Stephen Curry ist der Topscorer der Golden State Warriors
Stephen Curry ist der Topscorer der Golden State Warriors © Getty Images
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München - Stephen Curry, Superstar der Golden State Warriors, frönt einer Leidenschaft für Popcorn - in die er sich auf bemerkenswerte Weise hineingesteigert hat.

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Spitzensportler und ihre Rituale: In nahezu allen Breiten des Profisports findet man sie wieder. Es gibt unzählige davon. Manch einer bindet sich den linken Schuh zuerst zu oder betritt das Spielfeld zuerst mit dem linken Bein. Andere hingegen brauchen den einen Song, um sich vor einem wichtigen Spiel in Stimmung zu bringen.

Michael Jordan trug während seiner Zeit in der NBA bei den Chicago Bulls immer die gleiche Hose unter seiner Trikotshorts. Bei seinem Finalsieg der NCAA mit den North Carolina Tar Heels trug er diese Hose und schwörte seitdem auf sie als Glücksbringer.

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Auch Stephen Curry hat so ein Ritual. Seines ist nicht gerade gesund. Der Superstar der Golden State Warriors ist süchtig nach Popcorn. Das geht sogar so weit, dass er sogar während eines NBA-Spiels nicht darauf verzichten kann. "Wenn sie richtig gut sind, esse ich sie vor dem Spiel, in der Halbzeit und nach dem Spiel", erklärte der Topscorer der Warriors der New York Times.

Wenn Curry vor einem Spiel in der heimischen Oracle Arena ankommt, hat er immer den gleichen Ablauf. Er checkt ein und fragt dann seinen Security-Mann, ob er ihm "etwas von dem guten Zeug" besorgen könne. Dieser schickt seinen Kollegen los, der dann mit einer frischen Tüte Popcorn wiederkommt.

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Currys Popcorn-Ritual beruht auf seiner Kindheit

Der Grund für Currys Abhängigkeit von dem Maisprodukt dürfte sein Vater sein. Dell Curry, früher ebenfalls NBA-Profi, war ebenfalls ein Popcorn-Fan. Wenn Dell Curry nach seinen Spielen nach Hause kam, schaute er seinen Kindern bei deren Basketballspielen zu. Dabei hatte er stets Popcorn dabei. Doch vor einem NBA-Spiel war der Snack für Curry Senior tabu.

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Kurios: Warriors-Coach Steve Kerr bekam lange Zeit gar nichts mit von Currys Popcornsucht. Ein Reporter klärte ihn vor einiger Zeit schließlich auf. Begeistert über Currys ungesundes Ritual dürfte der Warriors-Coach nicht sein, zumal es seinen Teamkollegen auch nicht gestattet ist, vor dem Spiel Popcorn zu essen. Doch will er natürlich seinen Superstar nicht in seiner Spielvorbereitung beschneiden, solange er so abliefert, wie er es seit Jahren tut. "Was immer er macht, er muss es weitermachen. Das ist meine Anweisung", so Kerr.

Für Assistenztrainer Bruce Fraser hat Currys Popcorn-Ritual eine tiefere Bedeutung. "Ich denke, es hilft ihm, sich wie in einer Arena zu fühlen, was für Steph gleichbedeutend mit einem Zuhause ist", erklärte Fraser.

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Auch wenn der Popcorn-Snack natürlich ungesund ist, negative Auswirkungen auf seine Leistung hat er dennoch nicht. "Wenn das seine Routine ist und die Leistungen stimmen, gibt es keinen Grund, daran etwas auszusetzen", erklärte Sportwissenschaftler Dr. Andy Barr der New York Times. Popcorn sei ein leichter Snack, salzig, aber keine schwere Kost.

Dallas gewinnt Currys Popcorn-Ranking

Curry, der seinem Popcorn für den reinen Geschmack übrigens nie Extrazutaten hinzufügt, hat im Laufe seiner NBA-Karriere oft in auswärtigen Arenen gespielt und dort das örtliche Popcorn lieben beziehungsweise hassen gelernt. Zusammen mit der New York Times hat der mehrfache MVP jetzt sogar sein eigenes und überaus detailliertes Popcorn-Ranking erstellt, von der bekanntesten Zeitung der Welt sogar als Grafik umgesetzt.

Auch wenn ein Sprichwort besagt "Zu Hause schmeckt es doch am besten": Für Currys Popcorn gilt das zum Leidwesen des 31-Jährigen nicht. Seine Warriors kommen in Currys Popcorn-Ranking nur auf Rang neun. Sieger des Popcorn-Rankings: die Dallas Mavericks vor den Brooklyn Nets und den Miami Heat. Curry bewertete den Snack nach fünf Kriterien: Frische, Salzgehalt, Knusprigkeit, Buttergehalt und Präsentation. Das "perfekte" Popcorn gibt es in der NBA leider nicht, auch Spitzenreiter Dallas kommt in nur vier der fünf Kategorien auf die Maximalpunktzahl.

Auch wenn nicht jede Arena Popcorn verkauft, das den Ansprüchen des Superstars gerecht wird: Verzichten kann er dennoch nicht. Beim Allstar-Game 2018 im Staples Center in Los Angeles (Schlusslicht im Popcorn-Ranking) wurde Curry gefilmt, wie er während des Spiels auf der Bank saß und genüsslich sein Popcorn aß. Sofort kamen Offizielle der NBA auf ihn zu und erklärten ihm, er müsse dies unterlassen. Es werfe ein schlechtes Licht.

Curry ist sich im Übrigen durchaus bewusst, dass seine Leidenschaft nicht wirklich gesund ist. Zu Hause versucht er, so gut es geht, darauf zu verzichten. Bei über 100 Spielen in einer Saison (Postseason mit eingerechnet) kommt seine Sucht auch so schon nicht zu kurz.