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München und Dallas - Wie die meisten Sportler trifft Maxi Kleber die Coronakrise hart. Im SPORT1-Interview spricht er über die Lage in den USA und seine Beziehung zu Dirk Nowitzki.

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Fast die komplette Sportwelt steht wegen der weltweiten Coronakrise still.

Auch in der NBA ruht der Spielbetrieb. Wie und wann es in der besten Basketball-Liga der Welt weiter geht, ist unklar. Den Spielern bleibt nichts anderes übrig, als zu Hause zu bleiben und sich möglichst fit zu halten.

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Maximilian Kleber von den Dallas Mavericks erklärt im Instagram-Livetalk mit SPORT1, wie die Situation in den USA aussieht und spricht über seine großen Vorbilder Dirk Nowitzki und Kobe Bryant.

SPORT1: Herr Kleber, Wie sieht es momentan insgesamt in den USA aus? Gibt es auch Ausgangsbeschränkungen und hält sich jeder an die Regeln? 

Maximilian Kleber: Wir haben hier auch Ausgangssperren, die sogar bis 30. April verlängert wurden. Es läuft genauso ab, wie in Deutschland, die Zahlen schießen hoch und daraus folgen die gleichen Regeln.

SPORT1: Zu Hause bleiben heißt kein Training. Haben Sie denn wenigstens einen Korb zu Hause? Sind die Decken so hoch, dass man einen aufhängen kann?

Kleber (lacht): Nein, sind sie nicht. Ich wohne in einer Wohnung, habe also kein Feld und keinen Basketballkorb und kann leider nicht werfen. Seit drei Wochen habe ich keinen Ball mehr in der Hand gehabt. So lange war das noch nie der Fall. Das einzige, das ich machen kann, ist Krafttraining oder Laufen. Das hält sich aber natürlich auch in Grenzen, da ich nicht zu viel rausgehen will. Aber mehr bleibt mir eben momentan nicht übrig.

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SPORT1: Die NBA-Saison ist gestoppt. Wie geht es weiter?

Kleber: Ich lese auch nur wie alle anderen die Gerüchte. Bis jetzt hieß es, man will versuchen, im Juni wieder anzufangen. Dann ist auch die Frage, ob man die normalen Saisonspiele noch spielt oder direkt die Playoffs. Das wissen wir alles noch nicht. Da habe ich auch nicht mehr Informationen.

Kleber wünscht sich Saison-Fortsetzung

SPORT1: Was würden Sie bevorzugen?

Kleber: Wenn kein Gefahrenpotenzial besteht, würde ich mich freuen, wenn die Saison weitergeht. So wie es momentan aussieht, glaube ich nicht, dass das stattfinden kann. Sie überlegen ein Art Olympisches Dorf einzurichten, in dem alle isoliert sind. Spieler, die positiv getestet werden, sollen dort nicht reinkommen. Das wären aber merkwürdige Spiele, da sie auch ohne Fans stattfinden würden.

SPORT1: Man müsste den Spielern dann auch Vorbereitungszeit geben…

Kleber: Davor hätte ich am meisten Angst. Es fehlt einem der Spielrhythmus und die Kondition. Da helfen einem fünf Tage Vorbereitung nicht viel. Gerade wenn es direkt in die Playoffs gehen würde. Ich hoffe schon, dass wir genügend Vorbereitungszeit bekommen würden.

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SPORT1: Es geht auch in der NBA um viel Geld. Trotzdem ist es wirtschaftlich nicht ganz so katastrophal, wie in der Bundesliga, oder?

Kleber: In der deutschen BBL ist es nochmal was anderes. Da stelle ich mir die Fortsetzung auch viel schwieriger vor, da viele kleine Vereine auf die Ticketeinnahmen angewiesen sind. Die Wartezeit tut den Klubs weh. Die Franchises hier haben viel Geld und das meiste kommt über TV-Verträge rein. Daher ist das eine andere Situation.

Kleber: Nowitzki "hat Türen geöffnet"

SPORT1: Stehen Sie noch in Kontakt mit Dirk Nowitzki?

Kleber: Wir tauschen uns immer wieder aus, nicht täglich. Er ist extrem witzig. Das habe ich, bevor ich zu den Mavs kam, auch nicht gedacht. Er ist ein total bodenständiger und lockerer Typ. Ich hätte nie gedacht, dass ein Spieler, der so viel erreicht hat, so bodenständig und humorvoll sein kann. Ich habe eine gute Zeit mit ihm gehabt. Nicht nur für deutsche Spieler, sondern für Europäer allgemein, hat er die Türen geöffnet.

SPORT1: Ist er ein Vorbild für Sie?

Kleber: Auf jeden Fall. Ich hatte ein Nowitzki-Poster im Zimmer und damals auch ein Trikot von ihm, mit dem ich ins Training gegangen bin.

SPORT1: Wie haben Sie die Nachricht von Kobe Bryants Tod aufgenommen?

Kleber: Ich wollte als kleiner Junge am liebsten so spielen wie er. Er war ein riesen Vorbild für mich und er hat auch so viel Energie und Ehrgeiz gehabt und diesen Trainingswillen, der mich inspiriert hat. Als die Nachricht kam, war es ein Riesen-Schock. Diesen Tag wird keiner vergessen.

SPORT1: Wer war für Sie bisher der härteste Gegner?

Kleber: Kevin Durant. Aus dem einfachen Grund, dass er extrem groß ist, super lange Arme hat, werfen kann, schnell ist und auch noch dribbeln kann. Das ist für mich die schwierigste Kombination.

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Kleber über Rückkehr nach Deutschland

SPORT1: Wollen Sie nach Ihrer Karriere zurück nach Deutschland oder können Sie sich vorstellen, dort alt zu werden?

Kleber: Das weiß ich noch nicht. Ich denke, das hängt damit zusammen, wie lange man in den USA spielt und an einem Ort bleibt. Man baut sich ja auch ein soziales Netzwerk auf. Bis jetzt fühle ich mich noch sehr wohl zu Hause in Würzburg und München und würde dazu tendieren, zurück nach Deutschland zu gehen.

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SPORT1: Mavericks für immer oder wollen Sie noch einmal ein anderes Team sehen?

Kleber: Man kann es sich nicht immer aussuchen. Ich muss damit rechnen, dass ich irgendwann einfach getradet werde. Davor bin ich nicht abgeschreckt, aber ich würde mich freuen, wenn ich in Dallas bleiben könnte, da ich mich hier wohl fühle und mit dem Trainer und Team sehr gut klar komme.