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München - Dirk Nowitzki bestreitet am Wochenende das 14. All-Star Game seiner Karriere. Wohl letztmals blickt die komplette Basketball-Welt auf ihn.

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Der letzte große Tanz im gleißenden Scheinwerferlicht, bevor der Vorhang später für immer fällt.

Unter diesem Credo reist NBA-Superstar Dirk Nowitzki zum All-Star-Wochenende nach Charlotte.

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Der 40-Jährige hat sich noch nicht endgültig entschieden, wie es im Sommer weitergehen soll. Aber seine Aussagen der vergangenen Wochen lassen ein Karriereende nach 21 Jahren in der NBA bei den Dallas Mavericks erahnen. Auch die Liga hat bereits reagiert und den Deutschen gemeinsam mit Dwyane Wade per Sondernominierung zum All-Star Game eingeladen. Für Nowitzki ist es die 14. Teilnahme bei dem NBA-Event - genauso viele wie ein gewisser Michael Jordan. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

Aber nicht nur beim Duell zwischen "Team Giannis" und "Team LeBron", sondern auch als Teilnehmer des Dreier-Contests und als Trainer bei der Rising-Stars-Challenge wird Nowitzki dabei sein.

Nowitzki als Trainer bei All-Star Wochenende

In seiner Trainer-Tätigkeit wird er auch für Dallas-Rookie Luka Doncic zuständig sein, was den Slowenen zu einem Tweet veranlasste, dass Nowitzki ihn doch bitte nicht anschreien solle.

Aber die Pläne des Deutschen für das All-Star-Wochenende sind andere. "Ich werde alles aufsaugen", erklärte der zukünftige Hall-of-Famer der New York Times.

Er werde es genießen, mit den zukünftigen Stars der Liga Zeit zu verbringen, gab sich Nowitzki gewohnt bescheiden. Mit ihm in "Team Giannis" laufen Stars wie Giannis "Greek Freak" Antetokounmpo, Stephen Curry, Nikola Jokic oder Joel Embiid auf.

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"Wenn ich für ein oder zwei Minuten raus kann und einen Dreier werfen kann, wird das eine tolle Erfahrung", meinte Nowitzki. Doch gemeinsam mit seinem ehemaligen Rivalen Wade, wird er wohl hauptsächlich für die emotionalen Highlights des Show-Events zuständig sein.

Fans huldigen Nowitzki

Schon jetzt blickt der ehemalige deutsche Nationalspieler auf zahlreiche emotionale Höhepunkte in seiner aktuellen Saison zurück. In Boston wurde er von den Celtics-Fans gefeiert, obwohl er während des kompletten Spiels keinen Korb erzielte. Im Madison Square Garden in New York verneigten sich die Knicks-Fans vor Nowitzki - und im heimischen American Airlines Center wird ihm ohnehin fast nur noch mit Standing Ovations gehuldigt.

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"Nicht viele Spieler bekommen Standing Ovations, wenn sie bei einem Auswärtsspiel eingewechselt werden. Es ist sehr emotional. Das werde ich für den Rest meines Lebens nicht vergessen", meinte Nowitzki.

14 Mal All-Star, viermal All-NBA First Team, Saison-MVP 2007, Finals-MVP von 2011, aktuell nah dran, Wilt Chamberlain als sechstbesten Scorer aller Zeiten anzugreifen (109 Punkte fehlen noch), MVP der WM 2002 und der EM 2005, Deutschlands Sportler des Jahres und, und, und - die Liste seiner Erfolge ist fast endlos. Auch deshalb huldigt ihm die NBA-Welt noch ein letztes Mal.

Sportlich erlebt der 40-Jährige aber die wohl schwierigste Saison seiner Karriere. Die ersten 26 Spiele verpasste er wegen der Nachwehen einer Knöchel-Operation. Nach seinem Comeback fand Nowitzki nur schwer in die Spur und suchte seine Rolle im Team: "Ich habe alles versucht, um bereit zu sein, aber die ersten Wochen waren richtig hart, sich ans Tempo des Spiels wieder zu gewöhnen."

Letztes NBA-Spiel bei Spurs?

Aktuell legt er in elf Minuten Spielzeit 4,4 Punkte auf und pflückt sich 1,7 Rebounds pro Partie. In der vorangegangenen Saison hatte er noch zwölf Punkte pro Partie beigesteuert und war als Starter bei den Mavs gesetzt.

Ein Ausrufezeichen konnte er aber mit seinen 14 Zählern in nur elf Minuten Spielzeit gegen die Knicks setzen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit endet die Saison in Dallas nach 82 Saisonspielen, da die Konkurrenz in der Western Conference für das aktuelle Mavs-Team wohl zu stark ist.

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Dann würde Nowitzkis Karriere mit einem Auswärtsspiel bei den San Antonio Spurs, am 11. April, zu Ende gehen. Da ist ein Auftritt beim All-Star Game die deutlich größere Bühne für eine NBA-Legende wie ihn.

Nowitzki lässt Curry und Co. ausrasten

Und wer weiß, vielleicht zeigt der 40-Jährige ein ähnliches Highlight wie bei seiner bisher letzten Teilnahme: Es war im Jahr 2015, als Stephen Curry nach vorne dribbelte und einen Pass in Richtung Korb spielte, Nowitzki rauschte heran und verwandelte den Alley-oop mit einem krachenden Dunking.

Curry und Kollegen feierten den Würzburger. Und der Mavs-Star? Nowitzki zelebrierte seinen Moment mit dem Blitz-Jubel von Usain Bolt, richtete dabei die Finger in Richtung Hallendecke.

So oder ähnlich könnte der perfekte Abschied für Nowitzki von der großen Bühne aussehen. Das Scheinwerferlicht für den letzten großen Tanz ist bereit.