Kevin Love hat mittlerweile einen Weg gefunden, offen mit seiner Depression umzugehen
Kevin Love hat mittlerweile einen Weg gefunden, offen mit seiner Depression umzugehen © Imago
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München - NBA-Star Kevin Love offenbart neue Details über seinen Kampf gegen die Depressionen - und erklärt, was ihm in dunklen Phasen das Leben gerettet hätte.

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Er war NBA-Champion an der Seite von LeBron James, fünfmal All-Star, Top-Rebounder der Liga: Seit zweieinhalb Jahren allerdings hat Kevin Love eine weitere Mission: den Kampf für einen besseren Umgang mit dem Thema Depressionen.

Dass er selbst darunter leidet, offenbarte der Forward der Cleveland Cavaliers im März 2018. Jetzt hat er in einem Text für Player's Tribune neue Details seiner Krankheitsgeschichte enthüllt - und appelliert mit eindringlichen Worten an Betroffene und deren Umfeld.

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Der 32-Jährige macht dabei auch deutlich, dass er mehrmals an einem Punkt war, an dem seine psychischen Probleme tödlich hätten enden können.

"Als ich während meiner Panik-Attacke auf dem Boden des Trainerzimmers lag, war dies wahrscheinlich der schrecklichste Moment meines Lebens", blickt er auf die Panikattacke im Herbst 2017 zurück, nach der er therapeutische Hilfe in Anspruch nahm: "Ich schnappte nach Luft, und mein Herz schlug mir aus der Brust, und ich dachte wirklich, dass der Tod eine Möglichkeit wäre."

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Und auch fünf Jahre zuvor sei er in einer kritischen Situation gewesen, "in der dunkelsten Zeit meines Lebens". In der Saison 2012/13 absolvierte er verletzungsbedingt nur 18 Spiele.

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Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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In dieser Phase sei er oft mit sich und seinen Gedanken allein gewesen: "Meine Identität war weg. Mein emotionales Ventil war weg. Alles, was mir blieb, war ich und mein Verstand." Statt sich in dieser schwierigen Phase Hilfe zu suchen, vergrub er sich allein in seiner Wohnung, kreiste um sich selbst, sei immer wieder zu dem Gedanken gekommen: "Wie kann ich diesen Schmerz verschwinden lassen?"

Suizidgedanken? Love spricht es so nicht aus, aber lässt wenig Raum für Interpretation: "Ich glaube nicht, dass ich viel mehr als das sagen muss."

Sein privates Umfeld hätte ihm letztlich die Hilfe zuteil werden lassen, die er gebraucht hätte: "Wenn es nicht ein paar meiner engsten Freunde gegeben hätte, wüsste ich nicht, ob ich heute hier wäre und meine Geschichte erzählen würde."

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Love mit eindringlichem Aufruf

Love hofft, dass seine Geschichte anderen Betroffenen helfen kann: "Wenn es da draußen jemanden gibt, der das gerade liest - und sei es auch nur eine Person -, der in demselben dunklen Raum sitzt und dieselben Gedanken hat... alles, was ich Ihnen sagen kann, ist dies: Sprechen Sie mit jemandem."

Dass er diesen Weg der schonungslosen Offenheit auch selbst verfolgt, machen seine weiteren Zeilen deutlich.

"Ich versuche nicht, Ihnen eine Märchen-Version von psychischer Gesundheit zu verkaufen. Es hat mich Jahre und Jahre gekostet - verdammt, es hat wirklich 29 Jahre gedauert, bis mir klar wurde, was ich brauchte", schreibt er: "Ich brauchte Medikamente. Ich brauchte eine Therapie. Ich brauche diese Dinge jetzt immer noch und ich werde sie wahrscheinlich immer brauchen."

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DeRozan ebnete den Weg

Ein wichtige Hilfe auf seinem Schritt an die Öffentlichkeit war DeMar DeRozan. Der Shooting Guard machte seine Depression 2018 vor dem All-Star-Game per Twitter öffentlich. Dazu führte er ein ausführliches Interview mit The Toronto Star und stellte klar: "Das ist nichts, wofür ich mich schämen müsste."

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Diese Offenheit hatte auch Love dazu gebracht, seine Depressionen publik zu machen: "Die wirkliche Person (Love, Anm.d.Red.) wäre übrigens ohne den Mut von DeMar DeRozan, der diesen Weg für alle geebnet hat, gar nicht in der Lage gewesen, seine Geschichte zu erzählen."

Zwar würden die Probleme durch Offenheit nicht schlagartig verschwinden - aber einen Funken Hoffnung kann er Betroffenen geben: "Ich kann Ihnen sagen, dass Sie definitiv nicht allein sind!"