Dirk Nowitzki und seine Mavs von 2011 sind in der SPORT1-Rangliste der besten Teams aller Zeiten dabei
Dirk Nowitzki und seine Mavs von 2011 sind in der SPORT1-Rangliste der besten Teams aller Zeiten dabei © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago/iStock
Lesedauer: 15 Minuten

München - Michael Jordan und die Bulls, die Meister-Mavs von Dirk Nowitzki und mehr: Fünf SPORT1-Redakteure küren ihre Top-Teams aller Zeiten: Das sind die besten NBA-Fives der Geschichte.

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In den NBA-Finals werden Stars zu Legenden - und ganze Teams machen sich für immer unsterblich.

Bevor Superstar LeBron James mit seinen Los Angeles Lakers gegen sein Ex-Team Miami Heat erneut nach der Meisterschaft greift, haben fünf SPORT1-Redakteure in die Vergangenheit geblickt und stellen ihre persönlichen Favoriten vor.

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Das sind die besten NBA-Teams aller Zeiten:

CHICAGO BULLS 1996: Ron Harper (PG), Michael Jordan (SG), Scottie Pippen (SF), Toni Kukoc (SF/PF), Dennis Rodman (PF/C)

Dennis Rodman (l.), Scottie Pippen (M.) und Michael Jordan (r.) holten mit den Chicago Bulls 1998 ihren letzten Titel
Dennis Rodman (l.), Scottie Pippen (M.) und Michael Jordan (r.) holten mit den Chicago Bulls 1998 ihren letzten Titel © Getty Images

ERIC BÖHM: Die Entscheidung für die Bulls liegt als überzeugter Jordan-Jünger natürlich am besten Spieler aller Zeiten, wie er die New York Knicks zur Verzweiflung trieb, die Orlando Magic ein Jahr nach der überraschenden Niederlage per Sweep demütigte, wie er 1998 in Spiel 7 die Indiana Pacers beherrschte. Und natürlich die NBA-Finals. (Spielplan und Ergebnisse der NBA-Playoffs)

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Aber seine Mitstreiter beim zweiten Threepeat waren jeder für sich herausragende Basketballer. Zwar startete der nicht nur sportlich blasse Australier Luc Longley, das Lineup mit Dennis Rodman war schlicht die beste Fünf aller Zeiten.

Die Bulls lieferten damals die Vorlage für den heutigen Small Ball. Weil Toni Kukoc so variabel war, konnten sie mit ihm oder Rodman auf Center spielen. Das Lineup konnte defensiv von eins bis fünf switchen, hatte immer drei Scorer und mindestens drei herausragende Verteidiger (MJ, Pippen, Rodman) - mit Ron Harper gar vier - auf dem Court. Es war einer von Coach Phil Jacksons vielen Geniestreichen.

Dieses Team war Perfektion auf dem Parkett. Es gewann 1995/1996 72 Spiele, im Jahr darauf 69 und 1998 gelang ihnen die zehnte (!) Siegesserie von mindestens acht Spielen - aber in den Playoffs waren sie tödlich.

Rodman war ein Schlüssel. Natürlich weiß jeder um seine Rebounds und seine Verrücktheiten, aber er war auch ein unfassbarer Arbeiter. Nicht selten ging er nach 45 Minuten auf dem Court noch eineinhalb Stunden in den Kraftraum.

Jeder denkt an Jordans und Pippens Offensive, aber in den drei Finals gegen die hippen Supersonics und die starken Stockton/Malone-Jazz ließen sie nur zweimal mehr als 92 Punkte zu, zerlegten Utah einmal 96:54 und hielten die Sonics im entscheidenden Spiel bei 75 Punkten. Un-erreicht!

DALLAS MAVERICKS 2011: Jason Kidd (PG), Jason Terry (SG), DeShawn Stevenson (SF), Dirk Nowitzki (PF), Tyson Chandler (C)

Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks krönten sich 2011 zum NBA-Champion
Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks krönten sich 2011 zum NBA-Champion © Getty Images

ROBIN WIGGER: Alles andere als die Mavs-Meistermannschaft von 2011 zu nehmen, wäre für mich unglaubwürdig. Dass es im Finale ausgerechnet gegen die Heat ging, gegen die Dallas 2006 noch so bitter verlor, machte das Gefühl nur umso süßer.

