Mark Cuban spendet zehn Millionen Dollar an eine Frauen-Organisation
Mark Cuban spendet zehn Millionen Dollar an eine Frauen-Organisation © Getty Images

Der Skandal um sexuelle Belästigung bei den Dallas Mavericks erschüttert Klubboss Mark Cuban. Der Owner macht sich selbst schwere Vorwürfe, nichts bemerkt zu haben.

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Eine unabhängige Kommission der NBA hat nach einer siebenmonatigen Untersuchung die Vorwürfe von Fällen der sexuellen Belästigung bei Dirk Nowitzkis Klubs Dallas Mavericks bestätigt.

Aufgedeckt hatte diese im Februar das Fachmagazin Sports Illustrated. An der Spitze der Beschuldigten steht der frühere Mavs-Präsident Terdema Ussery, der den Verein 2015 nach 18 Jahren verlassen hatte.

Die Mannschaft um ihren deutschen Star Nowitzki ist demnach nicht in die Affäre verwickelt.

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"Die Untersuchung hat Informationen zutage gefördert, die beweisen, dass es im Verlauf von mehr als 20 Jahren zahlreiche Fälle von sexueller Belästigung und anderen ungebührlichen Verhaltens gegeben hat", heißt es in dem Bericht, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Mavs-Boss nicht in Skandal verwickelt

Ausdrücklich ausgenommen vom Verdacht wurde der aktuelle Dallas-Klubchef Mark Cuban. "Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass Herr Cuban Kenntnis vom Verhalten Usserys hatte", heißt es. Cuban hat zehn Millionen Dollar an Vereinigungen zum Kampf gegen häusliche Gewalt und für eine stärkere Rolle von Frauen im Sport gespendet.

In einem Interview mit ESPN entschuldigte sich der Mavericks-Boss bei allen von den Belästigungen betroffenen Frauen. "Das sind keine Vorfälle, die danach vorbei sind. Solche Belästigungen bleiben bei den Opfern und ihren Familien präsent. Es tut mir leid, dass ich es nicht gesehen habe. Es tut mir leid, dass ich es nicht bemerkt habe", so der 60-Jährige.

Dabei hätte Cuban die Vorkommnisse nach eigenen Angabe mitbekommen können. "Im Nachhinein starren mich die Vorwürfe direkt an und ich habe es verpasst", gestand der Owner und erklärte weiter: "Ich war nicht so sehr auf das Geschäft fokussiert, wie ich hätte sein sollen."

Cuban: "Es tut einfach nur weh"

Der Owner der Mavericks wurde beim Gedanken an sexuellen Missbrauch in seiner Franchise emotional. "In meinen wildesten Träumen hätte ich nicht gedacht, dass so etwas direkt unter mir passiert. Es tut einfach nur weh zu sehen, welchen Schmerz Menschen erleiden mussten. Es tut weh, ihre Tränen zu sehen. Aber mein Schmerz ist nicht zu vergleichen mit ihrem Schmerz."

Im Zuge des Skandals das Team zu verkaufen, sei für Cuban aber nie in Frage gekommen: "Ich renne nicht vor meinen Fehlern davon." Dennoch gesteht es der 60-Jährige jedem zu, ihn in Frage zu stellen. "Wir haben vieles falsch gemacht und ich war nicht da, um das Ganze zu überblicken. Und das war mein Fehler."

Die NBA-Kommission befragte in den vergangenen Monaten 215 frühere und aktuelle Angestellte der Mavericks und sichtete 1,6 Millionen Dokumente, inklusive Emails. Neben Ussery sind auch Ticket-Manager Chris Hyde und der Mavericks-Berichterstatter Earl Sneed involviert.

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"Die Ergebnisse der unabhängigen Untersuchung sind verstörend und herzzerreißend. Kein Angestellter innerhalb der NBA und in der Gesellschaft sollte in so einem Klima arbeiten", sagte NBA-Boss Adam Silver.

Nowitzki schockiert

Dirk Nowitzki, seit der Saison 1998/99 Mitglied der Franchise, war im Februar nach Bekanntwerden der Vorwürfe schockiert. "Es bricht mir das Herz. Ich war angewidert, als ich den Artikel gelesen habe - so wie jeder", sagte der Würzburger damals, "ich war schockiert, dass in unserer Franchise, in meiner Franchise, solche Sachen passiert sind."