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München - Die Oklahoma City Thunder eilen in der NBA von Sieg zu Sieg. Verantwortlich dafür ist ein Dreigestirn um Dennis Schröder. Der neue Teamgeist macht sie zum Titelanwärter.

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Die Fans in der Chesapeake Energy Arena gaben Standing Ovations und verwandelten die Halle in ein Tollhaus.

Soeben hatte OKC-Superstar Russell Westbrook mit einem Assist auf Paul George beim 120:111-Sieg über die Portland Trail Blazers ein Triple-Double geschafft - es war sein zehntes in Folge. Damit überflügelte er den Uralt-Rekord von Wilt Chamberlain aus dem Jahr 1968. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

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Zwar gehörten nach dem zwölften Sieg im 13. Spiel die Schlagzeilen dem Point Guard der Oklahoma City Thunder, doch auch Co-Star Paul George hatte erneut abgeliefert. Er kam auf 47 Punkte, zwölf Rebounds und zehn Korbvorlagen.

92 Punkte erzielte George in den vergangenen beiden Partien und untermauerte damit seinen Status als Topscorer der Thunder. 28,7 Punkte macht der 28-Jährige im Durchschnitt, während Westbrook 21,2 Punkte im Schnitt liefert. Gemeinsam mit dem derzeit besten deutschen Basketballer bilden sie ein gefährliches Trio, das zumindest von den West-Finals gegen das Überteam der Warriors träumen darf.

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Schröder als dritte Option bei OKC

Dritte Option in der Offensive im Team von Coach Billy Donovan ist Dennis Schröder, der pro Partie auf 15,7 Punkte im Durchschnitt kommt. Statt einer One-Man-Show von Westbrook verteilt sich in dieser Saison die offensive Hauptlast bei OKC auf drei Schultern.

Neben den All-Stars glänzt dabei vor allem Schröder. Der deutsche Nationalspieler trägt die zweite Garde der Thunder in der Offensive und steht in der heißen Schlussphase gemeinsam mit dem Star-Duo auf dem Feld. 

"Er bringt Energie", beschreibt George seinen Mitspieler. "Er ist ein Big-Time-Spieler, überall sonst wäre er ein Starter. Er ist ein Schlüsselteil für uns."

Schröder lobt Westbrook und George

Auch Schröder, der gegen Portland wegen der Geburt seines Kindes fehlte, schwärmt vom Zusammenspiel mit den beiden NBA-Superstars.

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"Sie haben mir vom ersten Tag an vertraut. Im Trainingslager haben sie mir gesagt, ich soll attackieren, das macht es leicht für mich und mein Spiel. Darum fühle ich mich gerade sehr wohl."

Die Vorteile der verteilten Offensivlast liegen für Schröder auf der Hand: "Mit einem zusätzlichen Scorer auf dem Feld wird es leichter. Die Verteidigung kann sich nicht darauf einstellen, von wem der Wurf kommt. Ich glaube, deswegen haben mich Billy Donovan und Sam Presti (GM der Thunder; d. Red.) geholt."

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Westbrook nicht mehr Alleinunterhalter

Mit zwei weiteren Offensivoptionen an seiner Seite ist Westbrook nicht mehr gezwungen, den Alleinunterhalter zu geben. Regelmäßig läuft zumindest einer der drei Akteure heiß. So gelangen Schröder zuletzt gegen die Miami Heat 24 Punkte in einem Viertel und George in den vergangenen sieben Partien über 37 Punkte im Schnitt. 

"Jeder dreht bei Giannis Antetokounmpo und James Harden durch. Klar, sie sind unglaublich. Aber Paul ist der Beste, gegen den wir in dieser Saison gespielt haben. Er ist auf einem komplett anderen Level", schwärmte Portlands Evan Turner nach der Pleite seines Teams gegen einen entfesselt aufspielenden George. 

Die Thunder rangieren in der umkämpften Western Conference auf Rang drei und sind in der Offensive das fünftbeste Team - vor allem wegen der "Two and a half men". Aber auch defensiv braucht sich OKC nicht zu verstecken. Sie sind das zweitbeste Rebound-Team der Liga und klauen die meisten Bälle.

Thunder-Stars sind Steal-Spezialisten

Kein Wunder, sind doch Westbrook und George mit 2,3 und 2,2 Steals pro Partie die besten Balldiebe der Liga. Gegen die Miami Heat forcierten Westbrook und Co. 17 Ballverluste des Gegners und machten daraus 21 Punkte. Dazu kommt der starke Center Steven Adams.

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Offensiv wie defensiv hat bei den Thunder also ein neuer Teamgeist Einzug gehalten. Selbst der sonst so exzentrische Westbrook stellt sich in den Dienst des Teams.

"Wenn es Zeit ist, etwas für einen Teamkollegen zu machen, ist das leicht für mich, weil ich das jede Nacht mache", erklärte der Guard nach dem Sieg über Portland, wo den beiden OKC-Stars als erstes Duo in einem Team zwei Triple-Doubles mit über 20 Punkten gelangen.

Bestes Team seit Abgang von Durant

Seit dem Abgang von Kevin Durant vor drei Jahren hatte der mehrfache All-Star nicht mehr ein solch schlagkräftiges Team an seiner Seite, sondern war oftmals auf sich allein gestellt.

Zwar legte er regelmäßig fast außerirdische Zahlen auf, aber der Erfolg blieb aus. Mit George im besten Jahr seiner Karriere und einem Schröder als Anwärter auf den Sixth-Man-Award an seiner Seite scheint für Russ jedoch vieles möglich. 

Führt das Erfolgsrezept der "Two and a half men" am Ende sogar zum Titel? Das müssen die Playoffs zeigen, wenn die Schwergewichte der Liga die Einigkeit des Trios auf die Probe stellen werden.