

Mit dem Einzug ins Finale der Westen Conference gegen die Lakers haben sich die Nuggets auch als wahrer Spielverderber gezeigt. Fast alle TV-Experten, wie die beiden NBA-Legenden Shaquille O'Neal und Charles Barkley, hatten die Clippers als Sieger der Serie prophezeit.

Manch ein Lakers-Fan ist ganz froh, dass das große Lokalduell ausgefallen ist, galten die Clippers mit Kawhi Leonard doch als größter Stolperstein für die Titelmission von James - doch unterschätzen wird die Nuggets in den Conference Finals sicher keiner mehr.

Murray mit Botschaft an Zweifler

Das liegt an Jokic, aber auch Point Guard Murray. Der Kanadier war es, der die Nuggets in der Serie gegen die Utah Jazz am Leben hielt, und letztlich auch in die nächste Runde führte. 

Für alle Zweifler der Nuggets hatte der 23-Jährige danach eine klare Botschaft: "Sie sollten jetzt besser anfangen, diesem Team verdammten Respekt zu zollen." 

Sein spektakuläres Guard-Duell mit Jazz-Star Donovan Mitchell ging in die Geschichtsbücher ein, denn gemeinsam erzielten sie 475 Punkte. Mehr Punkte hatten zuvor noch nie zwei Spieler aus gegnerischen Mannschaften zusammen in einer Playoff-Serie erzielt.

Murray machte in der Serie gegen die Jazz in drei Spielen mehr als 40 Punkte, zudem 40 Punkte im entscheidenden Spiel sieben gegen die Clippers. 

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Lakers haben Antworten für Jokic

Damit die Nuggets auch gegen die Lakers eine echte Chance haben, wird es mehr denn je auf Murray ankommen. 

Denn Jokic wird aller Voraussicht nach nicht mehr ständig solche Gala-Leistungen wie gegen die Clippers abliefern können. Diese hatten mit Ivica Zubac und dem offensiv stärkeren, aber für Jokic zu kleinen Montrezl Harrell keine Antwort.

Die Lakers können und werden dem Superstar der Nuggets deutlich mehr entgegenstellen. "Der 'Joker' ist ein einzigartiger Spieler auf der Welt. Und einer der vielseitigsten Spieler, die je auf der Center-Position gespielt haben. Er kann dir praktisch auf alle Arten weh tun", sagte Lakers-Coach Frank Vogel.

Vogel kündigte deshalb an, dass die Lakers nach dem Duell mit den Microball-Rockets wieder größer spielen und mit JaVale McGee oder Dwight Howard auf der Center-Position starten werden. Sollte Jokic den beiden Fouls anhängen oder er dennoch nicht zu stoppen sein, haben die Lakers zudem immer noch Anthony Davis.

Davis und LeBron kaum zu stoppen

Der zweite Superstar der Lakers agiert zwar lieber als Power Forward, kann aber jederzeit auch den Center geben. Dazu haben die Nuggets wohl keinen Spieler, der Davis in der Defensive stoppen kann. Jokic fehlt defensiv die Klasse, um Davis konstant im Zaum halten zu können.

Mit Jerami Grant haben die Nuggets einen defensivstarken Flügelspieler, der bereits Kawhi Leonard in Spiel 7 stark verteidigte. Grant kann aber maximal Davis oder James etwas einbremsen, auf keinen Fall beide. Mit Gary Harris haben die Nuggets zwar einen weiteren exzellenten Verteidiger, der aber zu klein und leicht für James ist.

Doch auch die Lakers haben ohne den defensivstarken Avery Bradley, der in der Bubble fehlt, ein Problem: Wer soll Murray in Überform stoppen? Zudem wurden den Nuggets ähnliche Matchup-Probleme bereits in den Runden zuvor vorhergesagt. Bisher hat das Team von Coach Mike Malone die Zweifler immer Lügen gestraft.

Malone geht dementsprechend selbstbewusst in die Serie: "Unser Saisonziel war es nie, ein Spiel sieben zu erreichen. Unser Ziel zu Beginn dieser ganzen Saison war es, eine Meisterschaft zu gewinnen. Wir sind jetzt keineswegs zufrieden."