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München - NBA-Rookie Ja Morant hat in den ersten sieben Spielen für Furore gesorgt und ist aktuell gleichauf mit Michael Jordan. Sein College-Coach schwärmt.

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20,4 Punkte, 5,3 Assists und 52,3 Prozent Wurfquote.

Für einen NBA-Rookie sind das beeindruckende Zahlen. Besonders wenn sie in den ersten sieben Saisonspielen entstanden sind und seit Michael Jordan (1984/1985) kein Neuling mehr über 20 Punkte, fünf Assists und 50 Prozent Wurfquote erreicht hat.

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Vor Saisonbeginn wären solche Vergleiche wohl am ehesten mit Zion Williamson in Verbindung gebracht worden. Doch das Wunderkind fehlt weiterhin verletzt. Und Ja Morant, der neuen Hoffnungsträger der Memphis Grizzlies, nutzt das frei gewordene Rampenlicht eindrucksvoll.

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Der Point Guard verzückt Fans und Liga mit seiner furchtlosen und dynamischen Spielweise, die auch Rückschlägen gewachsen ist. Gegen die Houston Rockets wollte Morant zu einem Posterdunk ansetzen, doch nach einer Kollision mit Danuel House in der Luft landete er hart auf dem Boden. Sein linkes Bein befand sich zwischenzeitlich in einem ungesunden Winkel, doch Morant blieb zum Glück unverletzt.

Morant ist hart zu sich selbst

Sein bisheriges Highlight war aber die Partie gegen die Brooklyn Nets. Gegen All-Star Kyrie Irving gelangen ihm 30 Punkte und neun Assists. Starke Zahlen, doch Morant gab sich nach der Partie für seine Leistung selbst nur sieben von zehn möglichen Punkten.

Er habe sechs Ballverluste gehabt und einige Würfe zu sehr erzwungen, haderte Morant. Der 20-Jährige beeindruckt in den ersten NBA-Wochen durch Einstellung und Ehrgeiz. Sein Weg in die beste Basketballliga der Welt war alles andere als selbstverständlich.

Morants Vater spielte in der High School gemeinsam mit Legende Ray Allen im Team, schaffte aber nie den Sprung in die NBA und versuchte stattdessen sein Glück als Basketball-Profi im Ausland. Nach der Geburt von Ja beendete er seine Laufbahn und wurde Frisör. Sein Sohn spielte bereits früh in einer Amateurliga (AAU) eine Saison zusammen mit Zion Williamson.

Doch während das gefeierte Supertalent schon seit der High-School-Zeit im Fokus der Basketball-Fans stand, nahm von Morant kaum jemand Notiz. Nur die University of South Carolina bemühte sich von den Top-Adressen um den Aufbauspieler. Dieser entschied sich nach einem Probetraining aber für das unbekanntere College Murray State.

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Nach einer etwas unauffälligeren ersten Saison drehte er in seinem Sophomore-Jahr richtig auf. In einer Partie legte er als erster Spieler der NCAA-Division I überhaupt 40 Punkte, elf Assists und fünf Steals auf.

In den Draft-Prognosen kletterte er immer weiter nach vorne, bevor er schließlich im Rahmen des NCAA-Tournaments 17 Punkte, 16 Assists und elf Rebounds gegen Marquette aufs Parkett zauberte. Selbst nach dieser Gala gab Morant sich selbst nur sieben Punkte – besser bewertete er sich noch nie.

College-Coach adelt Morant als "Basketball-Genie"

Murray-State-Coach Matt McMahon adelte ihn in der New York Post als "Basketball-Genie" und verriet, dass er ihm mit auf den Weg gegeben habe, dass er sich "niemals ändern" solle.

Die Worte seines College-Coaches scheint Morant, der an Position zwei von den Grizzlies gedraftet wurde, aktuell zu beherzigen. Dabei erinnert er an NBA-Superstar Russell Westbrook.

"Er ist mein Lieblingsspieler und ich mag es, wie er alles macht im Spiel: Er scort, holt Rebounds und passt den Ball", erklärte Morant, der auch die Aggressivität Westbrooks lobte.

Im Gegensatz zum MVP von 2017 verfügt Morant aber über einen deutlich besseren Wurf. Er überzeugt eher durch seine Präzision und Eleganz als mit spektakulären Dunkings.

Doch Morants Einstellung ist es, seine Gegner auf dem Feld zu zerstören – wie sein Vorbild Westbrook. Dabei steckt er auch nicht nach missglückten Szenen, wie seiner harten Landung gegen die Rockets, zurück.

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Grizzlies-Coach Taylor Jenkins erzählte kürzlich eine Anekdote. Vor dem Saisonstart fragte er seinen Schützling, auf welchen Gegenspieler er sich besonders freue. "Er meinte: 'Jede einzelne Nacht, in der ich spiele, werde ich von jemanden anderem etwas lernen, das ich in mein Spiel integrieren kann. Etwas, das mir hilft, es beim nächsten Mal besser zu machen'", erinnerte sich Jenkins an Morants Worte.

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Wer sich nach sieben Spielen auf Augenhöhe mit Michael Jordan befindet, wie der 20 Jahre alte Nummer-Zwei-Pick, hat wohl ganz genau aufgepasst.

Lohn könnte am Ende der Saison der Titel des "Rookie of the Year" sein, sollte Williamson nach seiner Rückkehr nicht durchstarten. Spätestens dann wäre der Wandel vom unbekannten College-Neuling zum spektakulären NBA-Star vollzogen.