Zugegeben: Nach jahrelangen Enttäuschungen hatte ich auch dieses Mal fast die Hoffnung aufgegeben, als ein einbeiniger Brandon Roy Dallas in Spiel 4 der Erstrundenserie im 4. Viertel demütigte und den 18-Punkte-Rückstand der Portland Trail Blazers fast im Alleingang wettmachte. "Typisch Dallas, das wird doch wieder nichts", waren Gedanken, die mir durch den Kopf gingen.

Umso erstaunlicher, wie die Mavs, die trotz einer guten Saison vor den Playoffs als Wunschgegner aller West-Teams ausgemacht wurden, zurückschlugen. Dem Seriensieg gegen die Trail Blazers folgte der Sweep gegen die Los Angeles Lakers, als Dallas mit dem Titelverteidiger vor allem in Spiel vier beim 122:86 den Boden aufwischte und dabei 20 Dreier versenkte – was für eine Show!

Nowitzkis Playoff-Serie gegen die Oklahoma City Thunder ist als eine der besten in die Geschichte eingegangen – so unstoppable habe ich Nowitzki nie gesehen. Und dann das krönende Finale: Die Revanche gegen die Miami Heat.

Jason Kidd war der beste Point Guard, den Dallas je hatte – sorry, Steve Nash. Auch mit 38 Jahren ein genialer Spielmacher, der in den Playoffs mit nie zuvor gesehener Dreiergefahr und erstklassiger Defense gegen LeBron James und Dwyane Wade überraschte.

Jason Terry? Sich vor der Saison ein Tattoo mit der NBA-Trophäe stechen zu lassen, ist größenwahnsinnig. Wenn man diese Trophäe dann am Ende der Saison aber in den Händen hält, ist die Aktion wiederum überragend. Terry gehört vor allem aus zwei Gründen in meine Top Fünf. Er hat wie Nowitzki die bittere Finals-Pleite 2006 miterlebt. Und er war zur Stelle, als Nowitzki (und die Mavs) ihn am meisten brauchten. Mit seinem Dagger-Dreier über LeBron in Spiel fünf und mit einer überragenden ersten Halbzeit im entscheidenden Spiel sechs, als Nowitzki kein Scheunentor traf.

Auf Small Forward könnte (oder müsste) Alleskönner Shawn Marion stehen. Doch DeShawn Stevenson steht sinnbildlich für die unzähligen Rollenspieler, die ihren Beitrag zur Meisterschaft leisteten. Ob Ian Mahinmi mit seinem Buzzer Beater vor dem Schlussviertel in Finals-Spiel sechs, ob "Hausmeister" Brian Cardinal, der sich jedem Superstar ohne Rücksicht auf Verluste in den Weg stellte, ob JJ Barea mit seinen wieselflinken und wilden Aktionen, ob Peja Stejakovic mit seinem Dreierhagel gegen die Lakers. Den Ausschlag für Stevenson gibt einfach dessen für ein Titelteam benötigte Arroganz (Hallo, LeBron) - und drei gaaanz wichtige Dreier in Spiel sechs.

Über Dirk Nowitzki muss man eigentlich nicht mehr viele Worte verlieren. Trotz Erfolglosigkeit blieb er den Mavs treu, spielte unvergleichbare Playoffs und rächte sich an Miami. Ob sein 48-Punkte-Spiel gegen die OKC Thunder, sein ikonischer Linkskorberleger nach dem Mega-Comeback in Finals-Spiel 2, sein Flu Game oder sein vorzeitiger Abgang beim Titelgewinn – es sind Momente, die sich für immer im Gehirn eingebrannt haben.

Tyson Chandler wiederum beendete die gescheiterten Versuche der Mavs-Verantwortlichen, Nowitzki einen fähigen Defensiv-Center zur Seite zu stellen und brachte Leidenschaft, Aggressivität und Athletik. Als emotionaler Leader, defensiver Anker und "Resteverwerter" in der Offensive war der im Sommer 2010 geholte Chandler DAS entscheidende Puzzleteil.

