Markelle Fultz
Markelle Fultz © Getty Images
Lesedauer: 5 Minuten

München - Markelle Fultz gilt bei seinem Draft als eines der hoffnungsvollsten Talente. Doch eine mysteriöse Verletzung führt zum Absturz. Nun gibt es eine Diagnose.

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Als sich Markelle Fultz nach nur einem Jahr auf dem College bei den Washington Huskies zum NBA-Draft 2017 anmeldete, sagten nicht wenige dem damals 19-Jährigen eine große Karriere voraus. Durchschnittlich 23,2 Punkte, 5,9 Assists und 5,7 Rebounds sprachen für sich und sorgten schließlich dafür, dass ihn die Philadelphia 76ers zum Nummer-1-Pick machten.

Ein Jahr später ist von den großen Vorschusslorbeeren nur noch wenig übrig. Zwar gelang es Fultz im vergangenen Jahr gegen die Milwaukee Bucks, als jüngstem Spieler in der Geschichte der NBA ein Triple-Double zu erzielen, allerdings sorgten Schmerzen im Arm- und Schulterbereich immer wieder dafür, dass der junge Mann nicht aktiv auf dem Parkett mitwirken konnte.

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So kam Fultz in seiner Rookie-Saison auf gerade einmal 14 Hauptrundenpartien und auch in dieser Saison fällt er bereits seit Mitte November aus. Nachdem lange Zeit über die mysteriösen Beschwerden des Point Guards gerätselt wurde, konnte ein Spezialist nun offenbar endlich Licht ins Dunkel bringen.

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Spezialist diagnostiziert Thoracic-Outlet-Syndrom

Wie Raymond Brothers, Agent und Anwalt von Fultz gegenüber Adrian Wojnarowski von ESPN erklärte, leide sein Klient am sogenannten Thoracic-Outlet-Syndrom. Dieses beeinflusse "die Nerven zwischen Nacken und Schulter, was zu einem gestörten Bewegungsablauf führt und daher Markelles Fähigkeiten, einen Basketball zu werfen, massiv limitiert."

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Schon lange war Experten eine veränderte Wurfausübung bei Fultz aufgefallen. Noch in seiner College-Zeit zeichnete ihn sein smoother Jumper aus, der seit seinem ersten Auftritt auf der großen Bühne der NBA wie verloren scheint. Aus diesem Grund suchte er vor der Saison - auf Anraten von Joel Embiid - Hilfe bei "Wurfdoktor" Drew Hanlen.

Freiwurf gegen Miami sorgt für Verwirrung

"Er hatte komplett vergessen, wie man wirft", berichtete dieser später, nachdem beide den Sommer über intensiv am Wurf des inzwischen 20-Jährigen gearbeitet hatten. Und zunächst schien es auch tatsächlich so, als würde sich die Arbeit auszahlen. Zu Saisonbeginn versenkte Fultz sogar wieder den ein oder anderen Dreier und erweckte den Eindruck, dass das Selbstvertrauen alter Tage wieder zurückkehren würde.

Doch die soliden Auftritte zum Start waren nur ein kleines Strohfeuer. Beim Sieg gegen die Miami Heat Anfang November sorgte er mit einem merkwürdigen Freiwurf endgültig für Verwirrung. NBA-Experte Alex Kennedy twitterte unmittelbar nach dem Fehlversuch, dass Fultz und Hanlen nicht länger zusammen arbeiten würden. Der Shooting-Coach hatte bereits zuvor angedeutet, dass sein Schützling noch immer nicht fit sei, der Spieler selbst hatte allerdings eine andere Erklärung.

"Ich meine, mir ist der Ball aus der Hand gerutscht, also musste ich tun, was ich tun musste. Aber ich bin nicht wirklich besorgt. Ich arbeite an meinem Spiel. Der Ball ist mir rausgerutscht. Das ist, was passiert ist", sagte Fultz damals nach dem Spiel.

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"Dartitis" als Auslöser der Probleme?

Dennoch zog Raymond Brothers seinen Schützling nur wenige Tage danach aus dem Verkehr und schickte ihn in der Folge zu mehr als zehn Spezialisten. Eine Aktion, die bei den Verantwortlichen in Philadelphia für große Verwunderung sorgte. "Aus medizinischer Sicht haben wir nichts gesehen, was ihm nicht erlaubt hätte, zu spielen. Er hat gestern gespielt und er hat auch vor zwei Tagen gespielt", äußerte sich General Manager Elton Brand kurz darauf.

Hanlen hatte bereits im Sommer eine andere Erklärung ins Spiel gebracht. Fultz würde an dem sogenannten "Yips" leiden - eine mentale Blockade die man auch bei Profigolfern oder Dartsspielern ("Dartitis") kennt. Leidet man an diesem Problem, kann man den Ball nicht zum richtigen Zeitpunkt loslassen - oder den Golfschläger nicht durchschwingen bzw. den Darts-Pfeil loslassen. Auch Philly.com hatte unter Bezug auf Quellen im Umfeld von Sixers-Coach Brett Brown von einem mentalen Problem berichtet.

Fultz droht Ausfall von drei bis sechs Wochen

Daraufhin wurde auch über einen Trade spekuliert, was Brothers allerdings umgehend dementierte: "Mein Fokus liegt darauf, Markelle gesund zu bekommen. Ende der Geschichte."

Dementsprechend erleichtert wirkte er nun auch, als endlich eine Diagnose gestellt werden konnte. "Die Leute haben gesagt, dass es ein mentales Problem war. Das ist nicht der Fall. Es ist nicht möglich, dass du der Nummer eins Pick bist und plötzlich nicht mehr in der Lage bist, deinen Arm zum Wurf zu heben. Etwas stimmte nicht und nun wissen wir die Antwort auf das Problem", so Brothers.

Doch auch wenn nun endlich Klarheit in der Angelegenheit zu herrschen scheint, dürften einige Restzweifel bleiben, ob Fultz nach seiner Behandlung bei einem Physiotherapeuten in Los Angeles wieder zu alter College-Stärke zurückfinden kann. Einen endgültigen Beweis dafür kann der Spieler nur selbst auf dem Court liefern.

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Bis dahin werden allerdings noch einige Wochen vergehen. Offiziell gaben die 76ers bekannt, dass Fultz auf unbestimmte Zeit fehlen werde, intern geht man jedoch anscheinend von einer Ausfallzeit von mindestens drei bis sechs Wochen aus.

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