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München - Die Dallas Mavericks sind klar auf Playoff-Kurs. Ihr Star-Duo aus Luka Doncic und Kristaps Porzingis erinnert schon an die glorreiche Zeit von Dirk Nowitzki.

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Dirk Nowitzki hat in der vergangenen Nacht Gesellschaft bekommen. Die Legende der Dallas Mavericks war zusammen mit Josh Howard 2008 das letzte Mavs-Duo, das in einem Spiel jeweils mindestens 30 Punkte und zehn Rebounds auflegte.

Nun, zwölf Jahre später hat ein neues Mavs-Duo, bestehend aus Luka Doncic und Kristaps Porzingis, diese Marke ebenfalls erreicht. Gegen die New Orleans Pelicans gelangen Doncic 30 Punkte und 17 Rebounds, Porzingis steuerte 34 Punkte und zwölf Rebounds bei.

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"Luka ist gemeinsam mit KP der Hauptakteur unseres Spiels. Das ist, wie wir spielen", erklärte Mavs-Coach Rick Carlisle nach dem Overtime-Sieg über das Team um Wunderkind Zion Williamson.

Doch über weite Strecken der Saison war vom Zusammenspiel von Doncic und Porzingis wenig zu sehen

Porzingis mit Problemen zum Saisonstart

Während Doncic im ersten Saisondrittel dominierte und als heißer MVP-Kandidat gehandelt wurde, war Porzingis seine 19-monatige Zwangspause wegen eines Kreuzbandrisses deutlich anzumerken. Mit einer Größe von 2,21 Metern ist er in Bestform offensiv in der Lage, ein Spiel zu dominieren - ähnlich wie sein slowenischer Partner. Auch jenseits der Dreierlinie strahlt der Lette dabei trotz seiner Größe enorme Gefahr aus.

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Am Saisonanfang war davon aber nur wenig zu sehen. Oft agierte Porzinigs lediglich als Spot-Up-Shooter. Versuchte er sich im Post-Up oder in einem Dribbling, verlor er hingegen oft den Ball. Dank Doncics furiosen Leistungen bekam der Lette aber die nötige Zeit, um wieder zu alter Stärke zu finden - ohne, dass dabei die komplette Saison der Mavs in Gefahr geriet.

In den vergangenen Wochen blitzte aber immer mehr die wahre Stärke von Porzingis auf. Dabei profitierte er auch vom zwischenzeitlichen verletzungsbedingten Ausfall Doncics. "Vielleicht in einer Art und Weise, wo ich meinen Rhythmus ein bisschen mehr finden konnte", gab Porzingis im Februar selbst zu.

Porzingis aktuell besser als MVP Giannis

Doncic hat nach Nikola Jokic (Denver Nuggets) ligaweit die meisten Ballberührungen und nimmt damit seinen Mitspielern natürlicherweise etwas die Möglichkeit zur Gestaltung der Offense. Jedoch ist Doncic auch ein starker Passer (8,8 Assists pro Partie). Ein Fakt, den immer öfter auch Porzingis ausnutzen kann. Gegen Sacramento verwandelte er fünf von sieben Würfen, bei denen Doncic die Vorlage lieferte. "Es wird besser und besser. Es ist toll, dass wir beide ein solches Spiel hatten", sagte Doncic nach dieser Partie über das Zusammenspiel des Duos.

Auch die Zahlen von Porzingis zeigen dies. In den vergangenen zwölf Partien legte er im Schnitt über 27 Punkte auf und schnappte sich etwa elf Rebounds.

Beeindruckend ist aber vor allem seine True-Shooting-Quote. Dabei werden im Unterschied zu den normalen Quoten auch die Freiwürfe mit eingerechnet. Dort steht er bei 66 Prozent aus den vergangenen zwölf Spielen. Zum Vergleich: MVP Giannis Antetokounmpo hatte in der vorangegangenen Saison eine Quote von 64 Prozent bei durchschnittlich 28 Punkten. Klar, der 24-Jährige wird diese Werte nicht halten können und doch sind es Hinweise darauf, über welches Potenzial er verfügt.

Doncic mit zwei weiteren Rekorden

Selbiges scheint bei seinem Star-Partner Doncic schier unerschöpflich. Allein gegen die Pelicans stellte er zwei Rekorde auf. So ist er der jüngste Spieler der NBA-Geschichte mit mindestens 30 Punkten, 15 Rebounds und zehn Assists. Außerdem gelang ihm sein 22. Triple-Double, womit er nun neuer Mavs-Rekordhalter in dieser Kategorie ist – nach gerade einmal 121 NBA-Spielen. Erst vor wenigen Tagen feierte Doncic seinen 21. Geburtstag und ist schon jetzt einer der größten Attraktionen der Liga.

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Seinen Flow aus der Anfangsphase der Saison hat er, auch durch einige Verletzungspausen und einen kaputten Daumen, etwas verloren und dürfte wohl keine Chance mehr auf den MVP-Award haben. Doch das war auch nicht das Ziel vor der Saison.

Damals äußerte der Slowene nur einen Wunsch: das Erreichen der Playoffs. Stand jetzt haben die Texaner beste Chancen, dorthin zu kommen und könnten mit einem enormen Schlussspurt sogar noch den Heimvorteil für die erste Runde erreichen. 2,5 Spiele und drei Plätze trennen sie aktuell vom heißbegehrten Rang vier. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten sie ihre Bilanz von 6-15 in engen Spielen weiter aufpolieren, auch um für die Playoffs weiter Selbstvertrauen zu tanken.

"Wir haben hohe Erwartungen an uns selbst"

Aber selbst wenn es nicht gelingen sollte Platz vier zu erreichen, wird wohl kein Team in der ersten Playoff-Runde gegen die Mavs spielen wollen.

Mit 24 und 21 Jahren steht ihnen außerdem die Zukunft erst noch bevor. Ob dadurch auch die Mavs zum Dauer-Playoffteilnehmer werden, ist in der schnelllebigen NBA allerdings nur schwer zu prognostizieren.

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In einer Sache sind sich die beiden Mavs-Hoffnungsträger aber ähnlich. "Wir haben hohe Erwartungen an uns selbst. Wir sind unsere härtesten Kritiker", sagte Porzingis. Nach der Gala gegen New Orleans klingen die Worte von Porzingis beinahe wie eine Drohung an die Konkurrenz.

Und so könnte Nowitzki noch bei vielen weiteren Rekorden und Meilensteinen Gesellschaft bekommen oder sogar entthront werden.