BOSTON CELTICS 2008: Rajon Rondo (PG), Ray Allen (SG), Paul Pierce (SF), Kevin Garnett (PF), Kendrick Perkins (C)

Gegen die Los Angeles Lakers holten die Boston Celtics 2008 ihren 17. NBA-Titel
Gegen die Los Angeles Lakers holten die Boston Celtics 2008 ihren 17. NBA-Titel © Getty Images

RAPHAEL WEBER: Der Blockbuster-Sommer 2007 mit dem Bau der Big Three Paul Pierce, Kevin Garnett und Ray Allen in Boston läutete die neue Superteam-Ära in der NBA ein – aber dieses Team hebt ein ganz entscheidender Fakt von den Nachahmern kommender Jahre ab: Es war sympathisch, weil sich hier eben nicht drei Superstars bewusst zusammengerottet hatten.

Weder begleitete diese Celtics das berechnende Kalkül der Miami Heat von 2010 mit Dwyane Wade, Chris Bosh und LeBron James (die beide ihre Teams als Free Agents sitzen ließen) samt fragwürdiger "Decision", noch deren von Anfang an gelebte Arroganz ("nicht vier, nicht fünf, nicht sechs, nicht sieben Meisterschaften…") und ebensowenig der extrem fade Beigeschmack eines Kevin Durant, der sich als MVP-Kandidat an den Rockzipfel der 73-Siege-Warriors hing.

Pierce, Garnett und Allen wurden mit hohem Einsatz und Risiko zur Big Three gebaut. KG kam per Trade für fünf Spieler und zwei Erstrundepicks aus Minnesota, "Jesus Shuttlesworth" ging unter anderem für den 5. Pick im NBA-Draft (dieser wurde zu Jeff Green) von Seattle nach Boston. Keiner aus diesem Trio hatte bis dahin in den Playoffs wirklich etwas gerissen (Garnett gewann mit den Timberwolves ganze zwei Playoff-Serien, Allen kam einzig 2001 mal richtig weit).

Diese Celtics waren vom 1. Tag an ein echtes Team, das sich die afrikanische Lebensphilosophie "Ubuntu" zum Motto und Schlachtruf machte. Eben diese Gemeinschaft, Zusammenarbeit (grob übersetzt) lebte diese Mannschaft vom Start weg, blieb mit Ausnahme von Allen auch nach der gemeinsamen Zeit eng verbunden.Point Guard Rajon Rondo und Center Kendrick Perkins, die als Youngster die erste Fünf komplettierten, hatten schon durch den großen Unterschied in Alter und öffentlichem Ansehen untereinander eine sehr enge Bindung.

Weil sie durch das Alter der Top-Akteure (Pierce 31, Garnett 31, Allen 32) von Beginn an ein Ablaufdatum hatten, mit KG einen der intensivsten Spieler aller Zeiten in ihren Reihen und dazu noch Defensiv-Genie Tom Thibodeau als Co-Trainer, marschierten die Celtics von Beginn an gnadenlos. Boston spielte trotz dreier Superstars Teambasketball, "Thibs" kreierte dank der Verteidigungs-Asse Garnett, Rondo und Perkins sowie dem unterschätzten Pierce eine erstickende D mit Prinzipien, die später die gesamte Liga kopierte.

Nach einem Start mit neun Siegen in Serie hatten die Mannen aus Beantown am Ende der Saison mit 66-19 die beste Bilanz der Liga und vernichteten im entscheidenden 6. Finals-Spiel die verhassten Lakers daheim in Boston mit 131:92 (Rekord für eine Titel-Entscheidung). Die Krönung schon im ersten Jahr!

Warum dieses Team meine Lieblings-Fünf aller Zeiten ist? Weil sie mit extrem viel Herz gespielt haben, in den kommenden Jahren herbe Rückschläge einstecken mussten und trotzdem so hart kämpften, dass nicht nur LeBron James gebrochen wurde (da hatte Garnett recht, siehe Flucht nach Miami 2010), sondern mindestens auch Titel Nummer 18 gegen die Lakers 2010 hätte rausspringen müssen.

