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München - James Harden kommt mit deutlich weniger Gewicht aus der Corona-Pause. Grund dafür ist ein spezielles Trainingsprogramm, das andere nicht so durchhalten wie er.

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30,4, - 36,1 - 34,4.

Das sind die Punkte-Averages von James Harden in den vergangenen beiden Spielzeiten und in dieser Saison bis zur Corona-bedingten Pause.

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Für Rockets-GM Daryl Morey ist Harden auch deshalb sogar ein besserer Scorer als Basketball-Ikone Michael Jordan.

"Du gibst Harden den Ball und dann schaust du, wie viele Punkte generiert wurden. James Harden ist darin die Nummer eins in der NBA-Geschichte und es ist nicht einmal knapp", sagte Morey vor Saisonbeginn dem Podcast Selfmade with Nadeshot.

Über diese Behauptung lässt sich sicher genauso gut streiten wie über Hardens Spielweise, der wie kein Zweiter in der Liga bewusst Fouls zieht und mit beinahe zwölf Freiwurf-Versuchen pro Spiel einmal mehr die Nummer eins der Liga in dieser Kategorie ist.

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Harden wartet immer noch auf Titel

Trotz aller offensiver Extraklasse wartet Harden aber immer noch auf einen Titel - und ewig lange bleibt ihm nicht mehr Zeit, denn der Superstar der Houston Rockets wird in zwei Monaten bereits 31 Jahre alt.

Bis zur Corona-Pause deutete wenig darauf hin, dass sich an der Durststrecke etwas ändern würde. Die Rockets lagen nur auf dem sechsten Rang im Westen und auch das revolutionäre Small-Ball-Projekt erzielte sehr wechselhafte Ergebnisse. (Tabellen der NBA)

Doch die Fortsetzung der Saison ab Ende Juli im Disney World in Orlando könnte für Harden wohl die größte Titelchance in den nächsten Jahren werden. Als womöglich bester Isolation-Player der Liga dürfte Hardens Rhythmus weniger gestört werden als der von eingespielten Teams.

Teamkollege freut sich auf "skinny Harden"

Und ganz offenbar ist sich Harden dieser Chance bewusst und hat sich ein Stück weit neu erfunden: "Skinny Harden" hat die Corona-Pause genutzt und kehrt leichter und in Topform zurück. Für den Ex-NBA-Spieler und heutigen NBA-Analyst Kendrick Perkins sind die Rockets mit einem leichteren Harden sogar Titelfavorit.

Ähnlich sieht es Hardens Mitspieler Austin Rivers, wie er bei Instagram Live verriet: "Ihr könnt es nennen, wie ihr wollt, aber 'beefy Harden' erzielte 36 Punkte im Schnitt – ich weiß daher nicht, was 'skinny Harden' erst anrichten wird. Er hat definitiv leicht neun Kilo verloren."

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Nun ist es in der NBA nicht neu, wenn Spieler nach einer langen Pause davon berichten, wie dünn sie selbst oder ihre Teamkollegen geworden sind. Doch in Hardens Fall kann man den Behauptungen Glauben schenken.

Harden holt sich Bruder von Football-Spieler

Der Rockets-Guard nutzte die Corona-Pause zu den härtesten Trainingsseinheiten seines Lebens – und holte sich dafür Justin Allen an Bord. Dessen Bruder ist Tight End Dwayne Allen, der bis August 2019 noch in der NFL bei den Miami Dolphins unter Vertrag stand.

Auch Allen träumte einst von der großen Football-Karriere, nach einer schweren Hüftverletzung orientierte er sich allerdings um. Bereits zuvor hatte er eine schwere Zeit durchlebt. Allen wuchs als Obdachloser auf und lebte zeitweise in Notunterkünften.

Doch er hielt fest an seinem Ziel, eines Tages einen positiven Einfluss auf die Gemeinschaft zu haben. "Mein Traum war immer, ein Fitness-Studio zu eröffnen und der Jugend zu helfen, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. So begann ich mit dem Training", erzählte Allen bei The Athletic.

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Allen und Harden treffen sich in Phoenix

Und so gründete er ALL-EN Sports Performance - eine Einrichtung, die unter anderem auch auf die Qualitätssteigerung von Sportlern ausgerichtet ist und mit der Zeit immer populärer wurde.

Harden hatte derweil während der Corona-Unterbrechung zwar ein Laufband, Gewichte und weitere Fitness-Geräte zu Hause – doch für ihn war das nicht genug. Über einen gemeinsamen Freund, Christian Polk, kam der Kontakt zustande – und Allen verwandelte "beefy Harden" in "skinny Harden".

Die beiden trafen sich in Phoenix und trainierten von da an zwei- bis dreimal täglich. "Wir sind an alles herangegangen, als ob die Liga wieder starten würde und er am nächsten Tag ein Playoff-Spiel bestreiten muss", erklärte Polk.

Polk machte sogar Football-Übungen mit Harden und ließ ihn Running-Back-Drills absolvieren. So musste er sich beispielsweise durch drei oder vier Verteidiger hindurchkämpfen - das steht ihm auch in der NBA wieder bevor.

Harden bringt Kumpel zum Übergeben

Harden hielt das heftige Pensum durch und verbesserte sich täglich. Das bekam vor allem sein Kumpel zu spüren. Der ebenfalls austrainierte Polk hatte Harden zu Bergläufen eingeladen. 

Doch obwohl Harden an dem Tag bereits trainierte hatte, war es Polk, der dem Tempo des NBA-Stars und der Hitze von Phoenix Tribut zollen musste. Während sich Polk übergab, lachte ein immer noch fitter Harden.

Ob der Spielmacher auch in der NBA seine Gegner in Grund und Boden läuft, wird sich erst noch zeigen – "skinny Harden" ist auf alle Fälle fit wie nie und dürfte daher einer der spannendsten Spieler beim Re-Start der NBA sein.