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Im Conference Final 2000 stehen die Los Angeles Lakers trotz deutlicher Führung vor dem sicheren Aus. Aber der junger Kobe Bryant sorgt für ein historischen Comeback.

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Im Conference Final 2000 lagen die Los Angeles Lakers in der Serie gegen die Portland Trail Blazers bereits mit 3:1 in Führung, ehe die Blazers sie in das siebte Spiel zwangen.

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An diesem 4. Juni 2000 sah dann alles danach aus, als wenn die Franchise aus Hollywood als siebtes Team in der NBA-Geschichte das Kunststück vollbringen würde, nach einer 3:1-Führung eine Playoff-Serie noch zu verlieren - bis der mittlerweile verstorbene Kobe Bryant das Kommando übernahm und die Lakers zu einem historischen Comeback führte.

Während der kompletten Spielzeit hatten die Lakers keine drei Spiele in Folge verloren. Aber bei noch 10:28 Minuten auf der Spieluhr im vierten Viertel schien das Undenkbare Realität zu werden. Nicht nur, dass die Kalifornier im heimischen Staples Center 15 Punkte Rückstand hatten, die Trail Blazers hatten Shaquille O'Neal auch komplett aus dem Spiel genommen.

Portland nimmt Shaq aus dem Spiel

Der MVP der Regular Season bekam mit der harten Defense der Gäste so gut wie keinen Ball in die Hände. Wurde er doch einmal ins Spiel gebracht, doppelten ihn die Blazers konsequent. So standen nach drei Vierteln mickrige neun Punkte für Shaq Attack auf dem Konto.

Doch die restlichen zehn Minuten sollten das Publikum zum Toben bringen. Plötzlich stemmte sich ihr Team gegen das Fiasko und zwang die Gäste zu zwölf Fehlwürfen in Folge. Ausschlaggebend dafür war ein wie entfesselt aufspielender Kobe Bryant. Egal, wer gegen ihn antrat, der 21-Jährige brachte in dieser Phase mit seiner Defense jeden Guard zur Verzweiflung.

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Auf der anderen Seite des Courts fanden er und O'Neal in der Offense zu alter Stärke zurück und brachten ihr Team Punkt für Punkt heran. Zwei Minuten vor Schluss sorgte Shaq mit einem Hook Shot für die erste Lakers-Führung seit dem ersten Viertel.

Bryant düpiert Pippen

Zwar gelang Portland nochmal der Ausgleich, aber dann schlug endgültig die Stunde des jungen Bryant. Erst sorgte er per Freiwurf für die erneute Führung, dann düpierte er einen der besten Defense-Spieler aller Zeiten. Niemand Geringeres als Scottie Pippen - sechsmaliger NBA-Meister mit den Chicago Bulls - schüttelte er mit einem Inside-Out-Dribbling ab, stieg zum Jump Shot hoch und versenkte den Ball ins Gesicht des späteren Hall-of-Fame-Mitglieds.

Und es war nicht die letzte Lehrstunde, die Bryant dem Superstar erteilte. Nur wenig später führte er den damals 34-Jährigen mit einem Crossover erneut vor und spielte einen hohen Pass auf O'Neal. Der angelte sich den Ball gefühlt unter dem Hallendach und versenkte ihn krachend per Dunk.

"Ich dachte, ich hätte den Ball zu hoch geworfen", erinnerte sich Bryant später an diesen Moment und fügte hinzu: "Aber Shaq stieg hoch und holte ihn sich. Ich dachte nur 'Verdammt!'".

Startschuss zum Three-peat

Damit führten die Lakers vierzig Sekunden vor Schluss mit sechs Punkten. Die Halle tobte und O'Neal feierte bereits auf dem Court. Die Trail Blazers waren geschlagen. Am Ende siegten die Lakers 89:84 und Bryant landete bei 25 Punkten, elf Rebounds, sieben Assists und vier Blocks.

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Mit dieser Leistung war die Black Mamba endgültig in der Riege der Superstars angekommen. Er hatte die Lakers gerettet und sie in die erste Finalserie seit neun Jahren geführt. Kein Team hat bis heute in einem Spiel 7 einen größeren Rückstand zum Start des letzten Viertels aufgeholt. Der Titel gegen die Indiana Pacers war der Lohn für diesen Kraftakt.

Am Ende sollte er mit den Lakers von 2000 bis 2002 den Threepeat schaffen und Bryant insgesamt fünf Ringe sein Eigen nennen.

Aber das ist eine andere Geschichte.