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München - Das Coronavirus könnte die NBA noch in arge Terminkonflikte stürzen. Ebenso enorm ist womöglich der Einfluss auf die Talente, deren Plattformen fehlen.

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In der NBA steht der Spielbetrieb still. Wie lange, weiß keiner so genau.

Commissioner Adam Silver sprach von einer Pause von mindestens 30 Tagen, Mavs-Owner Mark Cuban von 60 Tagen.

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Die Folgen sind auf mehreren Ebenen groß.

Klar ist: Eine mögliche Fortsetzung der Saison zu einem späteren Zeitpunkt, beispielsweise im Sommer, würde Probleme nach sich ziehen.

Spieler-Verträge enden am 30. Juni

Denn die Verträge der Spieler laufen für gewöhnlich bis zum 30. Juni. Es könnte also zur Situation kommen, dass die Profis mitten in den Playoffs plötzlich ohne gültiges Arbeitspapier dastehen.

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Wird das Vertragsende grundsätzlich auf einen späteren Zeitpunkt gelegt? Oder gibt es dann beispielsweise dreiwöchige Verlängerungen? Fragen, die wohl noch zu früh kommen, in den kommenden Wochen aber sicher alle Beteiligten beschäftigen.

March Madness als Bühne fällt weg

Neben einer weiteren Verschiebung der verbleibenden Spiele ist auch ein kompletter Saisonabbruch möglich.

So ist es bereits im College Basketball geschehen. Das wiederum könnte enorme Auswirkungen auf die NBA und deren Zukunft haben. Stichwort: Talentesichtung. Ein Problem, das aktuell bereits in der NFL mit dem Verbot der Pre-Draft-Visits zu erkennen ist.

Zwar findet der NBA-Draft erst am 25. Juni 2020 statt, Zeitdruck ist aktuell noch keiner gegeben. Doch dem Coronavirus fallen viele Möglichkeiten zur Talenteschau zum Opfer.

Zum einen spielen sich Jahr für Jahr bei "March Madness" Akteure in den Vordergrund, die vorher eher wenige auf dem Zettel hatten. Hier können Spieler beweisen, dass sie für die große Bühne gemacht sind, sich ins nationale Rampenlicht spielen und vor allem Fans begeistern. Eine beginnende Popularität durch März-Heldentaten ist nicht zu unterschätzen.

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Auch PIT findet nicht statt

Andere wiederum zerbrechen an dem Druck, der auf einem College-Star oder Titelfavoriten lastet. So oder so: Jedes einzelne Spiel bringt Teams und Fans Möglichkeiten, die Stärken, Schwächen und Persönlichkeiten noch genauer unter die Lupe zu nehmen. Das fällt mit der Absage des NCAA-Finalturniers weg.

Auch wenn die Scouts in ihren Bewertungsprozessen sicher weit fortgeschritten waren, fehlt eine entscheidende Nuance.

Zumal mit dem Portsmouth Invitational Tournament (PIT), ein Amateur-Basketball-Turnier für College-Senioren, das normalerweise nach dem Ende der College-Saison stattfindet, abgesagt wurde. Hier überzeugten einst unter anderem Scottie Pippen, Dennis Rodman oder John Stockton die Scouts von sich.

Europäer unter dem Radar?

Und auch das Nike Hoop Summit ist betroffen. Das legendäre Talentemessen zwischen den besten Highschool-Talenten der USA und den besten "Internationals" wurde für 2020 gestrichen. Das trifft besonders Nicht-Amerikaner, da im USA-Team nur Akteure mitwirken, die noch nicht in die NBA wechseln können. Allerdings ging der Stern von so manchem Europäer hier auf. So hinterließ Dirk Nowitzki 1998 mit 33 Punkten und 14 Rebounds bleibenden Eindruck und wurde im selben Jahr gedraftet.

Dass die NBA-Teams bei europäischen Talenten womöglich noch vorsichtiger sind als ohnehin schon, liegt auch daran, dass europäische Ligen wie die Basketball-Bundesliga oder die EuroLeague ebenfalls aussetzen - Fortsetzung unklar. 

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Es wäre sicher spannend (gewesen), wie Talente wie der Ulmer Killian Hayes, Deni Avdija von Maccabi Tel Aviv oder Théo Maledon (ASVEL Lyon-Villeurbanne) in den Playoffs der internationalen Königsklasse oder den nationalen Liegen abliefern.

Killian Hayes (M.) steht bei einigen NBA-Scouts auf dem Zettel
Killian Hayes (M.) steht bei einigen NBA-Scouts auf dem Zettel © Imago

Der Eindruck dieser Profis ist damit alles andere als vollendet. Zumal es den US-Scouts wegen der zunehmenden Einreiseverbote selbst bei einer Fortsetzung des Spielbetriebs im europäischen Basketballs unmöglich sein könnte, die Spiele vor Ort zu verfolgen.

Pre-Draft-Workouts wackeln

Und auch die Ausübung der Pre-Draft-Workouts, die normalerweise ab Mitte April stattfinden, steht in der Schwebe. In reduzierter Form werden diese allemal stattfinden.

Hier werden talentierte Spieler zu den einzelnen Teams eingeflogen, um ihre körperlichen und spielerischen Fähigkeiten vor Scouts, Trainern und Managern unter Beweis zu stellen.

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Teilweise besuchen die Talente sieben Teams in zehn Tagen. Unvorstellbar, dass dieser Prozess in diesem April durchgeführt wird. Zumindest bleibt die Hoffnung, dass diese Workouts zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Allerdings soll auch das aktuell für den späten Mai angesetzte NBA Draft Combine, bei dem die athletischen Fähigkeiten der Talente verglichen werden und sie sich in 5-gegen-5-Einheiten präsentieren, wackeln.

Vielleicht hat der NBA-Draft 2020 also einige überraschende Ergebnisse parat.