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München - Die Dallas Mavericks sind nach dem Trade von Kristaps Porzingis weiter auf dem Weg nach oben. Besitzer Marc Cuban möchte einen Fehler auf keinen Fall wiederholen.

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Seit 19 Jahren besitzt Mark Cuban die NBA-Franchise Dallas Mavericks. In dieser Zeit unterliefen ihm zwei gravierende Fehler.

Nach dem Meistertitel 2011 ließ er das Team sang- und klanglos auseinander brechen. Der Absturz in die vorläufige Bedeutungslosigkeit ging im Anschluss rasant vonstatten. Sein zweiter bedeutender Fehler war Cuban bereits Jahre zuvor passiert. (Tabellen der NBA)

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Im Sommer 2004 weigerte er sich, Aufbauspieler Steve Nash mit einem hochdotierten Vertrag an die Franchise zu binden. Der spätere MVP unterschrieb bei den Suns, wodurch eines der wohl glorreichsten Duos in der Geschichte der Mavs Geschichte war.

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Jahrelang hatten Dirk Nowitzki und Nash zuvor gemeinsam in Dallas geglänzt - doch plötzlich war alles vorbei.

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Cuban möchte Fehler nicht wiederholen

Ein ähnlicher Vorgang soll sich in Texas nicht noch einmal wiederholen. "Es war mein Fehler, Dirk und Steve nicht länger zusammenzuhalten. Ich werde diesen Fehler nicht noch einmal mit Luka und Kristaps machen", versprach Cuban im Interview mit der New York Times.

Die Mavs überraschten die NBA zuvor mit einem Mega-Trade. All-Star Kristaps Porzingis wurde von den New York Knicks geholt. Auch Tim Hardaway, Trey Burke und Courtney Lee spielen in Zukunft in Texas.

Der Preis, den die Mavs für "Unicorn" Porzingis und dessen Mitspieler zahlen: Dennis Smith Jr., Wesley Matthews, DeAndre Jordan sowie zwei zukünftige Erstrundenpicks.

Für das Team von Trainer Rick Carlisle ist die Verpflichtung von Porzingis mit großen Hoffnungen verbunden.

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Mavs-Coach: "Bauen ein Meisterteam auf"

Auf der Vorstellungs-PK gab Besitzer Cuban Einblicke in sein Vorhaben mit Rookie Doncic und Neuzugang Porzingis. "Unser Ziel ist es, sie die nächsten 20 Jahre beisammen zu halten."

Auch Carlisle sprach von großen Plänen. "Wir bauen hier ein Meisterteam auf. Das ist der Hauptgrund für diesen Deal", so der Head Coach. Um ein Meisterteam zu formen, muss Porzingis aber erst einmal einen langfristigen Vertrag unterschreiben.

Im Sommer ist der 23-Jährige Restricted Free Agent. Er kann dann einen Kontrakt von längerer Dauer bei den Mavs unterschreiben - oder auf einen Maximal-Vertrag in Dallas verzichten, eine Qualifying-Offer unterzeichnen und im Sommer 2020 als Unrestricted Free Agent mit anderen NBA-Teams verhandeln.

Sonderlich wahrscheinlich erscheint dies aber nicht. "Sie haben mich hier mit offenen Armen empfangen. Sie versuchen, mir alles so leicht wie möglich zu machen. Sie tun alles, damit ich mich auf Basketball und meine Reha konzentrieren kann. Nach so einer Organisation sucht man", schwärmte der Lette.

Porzingis hat "tolle Beziehung" zu Doncic

Dass sich Porzingis eine langfristige Zukunft in Dallas vorstellen kann, liegt vor allem an einem: Luka Doncic. Der 19 Jahre alte Rookie spielte, genau wie Porzingis, zuvor in der spanischen Liga. Dort lernten sich beide kennen.

Nicht die einzige Gemeinsamkeit: Slowene Doncic und Porzingis stammen beide aus Europa und verließen in jungen Jahren ihre Heimat. "Ich freue mich sehr darauf, mit Luka in einem Team zu spielen. Wir haben eine tolle Beziehung", sagte der Ex-Knicks-Profi.

Mit Doncic und Porzingis haben die Mavericks ein Gespann an Land gezogen, das in vielerlei Hinsicht gut harmoniert. Auf dem Spielfeld dürften sich beide gut ergänzen - wie einst Nowitzki und Nash. Auch in Sachen Arbeitseinstellung teilen beide dieselben Ansichten.

Das neue Traum-Duo hat für die Mavs noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Andere Spieler können nach Dallas gelockt werden. In den letzten Jahren waren die Mavs weder finanziell noch sportlich übermäßig attraktiv.

Cuban öffnet Nowitzki die Tür

Schnappt sich das Team um den Deutschen Maxi Kleber auf dem Transfermarkt noch einen guten Point Guard sowie einen defensivstarken Flügelspieler, hat Trainer Rick Carlisle eine mehr als nur schlagkräftige Truppe mit Playoff-Ambitionen zusammen.

In der laufenden Saison kann Neuzugang Porzingis aufgrund seiner immer noch nicht ausgeheilten Verletzung den Mavs nicht mehr helfen. Ein Zusammenspiel mit Dirk Nowitzki erscheint deshalb enorm unwahrscheinlich.

Cuban äußerte kürzlich den Gedanken, dass es für den Deutschen wohl die letzte NBA-Saison sein wird. Dennoch könnte es in Zukunft zu einer Zusammenarbeit der drei Europäer kommen. Laut Cuban kann Nowitzki im Fall seines Karriereendes in Dallas "machen, was immer er will. Er hat es sich verdient."

Vom Shooting Coach bis hin zum Markenbotschafter - denkbar sind für Nowitzki viele Positionen. Für den Deutschen dürfte es aber in jedem Fall ein Vergnügen sein, ein neues Traum-Duo bei der Franchise seines Herzens reifen zu sehen.