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München - Bei seiner ersten Playoffteilnahme stellt Luka Doncic von den Dallas Mavericks zahlreiche Rekorde auf. Coach Rick Carlisle erwartet Großes von seinem Schützling.

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Plötzlich war dann doch wieder dieses schelmische Grinsen im Gesicht von Luka Doncic zu sehen.

Der 21 Jahre alte Superstar der Dallas Mavericks hatte soeben im sechsten Spiel der Playoff-Serie gegen die Los Angeles Clippers sein Team beinahe im Alleingang wieder in Schlagdistanz gebracht.

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Stepback-Dreier, Zug zum Korb, Pick n' Roll mit Boban Marjanovic: Doncic zeigte in dieser Phase sein ganzes Offensivpotenzial, nachdem er wenige Minuten zuvor noch am Hadern war.

Doch am Ende sollte selbst ein famoser Doncic (38 Punkte, neun Rebounds, neun Assists) für die Mavs nicht reichen, um Spiel sieben gegen den Titelanwärter aus L.A. zu erzwingen. Die Gründe dafür liegen, neben dem Ausfall von Co-Star Kristaps Porzingis, in den Offensiv-Problemen der anderen Mavs-Spieler, die gegen die starke Clippers-Defense teilweise große Mühen hatten.

Nichtsdestotrotz hat Doncic in seinen ersten sechs NBA-Playoff-Spielen, der größtmöglichen Bühne im Basketball, einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sogar der zweimalige Finals-MVP Kawhi Leonard, der sich mit Doncic phasenweise ein furioses Offensivduell lieferte und den Slowenen defensiv noch am besten kontrollieren konnte, zollte Respekt.

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"Er ist ein großartiger Spieler. Das waren seine ersten Playoffs, er kämpfte jede Minute davon, als er auf dem Feld stand und ließ sich nicht entmutigen. Er führte sein Team in jedem Spiel und machte einen unglaublichen Job", sagte der sonst so nüchterne "Fun Guy" Leonard beinahe schon schwärmerisch über Doncics Playoff-Leistungen.

Superstar Kevin Durant erklärte deutlich: "Er ist ein verdammtes Problem."

Doncic fabriziert Rekord-Zahlen in den Playoffs

Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht dies. So legte er in der Serie (mit einem lädierten Knöchel) durchschnittlich über 30 Punkte, acht Assists und acht Rebounds auf – noch nie zuvor hatte ein Spieler innerhalb der Playoffs solche Zahlen auflegen können. Zudem sind seine 42 Punkte aus dem ersten Spiel der neue Höchstwert für ein Playoff-Debüt.

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Mit 31 Punkten pro Partie ist er zudem der Spieler mit dem sechstgrößten Punktedurchschnitt bei der Playoff-Premiere in der NBA. Da sich Doncic nicht alleine aufs Scoring beschränkt, bietet sich hier ein Vergleich mit Spielern wie Michael Jordan oder LeBron James und deren erstem Playoff-Run an.

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Während Jordan bei den Bulls in seinen ersten Playoffs auf 29,3 Punkte pro Partie kam, lieferte LeBron bei den Cleveland Cavaliers 30,8 Punkte im Schnitt ab. Beide Superstars weist Doncic in die Schranken.

Mit zwei Triple-Doubles in den ersten vier Spielen und seinem irrsinnigen Buzzer-Beater in der Verlängerung von Spiel vier - noch nie war ein Akteur bei einem Treffer mit der Sirene in den Playoffs jünger -, setzte Doncic weitere Highlights, die auch LeBron James und Stephen Curry verblüfften.

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Fast schon beiläufig lag auch noch die Last der kompletten Mavs-Offensive auf seinen Schultern. Laut des Datenanbieters Synergy Basketball war Doncic in durchschnittlich 34,6 Minuten Spielzeit an 59,5 (!) Punkten beteiligt.

Dabei fokussierte sich die Clippers-Defense, nach dem Ausfall von Porzingis, ohnehin noch mehr auf den 21-Jährigen. Aber gestählt aus zahlreichen Schlachten bei Real Madrid, wo Doncic mit 15 Jahren debütierte, sorgte er nun auch in den NBA-Playoffs für Furore mit Leistungen, die selbst langjährige NBA-Akteure noch nicht allzu oft begegnet sind. "Er ist einer der härtesten Spieler, die ich jemals in der Liga gesehen habe - und das bezieht sich auf die letzten 35 oder 36 Jahre", sagte Mavs-Coach Rick Carlisle über Doncics Playoff-Debüt.

Diese Dinge muss Doncic noch verbessern

Aber bei allem Lob gibt es natürlich auch für Wunderkind Doncic noch einige Dinge zu verbessern. Es scheint fast unwirklich angesichts der weit entfernten Dreier, die er gerne nimmt, dass er an der Freiwurflinie schwächelt. Mit Ausnahme des ersten Playoff-Spiels bewegte sich Doncics Freiwurfquote etwas über den 60 Prozent, selbst die knapp 76 Prozent aus der regulären Saison sind ausbaufähig.

Auch defensiv kann Doncic noch zulegen, lässt er seine Gegenspieler doch so manches Mal laufen, geht halbherzig oder mit schlechter Fußarbeit zum Closeout oder handelt sich unnötige Fouls ein.

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Und sein häufiges Lamentieren in Richtung Schiedsrichter bei einem ausbleibenden Foulpfiff sollte der Slowene schleunigst abstellen. Denn zum einen verliert er dadurch zumindest für einen kurzen Moment den Fokus, zum anderen macht er sich bei den Referees damit nicht unbedingt beliebter und riskiert technische Fouls. Hin und wieder lässt er bei misslungenen Aktionen seiner Teamkollegen zudem die Schulter hängen.

Aber: Vieles davon ist ein Lernprozess, den man einem 21-Jährigen zugestehen muss. Schließlich gilt auch für Luka Magic: "Nobody is perfect."

"Ich erwarte, dass er nächstes Jahr noch besser spielen wird und etwas Neues in seinem Spiel haben wird. Auf die selbe Weise, wie es Larry Bird, Magic Johnson und Michael Jordan in jedem Sommer taten", sagte Mavs-Coach Carlisle.

Doncic will Meisterschaft gewinnen

Doncics bisherige Karriere (jünster EuroLeague-MVP 17/18, Europameister 17) zeigt, dass keine Herausforderung groß genug für ihn sein kann. So kündigte er vor dieser Saison an, mit Dallas die Playoffs erreichen zu wollen und hielt Wort. Nun erklärte Doncic: "Mein Ziel vor jeder Saison ist es, eine Meisterschaft zu holen."

Nach der Wahl zum Rookie des Jahres winkt 2020 die Trophäe als Most Improved Player, ein zukünftiger MVP-Titel scheint realistisch. Soll es auch mit dem Teamerfolg klappen, sind die Mavs-Verantwortlichen gefordert. Doch die wissen, was sie an Doncic (und Porzingis) haben und werden alles daran setzen, ihren neuen Superstar glücklich zu machen.

Auf die Frage, wie weit er gehen würde, um Doncic bei den Mavs zu halten, soll Besitzer Mark Cuban gesagt haben: "Wenn ich zwischen meiner Frau und Lukas Verbleib bei den Mavs wählen müsste, würdet ihr mich bei den Anwälten finden, wie ich die Scheidung vorbereite."

Sollte Doncic diese (angebliche) Aussage zu Ohren gekommen sein, dürfte wieder dieses schelmische Grinsen auf seinem Gesicht zu sehen gewesen sein.