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München - Die Los Angeles Clippers kassieren gegen die Dallas Mavericks den Ausgleich, auch weil Paul George seiner Form hinterherläuft. Gefährdet er den Titel-Run?

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"Du kannst dich nicht selbst 'Playoff P' nennen und dann verlierst du die ganze Zeit", tobte NBA-Legende Charles Barkley beim US-Sender TNT.

Der Stein des Anstoßes war die dürftige Leistung von Paul George. Der Co-Star der Los Angeles Clippers kann gegen die Dallas Mavericks nicht in dem Maße auftrumpfen, wie es Fans und Experten von einem mehrmaligen All-Star erwarten würden. In Spiel zwei und drei gelangen ihm insgesamt magere 25 Punkte - bei 33 Wurfversuchen. Gerade einmal drei Dreier streute George ein, der sich zu seiner Zeit bei den Oklahoma City Thunder selbst als "Playoff P" bezeichnet hatte.

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Auch in Spiel vier gegen die Mavericks war George von einer herausragenden Leistung weit entfernt. Nur drei von 14 Würfen aus dem Feld fanden den Weg durch die Reuse, für gerade einmal neun mickrige Zähler.

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In der Defensive konnte George bislang ebenfalls nur selten überzeugen. Bezeichnend, dass Clippers-Coach Doc Rivers im letzten Angriff der Mavs anstelle von "PG 13" Reggie Jackson auf Luka Doncic ansetzte, was den Slowenen bei seinem wilden Step-Back-Dreier-Buzzerbeater nur wenig beeindruckte.

George mit schwächster effektiver Wurfquote

Auch Kawhi Leonard, der wie George als starker Verteidiger gilt, wurde nicht auf den jungen Slowenen angesetzt.

Aber während Leonard zuvor die offensive Last (32 Punkte) gemeinsam mit Lou Williams (36 Punkte) trug, war von George wieder einmal nichts zu sehen. Mit 34,8 Prozent hat der 30-Jährige die schwächste effektive Feldwurfquote (Freiwurf- und Feldwurfquote kombiniert) aller Spieler mit mindestens 50 Wurfversuchen in den Playoffs. Viel zu wenig für einen Spieler, der gemeinsam mit dem letztjährigen Finals-MVP Leonard die Clippers in Richtung Titel führen soll.

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"Ich muss damit umgehen, es ist ein Marathon" sagte George in einer Medienrunde über seine Offensivkrise. Er ergänzte: "Ich dachte schon früh, dass ich einen Rhythmus hätte, doch dann im dritten Viertel gab es einen langen Abschnitt, in dem ich den Rhythmus verlor und nach ihm suchte."

Leonard glaubt an George

Über die Gründe für seine Probleme rätselte jedoch auch George. Er kriege die Würfe, es gebe viel Platz, weil die Verteidiger nicht besonders nah seien, aber er bringe den Ball einfach nicht unter.

Teamkollege Leonard ist überzeugt, dass sich George aus seinem Tief herauskämpfen wird: "Seine Zeit wird kommen. Jeder hat seinen Anteil bei einem erfolgreichen Basketballspiel."

Georges Anteil am Clippers-Spiel ist momentan jedenfalls deutlich zu gering für einen Spieler, der in den kommenden Jahren über 34 Millionen Dollar pro Jahr einstreicht und schon sechs Mal als All-Star ausgezeichnet wurde.

Spätestens seit der vergangenen Nacht dürften aber auch die Clippers gemerkt haben, dass es gegen Dallas ohne einen deutlich stärkeren George schwierig werden dürfte. Der 30-Jährige selbst sieht sich in der Lage, dem Team trotz Wurfkrise weiterhelfen zu können. "Ich bin kein James Harden, der nur werfen und scoren kann. Ich kann auf beiden Seiten effektiv sein", sagte George nach Spiel drei der Serie. Von seiner vielgepriesenen Verteidigung war bislang aber noch wenig zu sehen.

"Playoff P" in Gefahr

Ähnlich wie auch Harden konnte der selbsternannte "Playoff P" in der entscheidenden Phase der Saison bislang zu selten glänzen. So wird George in den unendlichen Weiten der sozialen Netzwerke schon zum "Pandemic P" ernannt. Zudem prasseln Hohn und Spott aus allen Ecken und Enden auf den Clippers-Star ein.

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In der Vergangenheit hat sich bereits gezeigt, dass George als alleiniger Star in einem Team nicht höchsten Ansprüchen genügt, aber als zweite Option ist er dafür teilweise zu gut. Die Symbiose mit Leonard, der nicht gerne alleine im Rampenlicht steht, erschien daher perfekt.

Doch Verletzungen und das berüchtigte "Load Management" verhinderten ein Einspielen des Duos in der regulären Saison, gerade einmal acht Spiele bestritten die Kalifornier mit komplettem Kader. Während Leonard jederzeit für sich selbst kreieren kann und somit in den offensiven Rhythmus kommt, lebt George etwas mehr vom Rhythmus, den er in den Playoffs bislang noch überhaupt nicht gefunden hat.

Auch wenn sich er selbst und Leonard noch gelassen geben, allzu lange sollte Georges Krise nicht mehr andauern. Denn ein Aus in der ersten Playoff-Runde würde den Ruf des "Playoff P" endgültig den Rest geben.