Aber es sollte nicht so sein. Garnett verlor durch seine Knieverletzung 2009/2010 und fortschreitendes Alter an Athletik, was sich auch mit seiner übermenschlichen Intensität nicht mehr komplett wettmachen ließ. Perkins‘ Kreuzbandriss in den Finals 2010 kostete Boston den möglichen Titel, 2011 wurde er zu den Thunder getradet. Allen aka "Jesus Shuttlesworth" traf in der Endspielserie 2010 nach einem Rekord in Spiel 1 praktisch kaum einen Dreier mehr und wurde 2012 zum Judas, indem er ausgerechnet zu LeBrons Heat ging – diese hatten Bostons Fast-Rentner kurz zuvor noch an den Abgrund gedrängt. Nur das 45-Punkte-Monsterspiel des selbsternannten "Chosen One" nach 2:3-Serienrückstand im Conference Halbfinale gegen die Celtics verhinderte, dass seine Karriere in eine ganz andere Richtung ging.

Der Titel 2008, diese außergewöhnliche Verbindung gerade von Pierce, Garnett und Rondo auch Jahre später noch, das ist, was bleibt und diese Celtics zum Mythos macht.

Golden State Warriors 2015: Stephen Curry (PG), Klay Thompson (SG), Andre Iguodala (SF), Harrison Barnes (PF), Draymond Green (C)

Klay Thompson (l.), Draymond Green (M.) und Steph Curry bilden das Herz der Super-Warrirors
Klay Thompson (l.), Draymond Green (M.) und Steph Curry bilden das Herz der Super-Warrirors © Getty Images

JONAS NOHE: Angesichts von Corona, der NBA-Bubble und der Auferstehung der Los Angeles Lakers scheint es Ewigkeiten her - aber bevor die Golden State Warriors zum schlechtesten Team der historischen NBA-Saison 2019/20 wurden, waren sie das genaue Gegenteil. Ja, sogar mehr als das.

Die Warriors waren nicht nur das beste Team der Liga. Sie waren ein Team, wie es die NBA zuvor noch nie gesehen hatte. Ein Team, das so viel Spaß beim Zuschauen machte, weil es selbst so viel Spaß beim Spielen zu haben schien.

Und nein, gemeint sind nicht die Superteam-Warriors mit Kevin Durant - sondern die Mannschaft, mit der die Dynastie in der Saison 2014/15 ihren Anfang nahm.

Stellvertretend dafür steht ein Lineup, das die NBA revolutioniert hat. Ein Lineup, das für die entscheidende Wende in den NBA Finals 2015 gegen LeBron James' Cleveland Cavaliers sorgte. Ein Lineup, dessen Name allein für Angst und Schrecken sorgte - und das längst einen eigenen Wikipedia-Artikel hat.

Das Death Lineup. Die Aufstellung des Todes.

Klar, mit Durant wurde daraus sogar das "Megadeath-Lineup" - aber sind wir doch mal ehrlich: Das klingt irgendwie ein bisschen arg dick aufgetragen, und meistens ist das Original ja doch besser als jede Kopie, so gelungen sie auch sein mag.

Vor allem aber war dieses Team in der Ära der aus etablierten Stars zusammengestellten Superteams - erst die Boston Celtics, dann die Miami Heat, später die Warriors mit KD und seither die Rockets, die Clippers, die Lakers ... - eben genau das nicht.

Da rissen Stephen Curry und Klay Thompson, ein Nummer-7- und ein Nummer-11-Pick, beide über Jahre unterschätzt, die Fans mit ihrem Dreierspektakel von den Sitzen.

Ein weiterer Nummer-7-Pick, Harrison Barnes, steuerte im Schatten der beiden immer wieder entscheidende Plays auf dem Weg in die Finals bei.

Draymond Green, der Zweitrundenpick, der bis heute alle 34 Spieler aufsagen kann, die 2012 vor ihm gedraftet wurden, verteidigte alles und jeden, der sein Glück gegen ihn versuchte.

