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München - Nationalspieler Isaiah Hartenstein kommt zuletzt immer häufiger zum Einsatz bei den Houston Rockets - und könnte nun den Durchbruch in der NBA schaffen.

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Nach Dennis Schröder, Daniel Theis, Maxi Kleber, Moritz Wagner und Isaac Bonga könnte schon bald der nächste Deutsche regelmäßig NBA-Minuten sammeln.

Dabei steht Isaiah Hartenstein bereits seit 2017 bei einem NBA-Team, den Houston Rockets, unter Vertrag. Doch nun könnte er sich dauerhaft einen Platz im Kader der Rockets erkämpfen. Denn in den vergangenen drei Partien setzte der 21-Jährige drei Ausrufezeichen.

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Zunächst spülte ihn eine Verletzung von Starting Center Clint Capela urplötzlich gegen die Brooklyn Nets in die Startformation, nachdem er zuvor in nur zwei Partien auf Spielanteile über 20 Minuten gekommen war.

Gegen die Nets zeigte er dann seine bis dato beste Leistung mit neun Punkten und 13 Rebounds. Nur einen Tag später gelangen ihm sogar 19 Zähler und neun Rebounds. Auch nach Capelas Rückkehr blieb Hartenstein im Kader und lieferte mit 16 Punkten und zwölf Rebounds sogar ein Double-Double.

In der Nacht auf Samstag erlebte er aber wieder einen kleinen Rückschlag. Gegen die Philadelphia 76ers, die mit Joel Embiid und Al Horford eines der stärksten Center-Duos haben, blieb Hartenstein in elf Minuten Spielzeit ohne Punkte und kam auf zwei Rebounds und einen Assist. 

Lob von D'Antoni für Hartenstein

Dennoch hat sich Hartenstein nun scheinbar die Rolle als zweiter Center hinter Capela erkämpft. "So wie er zuletzt gespielt hat, hat er sich die Rolle als Backup-Center redlich verdient", erklärte Houstons Coach Mike D'Antoni nach dem Double-Double des Deutschen. 

Zuvor hatte Dallas-Meisterheld Tyson Chandler diese Rolle inne, der gegen die Sixers nicht zum Einsatz kam. Doch der Routinier verfügt nicht über die Dynamik des Deutschen. Zudem harmoniert Hartenstein, trotz weniger Einsatzminuten, mit dem Star-Duo James Harden und Russell Westbrook.

Insbesondere Letzterer bedient den deutschen Nationalspieler immer wieder im Fastbreak. "Ich mag es, mit Russ zu spielen. Er findet mich jedes Mal. Ich versuche auch, ihn so frei wie möglich zu bekommen, das Zusammenspiel zwischen uns beiden hilft sehr", erklärte Hartenstein unlängst.

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Harte Lehrzeit

Nach drei knochenharten Lehrjahren, die er hauptsächlich bei den Rio Grande Valley Vipers in der G-League verbrachte und dort sogar zu MVP-Ehren kam, erwarteten viele Hartensteins Durchbruch vor der Saison.

Dieser blieb aber zunächst aus, stattdessen war weiterhin die G-League Alltag für Hartenstein. Lange Busfahrten, kaum Freizeit, dünnes Gehalt - nicht viele Spieler tun sich das derart lange an und schaffen dann den dauerhaften Sprung in die NBA. Schließlich wäre in Europa deutlich mehr finanzielle Sicherheit gegeben. Gerade auch mit einem deutschen Pass, hätten sicher der FC Bayern oder ALBA Berlin gelockt.

Nun könnte aber der prognostizierte Durchbruch doch noch erfolgt sein.

Kontinuierlicher Weg in die NBA

Allerdings hat Hartenstein mit D'Antoni nicht den geduldigsten Lehrmeister an seiner Seite. Der Rockets-Coach setzt oftmals lieber auf eine kleine Rotation, statt jüngeren Spielern auch Fehler einzuräumen.

"Die Frage ist, ob er auch defensiv die richtigen Plays machen kann", mahnte der Coach seinen Schützling bereits nach der letzten Partie. "In den vergangenen drei Spielen hat er das gemacht, nun muss er zeigen, dass er konstant ist."

Es wäre die logische Fortsetzung seines kontinuierlichen, aber auch harten Weges in die NBA.

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So wurde Hartenstein einst von Vater Florian, ein ehemaliger BBL-Profi mit College-Vergangenheit, bei den Young Dragons in Quakenbrück trainiert und reifte dort zu einem dominanten Spieler heran. Zwei Jahre in Folge legte er dort ein Double-Double im Schnitt auf. Auch im Herrenteam der Dragons verdiente er sich seine ersten Einsatzminuten.

Titel in der G-League gewonnen

Doch nachdem dort der Mäzen den Geldhahn zudrehte, suchte der 21-Jährige eine neue Herausforderung und fand diese bei Zalgiris Kaunas in Litauen, wo er unter anderem dazu beitrug, dass das Team Meister wurde.

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Endgültig in die Notizbücher der NBA-Scouts spielte sich Hartenstein, als er am "Nike Hoop Summit" 2017 teilnahm, wo einst bereits Dirk Nowitzki und Schröder auf sich aufmerksam machten.

Schließlich griffen die Houston Rockets im Draft 2017 an 43. Stelle zu, verfrachteten Hartenstein aber direkt zu den Rio Grande Valley Vipers, wo er im zweiten Jahr mit 19,5 Punkten, 14,7 Rebounds und zwei Blocks pro Partie großen Anteil am Titelgewinn hatte.

Nun könnte Hartenstein auch in der NBA den Durchbruch schaffen - und aus dem deutschen Quintett würde ein Sextett entstehen.