Dennis Schröder (l) und Russell Westbrook (r.) wollen gegen die Jazz den nächsten Sieg
Dennis Schröder (l) und Russell Westbrook (r.) harmonieren bei OKC besser als erwartet © Getty Images

München - Dennis Schröder glänzt gegen die Golden State Warriors - nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Entgegen allen Unkenrufen ist der Guard für OKC sehr wertvoll.

von Franziska Wendler

Es war eine fabelhafte Vorstellung von Dennis Schröder.

Beim 123:95-Sieg gegen Meister Golden State Warriors gelangen dem Deutschen von der Bank kommend 32 Punkte. Als Topscorer der Partie führte der Guard die Oklahoma City Thunder damit zum Sieg.

Fünf seiner sechs Dreier-Versuche brachte der 25-Jährige im Korb unter. Noch nie in seiner NBA-Karriere durfte sich Schröder über eine derartige Trefferquote aus der Distanz freuen.

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Dieser Auftritt verblüffte umso mehr, da der balldominante Thunder-Superstar Russell Westbrook ebenfalls auf dem Parkett stand.

Westbrook und Schröder funktionieren zusammen

Als vor einigen Monaten der Trade von den Atlanta Hawks nach Oklahoma bekannt gegeben wurde, vermuteten nicht wenige Experten, dass Schröder bei der Franchise von Head Coach Billy Donovan zum Bankdrücker verkommen würde.

Dass Schröder und Westbrook über längere Zeit gemeinsam auf dem Parkett stehen könnten, wurde immer wieder in Frage gestellt. Denn beide halten allzu gerne den Ball in ihren Händen, haben defensive Schwächen und sind gemeinhin nicht als herausragende Dreier-Schützen bekannt.

Dass neben Westbrook noch ein zweiter hochbezahlter Guard auf dem Feld Platz finden würde, erschien unwahrscheinlich. Doch Donovan zeigte allen Skeptikern, dass es funktionieren kann.

OKC-Coach lobt Schröder

Auch wenn Schröder in Anwesenheit von Westbrook nicht in der Starting Five zu finden ist, bekommt der Deutsche dennoch genügend Spielzeit und nutzt diese, um sich ins Rampenlicht zu spielen.

"Dennis hat uns sehr viel Auftrieb von der Bank gegeben und ein großes Spiel gemacht", lobte Cheftrainer Donovan nach dem Triumph gegen Golden State.

Auch für Schröder selbst war das Spiel gegen den Titelverteidiger ein wahres Fest. "Ich habe mich großartig gefühlt. Meine Teamkollegen haben mich gefunden und ich bin froh, dass ich die Würfe getroffen habe."

Schröder glänzt als Backup

Es ist die Rolle des sechsten Manns, die Schröder für OKC so wertvoll macht. Mit durchschnittlich mehr als 36 Minuten pro Spiel spulte Superstar Westbrook in der vergangenen Saison ein unglaubliches Pensum ab.

Doch mit 30 Jahren kann Westbrook dies nicht dauerhaft leisten. So ist seine Verletzungsanfälligkeit zuletzt auffällig gestiegen.

Schröder hat zweifelsohne Starter-Potenzial. Dass ein Point Guard mit seiner Qualität von der Bank kommen und den großen Superstar des Teams entlasten kann, ist für die Thunder ein wahrer Luxus – wenn auch ein teurer. Mehr als 17 Millionen US-Dollar streicht der 25-jährige Braunschweiger pro Jahr ein.

Schröder zeigt sich selbstkritisch

Doch nicht in jedem Spiel gelingt dem Deutschen eine glänzende Performance. Am Dienstag verlor OKC gegen die Sacramento Kings mit 113:117. Nur drei von 17 Schröder-Würfen fanden ihren Weg in den Korb. Am Ende standen mickrige sechs Punkte zu Buche.

Nach dem Spiel nahm sich der Deutsche seine schwache Performance sehr zu Herzen. "Ich habe viele schlechte Entscheidungen getroffen, habe viele Bälle nicht versenkt - ich nehme die Niederlage auf mich", so Schröder.

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Nur zwei Tage später lieferte er gegen die Warriors eines der besten Spiele seiner Karriere ab und stellte dabei nicht sich selbst, sondern das Team in den Vordergrund: "Es ist die Leistung des gesamten Teams, Basketball ist ein Mannschaftssport, wir haben den Sieg als Team erreicht."

Abgang von Atlanta Hawks forciert

Noch im Sommer hatte der Deutsche mit eindeutigen Aussagen seinen Abgang von den Hawks forciert, nun stellt er sich geradezu demütig in den Dienst der Mannschaft. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Schröder dafür mit einem vorderen Platz bei der Wahl zum "Sixth Man of the Year" belohnt wird.

Bei Oklahoma sieht alles jedenfalls nach einer erfolgreichen Saison aus. Nach einem schlechten Saisonstart hat das Team mittlerweile sogar die Warriors in der Tabelle der Western Conference überholt.

Geht es so weiter, kann Dennis Schröder nach einem enttäuschenden Jahr in Atlanta in dieser Saison auch endlich einmal wieder in den Playoffs sein Können unter Beweis stellen.

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