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München - Jayson Tatum entwickelt sich bei den Boston Celtics zum Superstar. Dabei sorgte nur ein Anruf dafür, dass Tatum seine Chance dort überhaupt wahrnahm.

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Jayson Tatum ist erst 22 Jahre alt - und schon jetzt ein Star.

Spätestens in dieser Saison hat er sich zum neuen Aushängeschild der Boston Celtics entwickelt.

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Mit über 23 Punkten pro Spiel führte der Forward seine Mannschaft auf Platz drei in der Eastern Conference. Nach einem Sweep in der ersten Runde der Playoffs gegen die Philadelphia 76ers, in der Tatum 27,0 Punkte und 9,8 Rebounds auflegte. wartet nun der Titelverteidiger aus Kanada, die Toronto Raptors, auf den Rekordmeister. Nach der Verletzung von Gordon Hayward liegt noch mehr Verantwortung auf Tatum.

Dabei wollte der Forward eigentlich gar nicht bei den Celtics spielen.

Das verriet Tatum nun den Ex-NBA-Spielern Matt Barnes und Stephen Jackson in deren Podcast All the Smoke. Der dritte Pick im NBA-Draft 2017 wollte stattdessen unbedingt von den Phoenix Suns - Tabellenletzter der Saison 16/17 - gedraftet werden, um unter dem damaligen Head Coach Earl Watson zu spielen.

Tatum wollte Celtics-Workout absagen

Dieser hatte Tatum die Franchise schmackhaft gemacht, indem er den damals 19-Jährigen mit einem Mercedes abgeholt hatte, um ihm anschließend die Anwesen der Suns-Spieler zu zeigen. Nach dem Treffen mit Watson wollte Tatum am Folgetag zurück nach Hause fliegen, als ihn Boston GM Danny Ainge anrief und zu einem Workout einlud.

Tatum dachte sich: "Nein, ich will nicht nach Boston gehen, mir gefällt es hier in Phoenix, es ist cool hier. Das Wetter ist gut, ich bekomme ein großes Haus, einen Pool und meiner Mutter wird es gut gehen." Auch sein Agent versuchte offenbar vergeblich, ihm Boston schmackhaft zu machen.

Letztlich überredete Tatums College-Coach Mike Krzyzewski mit einem Anruf den Youngster, die Einladung der Celtics anzunehmen, die im Jahr zuvor das beste Ost-Team der regulären Saison waren.

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Neben Tatum hatten diese 2017 auch Shooting Guard Josh Jackson auf dem Zettel. Dieser sagte jedoch sein Workout mit den Celtics kurzfristig ab, sodass die Franchise keine Gelegenheit hatte, sich vor Ort ein Bild von dessen Fähigkeiten zu machen. Statt Jackson wählte Boston im Draft Tatum aus. 

Ein Glücksgriff, wie sich herausstellte. Während Tatum auf Anhieb überzeugte und mittlerweile auf All-Star-Niveau performt, wurde Jackson nach zwei enttäuschenden Jahren bei den Suns zu den Memphis Grizzlies getradet und wartet weiter auf den Durchbruch.

Und auch zwei weitere Teams dürften sich inzwischen - im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer - an den Kopf fassen. Die Philadelphia 76ers wählten Markelle Fultz an erster Stelle. Der Point Guard spielt nach einer mysteriösen Verletzung inzwischen in Orlando, wo er zumindest als guter Rollenspieler agiert.

Die Los Angeles Lakers wiederum entschieden sich anschließend für Lonzo Ball, der in seiner Karriere bisher eine unterirdische Wurfquote von 39 Prozent hat. Seit dieser Saison versucht er bei den New Orleans Pelicans sein Glück.

Das Star-Potenzial, das Tatum versprüht, ist bei beiden bisher definitiv nicht zu sehen. Und auch Tatum wird seine Entscheidung kaum bereuen. Während die Celtics um den Titel mitspielen, wartet Phoenix seit über zehn Jahren auf eine Playoff-Teilnahme.

Tatum gegen Raptors-Defensive gefordert

Wie weit Tatum bereits in seiner Entwicklung hin zu einem NBA-Superstar ist, kann der 22-Jährige in der Serie gegen die Toronto Raptors unter Beweis stellen. Mit den Kanadiern wartet eine der besten Defensivmannschaften der Liga in der zweiten Runde der Playoffs. Nicht wenige Experten glauben, dass die Raptors den Forward aus der Serie nehmen werden.

Dass die Raptors dazu in der Lage sind, haben sie bereits in der Vergangenheit eindrucksvoll bewiesen. Denn gegen kein Team der Liga, gegen das die Celtics in der Saison vier Mal antraten, hat Tatum einen niedrigeren Punkteschnitt (16,5 Punkte). Überhaupt erzielte er durchschnittlich nur gegen die Bucks und die Mavericks weniger Zähler.

Häufig wurde Tatum von Point Guard Kyle Lowry verteidigt, mit O.J. Anunoby oder Pascal Siakam gibt es aber auch auf dem Flügel starke Verteidiger.

Von zwölf Spielen, die Toronto in der Bubble in Orlando absolvierte, verlor die Franchise nur ein einziges. Mit 100:122 mussten sich die Raptors den Celtics geschlagen geben. Denn, die gute Nachricht aus Sicht der Celtics-Anhänger: Defensiv stellt der 2,03 Meter große Flügel wiederum die Raptors-Offensive vor Probleme.

Nicht nur gegen den Titelverteidiger spielte Tatum defensiv auf absolutem Top-Niveau. Drei von vier Saisonduellen gingen trotz Tatums durchschnittlichen Offensiv-Leistungen an Boston.

Selbst wenn Toronto Tatum offensiven Output einschränken kann, könnte dessen Defense am Ende Boston jubeln lassen.