Und Andre Iguodala, der mit den Miami Heat gegen die Lakers nun seine sechsten Finals in Folge bestreitet, wurde nicht nur als LeBron-Stopper zum X-Faktor und Finals-MVP, obwohl er bis zum vierten Spiel gegen die Cavaliers kein einziges Mal in der Starting Five gestanden hatte.

Dieses Small-Ball-Lineup, in dem kein Spieler mehr als 2,03 Meter misst, war die Krönung dessen, was Steve Kerr in seiner ersten Saison als Head Coach in der NBA aufs Parkett schickte.

Kerrs größter Verdienst aber war wohl die einzigartige Team Chemistry, von der auch die wichtigen Rollenspieler wie Shaun Livingston, Leandro Barbosa oder David Lee schwärmten.

"Wenn wir den Titel mit einem Haufen Idioten gewonnen hätten, wäre es eine großartige Erfahrung gewesen, aber ihn mit diesen Jungs zu gewinnen, hat es zu etwas ganz Besonderem gemacht", sagte Lee nach dem Titelgewinn.

Dieser Zusammenhalt spiegelte sich in der Art des Basketballs wider, den die Warriors auf dem Court zelebrierten: Sie spielten echten Team-Basketball.

Und wahrscheinlich ist es genau das - mehr noch als Currys und Thompsons spektakuläre Dreier, Iguodalas knallharte Verteidigung oder Greens einzigartige Emotionalität - was das Meisterteam der Golden State Warriors 2015 auch Jahre später noch zu einer ganz besonderen Mannschaft macht.

ORLANDO MAGIC 1995: Penny Hardaway (PG), Dennis Scott (SG), Nick Anderson (SF), Horace Grant (PF), Shaquille O'Neal (C)

Shaquille O'Neal (l.) und Penny Hardaway (r.) schockten sogar Michael Jordan
Shaquille O'Neal (l.) und Penny Hardaway (r.) schockten sogar Michael Jordan © Getty Images

MAXIMILIAN MIGULETZ: Heute klingt es fast skurril, aber die Orlando Magic waren mal die heißeste Show der NBA!

1994/1995 toppte die damals junge Franchise (Gründung 1989) die Eastern Conference, ließ Michael Jordan buchstäblich im Staub des Courts liegen und war mit einer fulminanten Starting Five für eine Titel-Dynastie bestimmt. Die Magie wirkte und verzauberte auch mich als blutjungen NBA-Anfänger.

Der größte Star, ohne Frage: Shaquille O'Neal. Der spätere Hall-of-Famer war von der ersten Minute seiner in Orlando begonnenen Karriere an eine Ausnahmeerscheinung und Entertainment pur.

Doch meine Bewunderung gehörte mehr noch seinem kongenialen Partner: Penny Hardaway. Zu seiner Peak-Zeit nicht nur der beste Point Guard der Liga, sondern auch einer der geschmeidigsten Spieler – der neue Jordan, hieß es. Und so trug ich mit meinem ersten NBA-Jersey den Namen "Hardaway" über den Schulhof.

Dazu der (Titel-)erfahrene Horace Grant, Dreier-Spezialist Dennis Scott (stellte 1996 mit 11 Dreiern in einem Spiel einen sieben Jahre gültigen Rekord auf) und die tragische Figur: Nick Anderson. Er war es, der Jordan in Game 1 der 2. Playoff-Runde den Ball abluchste, "His Airness" in die Horizontale zwang und den Erfolg der Magic einleitete.

Anderson war es aber auch, der in Game 1 der Finals 1995 gegen die Houston Rockets vier Freiwürfe in Serie vergab – das Ende vom Anfang einer NBA-Dynastie, die nicht sein durfte. Die Serie ging 0:4 verloren, im Folgejahr war der angestachelte Jordan zu stark für Orlando und mit dem Weggang von O'Neal nach L.A. 1996 brach das Team auseinander.

Was bleibt? Die Erinnerung an eine magische Five für ein Jahr – und Pennys Trikot im Schrank.